Da sich die Technik von dittes.info mir versperrte (Beitrag absenden scheint ohne Flash nicht zu gehen?), meine länglichen Ausführungen zu Andreas Dittes’ Kommentar halt hier. It’s a linked world, after all … Andreas schrieb in der Diskussion zum Ehssan-Essay:
aber wenn du den ubahn-clip erwähnst: die art, wie der durch die kritik hochgepusht wurde, hilft sicher nicht den zwei jungen frauen, weniger gesehen zu werden. das ist wie terror mit krieg zu bekämpfen.
Ack soweit; allerdings sehe ich keine triviale Möglichkeit, das Verhalten des D. öffentlicher zu machen ohne auf die von ihm veröffentlichten Videos direkt hinzuweisen. Im Falle des für den BOO scheinbar wiedereingestellten S-Bahn-Videos – IMO nicht unproblematisch, schon weil man dem Urheber, E. D. bzw. K. H., die Möglichkeit der Verbreitungskontrolle nahm oder sie zumindest erschwerte -, ja, rückblickend hätte man, ich schließe mich da ein, dieses, inkl. Bericht darüber, deshalb ausschließen sollen. (Wenig beleuchtet wurde in dem Zusammenhang bislang die Rolle K. H.s, der ja “Ehssan und die Frauen” titelte und seinen Film des filmend baggernden E.s auf YouTube unter jenem Titel einstellte. Sowas macht man eigentlich zumindest nüchtern nicht ohne Hintergedanken, oder? Habe ich jedenfalls bislang nicht so ganz verstanden, was das sollte; Beginn einer Quellensammlung für eine Biographie?)
In keiner der filmischen Eskapaden E.s, die ich bislang gesehen habe, findet sich eine Einverständniserklärung zur Veröffentlichung – auch wenn E. im VZ-Promo-Video ja vor dem Ausblenden noch murmeln darf, daß alle bei ihn gewußt hätten, daß er sie interviewen würde. Und zumindest bei der Eisverkäuferin, gefeatured auf studivz.net/blog, für das die Firma und nicht E. privat verantwortlich zeichnet(e?), würde ich bezweifeln, daß sie die Veröffentlichung »in nem Blog« so toll fände. Wie damit umgehen? Totschweigen? Bearbeiten mit schwarzen Balken vor den Gesichtern (was erneute Veröffentlichung bedeutete)? Wenigstens, schwacher Trost, warf die Szene im Berliner Untergrund ein weniger, ahem, fragwürdiges Licht auf die »Interview«-Opfer als diese Geschichte auf dem (Party-)Klo.
Ich frage mich allen Ernstes, ob E. den Kram demnächst als Satire auf die überbordende Sensationsgier der Medien zu erklären plant. Stichwort dann “Gladbeck”?
ausserdem müsste man sich dann auch auf mehrere zehntausend videos im internet beziehen, auf denen einen ähnliche bedingung vorherrscht und diese mit der gleichen eifer ankreiden.
Nein, ich sehe hier schon eine ganz besondere Konstellation. Jemand, sei es gezüchtetes Aushängeschild (Don deutete sowas IIRC an) oder genialer Visionär, läßt ein erfolgreiches US-Portal nachempfinden, findet Geldgeber, geht Live, hat Erfolg und wird damit in diversen Publikationen vorgestellt. Es geht soweit, daß die Äußerung »Deutschland kann mehr solche Typen brauchen« fällt.
Nun gut, was er in seinem stillen Kämmerlein mit sich oder anderen anstellt: seine Sache. E. aber trägt seine Videos in die Öffentlichkeit und spannt sie vor den Karren der »VZ-Bewegung«, wie er auch das »Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung« vor den schon flott laufenden Karren Studivz spannt. Kurz: ich sehe schon auch einen qualitativen Unterschied, ob ein, zumindest Mainstreammedien zufolge, Vorzeigeunternehmer im Unternehmensblog zur Untermauerung des »kuschelweiches Studiprojekt«-Eindrucks derlei veröffentlicht — oder ob ein Netznovize dies tut.
Soweit die initiale Erwiderung auf Andreas’ Kommentar …
Durch den Rummel um Studivz (mehr dazu