Wie das nun einmal so ist … Da gibt es ein benötigtes Programm (ein Abrechungsprogramm für Heilpraktiker), welches entweder bißchen Text und notfalls noch ‘n Logo zusammen mit dem Abrechnungstext drucken kann — oder aber nichts dergleichen, wenn man richtiges Briefpapier, so altmodisch in schwerer und bedruckt, verwendet.
Nun mag man sich aber auch für Briefpapier mit Logo und so entscheiden, welches anlaßabhängig als Informationsschreiben, Aushang, Rechnung, … der verschiedenen in der Praxisgemeinschaft agierenden Heilpraktikern verwendet werden kann. Die Pflichtangaben bei Heilpraktikern sind etwas anders als bei z. B. ‘ner GmbH und der subtile Unterschied zwischen Seite 1 und den folgenden Seiten wird spätestens dann läßtig, wenn man mangels multipler Einzugsschächte dauernd das Papier wechseln müßte. Abgesehe davon ist auch der papierne Durchsatz einer Naturheilpraxis nicht so hoch, daß n-tausend Blatt nur so durch den Drucker rauschten …
Wie auch immer, das Problem war nun, daß auf das mit Logo, Anschrift, Namen und Kommunikationsadressen versehene Briefpapier nun jene Abrechnungen gedruckt werden sollten. Mit Praxisadresse usw. druckt das fragliche Programm die Absenderzeile für Fenster-Briefumschläge, die Bankverbindung — aber eben auch einerseits doppelt und andererseits über den vorbedruckten Bereich die Praxisdaten (Name, Anschrift, …).
Alternativ kann das Programm eben auch nur die Adresse und die entsprechenden Abrechungsdaten drucken — dann fehlen bei diesem Briefpapier aber die Absenderzeile für Fenster-Briefumschläge sowie die Bankverbindung. Hrmpft.
Klar kann man jetzt einfach mit OpenOffice’ »Writer«-Anwendung diese Daten platzieren, das Praxisbriefpapier in einem ersten Durchlauf damit bedrucken und schließlich dieses vorpräparierte Papier zur Rechnungsdruck verwenden. Finde ich aber plöd; sowas sollte ich auch automatisch gehen, irgendwie‽
Und tatsächlich, die quick-and-dirty-Lösung geht über cups-pdf, einen Ausdruck-nach-PDF-Datei-Druckertreiber und pdftk, dem coolen PDF-Toolkit:
If PDF is electronic paper, then pdftk is an electronic staple-remover, hole-punch, binder, secret-decoder-ring, and X-Ray-glasses. Pdftk is a simple tool for doing everyday things with PDF documents. Keep one in the top drawer of your desktop and use it to:
- Merge PDF Documents
- Split PDF Pages into a New Document
- Rotate PDF Pages or Documents
- Decrypt Input as Necessary (Password Required)
- Encrypt Output as Desired
- Fill PDF Forms with FDF Data or XFDF Data and/or Flatten Forms
- Apply a Background Watermark or a Foreground Stamp
- Report on PDF Metrics such as Metadata, Bookmarks, and Page Labels
- Update PDF Metadata
- Attach Files to PDF Pages or the PDF Document
- Unpack PDF Attachments
- Burst a PDF Document into Single Pages
- Uncompress and Re-Compress Page Streams
- Repair Corrupted PDF (Where Possible)
Pdftk allows you to manipulate PDF easily and freely. It does not require Acrobat, and it runs on Windows, Linux, Mac OS X, FreeBSD and Solaris.
Wieder was dazugelernt; pdftk lernte ich erst bei der gestrigen Google-Session nach Lösungen für mein Problem kennen. Mit diesen beiden Bausteinen – einem von Windows aus ansprechbaren Netzwerkdrucker, der PDFs ablegt (cups-pdf) und einem PDF-Manipulationstool (pdftk) war der Rest mehr oder weniger ein Selbstgänger:
- Unter Windows cups-pdf als Postschript-Drucker anlegen
- Das Programm darauf trimmen, darüber zu drucken (es druckt ausschließlich auf den Standardrucker – Halleluja!)
- Eine Vorlage erstellen (mit OpenOffice Writer), die einzig die Absenderzeile und die Bankverbindung beinhaltet (hierbei darauf achten, daß Textboxen mit »no fill« mit einem 100% transparentes Weiß gefüllt werden, dann gibt’s keine überraschenden weißen Überdeckungen) und diese nach PDF exportieren
- Periodisch (ich mach’s minütklich per cron) etwaige PDFs in /var/spool/cups-pdf/ANONYMOUS/ mit etwas in der Art »pdftk $file stamp OOtemplate.pdf output /var/tmp/$$-tmpfile.png && rm $file && lpr -Pcooler_drucker /var/tmp/$$-tmpfile.png && rm /var/tmp/$$-tmpfile.png« verwursten und ausdrucken lassen
Noch nicht das Optimum, aber mal eben für einen späten Abend gar nicht mal so schlecht ;)