Wer sich schön länger eher praktisch denn theoretisch
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mit Virtualisierung beschäftigt, dem mag, wie mir, es aktuell etwas spanisch vorkommen, was sich da so am Markt tut.
VMware kann man mittlerweile wohl ungestraft als alten Hasen im dem Geschäft bezeichnen — und es handelt sich dabei, zumindest aus meiner Perspektive, um eine überraschend erfreulich stabile Lösung. Eine Lösung, die Dank kostenlosem »Player« einer großen potentiellen Anwenderschar geöffnet wurde – und auch im OSS-Umfeld Zuspruch findet.
Nach einem eher gemächlichen Start – lt. Wikipedia gab’s die erste Xen-Release in 2003 – hat sich nun Xen zum neuen, hippen Virtualisierer gemausert, tatkräftig unterstützt durch die neuen Fähigkeiten in den aktuellen AMD- und Intel-Prozessoren. Denn während man z. B. Windows seit der ersten Version der VMware Workstation ohne Änderungen an Windows selbst auf Pentium & Co. benutzten konnte, klappt derlei mit Xen nach wie vor erst auf Virtualisierung unterstützenden CPUs (Stichworte: Vanderpool, Pacifica).
Wie dem auch sei: aktuelle Distributionen unterstützen Xen zunehmend von Haus aus, mit Red Hat Enterprise Linux 5 pusht Red Hat Xen in meinen Augen sogar ziemlich aggressiv.
Und mittlerweile scheint auch Sun auf den Zug aufmerksam geworden und aufgesprungen zu sein:
Auf der Oracle OpenWorld hat Sun seine Virtualisierungsplattform xVM vorgestellt. Die setzt im Kern, wie schon früher angekündigt, auf das Open-Source-Projekt Xen und wird anfangs aus Server-Software sowie einer Verwaltungsanwendung bestehen. [...] Suns Virtualisierungsangebot wird zum einen aus dem xVM-Server bestehen, dem eigentlichen Hypervisor, der ohne gesondertes Wirtsbetriebssystem direkt auf der Hardware läuft. Der Hypervisor wird auf x86- sowie auf SPARC-Systemen laufen – der andere Name wurde, so Sun in der Vergangenheit, hauptsächlich aus markenrechtlichen Gründen gewählt.
Big Deal? Naja. Um auf x86ern zu virtualisieren, mußte niemand auf Sun warten – genausowenig wie bei x86-Servern, auch wenn Sun diese gerne verkaufen möchte, anders als z. B. HP hier aber eine echte Produktstrategie, die sich am Unternehmenseinsatz orientiert, vielleicht noch vermissen läßt.
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Wünschenswert wäre natürlich eine einheitliche Lösung oder zumindest administrative Oberfläche über Systemgrenzen (x86 vs. Sparc) hinweg; mit »logical domains« bietet Sun auf der Niagara-Architektur wohl etwas mit Xen vergleichbares unter Solaris 10 an (mangels ‘ner T1- oder T2-Kiste im Zugriff fehlen mir da eigene Erfahrungen mit). Lt. einem Blogeintrag von David Miller kann man in einer Niagara-LDom mittlerweile einen (modifizierten Ubuntu-) Linux-Gast starten …
Bin jedenfalls gespannt, wo das noch hinführt; mangels VT-Erweiterungen steht mir für Virtualisierungen auf x86 nach wie vor eigentlich nur VMware zur Verfügung (ok, nur für Linux als Gast gäbe es da noch mehr) — kommt Zeit, muß ich mir mal Red Hats Xen-Geschichte angucken, grade für Entwicklungsumgebungen halte ich Servervirtualisierung für eine sehr gute Idee.
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[sup]1[/sup] Ich nutze seit ca. 2000 VMware auf Linux-Rechnern als Mittel zum Zweck, d. h. Zugriff auf die im realen Berufsleben unverzichtbaren MS-only Programme. Am Office-Crap kommt man meines Erachtens in der geschäftlichen Korrespondenz nicht vorbei. Open Office konvertiert auch 2007 noch nicht 1:1; frühere Lösungen, deren Namen mir nicht mal mehr einfallen – es gab um 1998 herum eine Suite, die Unternehmen mindestens unter Solaris als unternehmensweite Alternative zu MS-Office angepriesen wurde, erinnert sich noch jemand? –, litten unter vergleichbaren Problemen. Und selbst wenn ich ein .doc eines geschäftspartners lesen kann — welche Eindruck macht es, wenn mein mit Drittprogrammen erstelltes .doc, z. B. ein Angebot, beim Empfänger wegen anderer Interpretation der Formatanweisungen aussieht wie Kraut und Rüben? Aber das ist schon wieder ein anderes Thema ;)
[sup]2[/sup] Sun gibt für mich insbesondere im Bezug auf das Remotemanagement ein ähnlich trauriges Bild ab wie z. B. FSC. Wenngleich auch HP leider beim Wechsel von iLO auf iLO2 der Versuchung, nützliche, wenn nicht elementare, Features einfach mal zu streichen (
Good-bye, REMCONS) unterlegen ist: über einen sehr weiten Bereich setzt HP eine von Features und Handling nahezu identische, über die Jahre (remember RIL-OE? ;)) stringent weiterentwickelte, LOM-Plattform ein. Sehr angenehm, wenn man Serverzahlen im vierstelligen Bereich zu beackern hat und sich nicht für jedes neue Modell neue, super-kryptische Kommandos merken muß — und da Zeit == Geld, ist dies ein klarer Wettbewerbsvorteil. Für HP …