Vodafones Einwegkommunikation 2.0

Das schnell zu den Akten … ich schrieb im Vodafone-Blog zum twittermon-Artikel:

#143 Kai ‘wusel’ Siering Says:
Juli 21st, 2009 at 1:40 am
@Carmen Hillebrand (#52):
»Offenheit bedeutet aber eben auch, daß wir durchaus konträre Positionen stehenlassen sowie Inhalte, die wir nicht teilen. Dies wird gerne von unseren Kritikern, Euch, als “fail” bezeichnet, wir bauen darauf, daß wir nur durch diese Offenheit einen Dialog haben können, auch wenn wir lieber positive Kommentare lesen würden.«
Jetzt mal ehrlich, bis auf den letzten Absatz, Stil hin oder her, mag das ja noch ein netter Blogpost sein; aber was bitte erwartet Ihr ernsthaft auf ein »Seit drei Monaten habe ich ein neues Handy, das HTC Magic mit Internetanschluss. Tolles Ding, mit wenig Knöpfen dran, das ist äußerst praktisch. Mein altes Handy hatte viel zu viele Knöpfe. [...] So geht mir nichts mehr verloren und meine Handyrechnung beschert mir seitdem auch keine böse Überraschung mehr.« als Abschluß eines solchen Posts?
Das HTC Magic ist unterhalb monatlich 59,95€ nicht einsetzbar (SuperFlat Internet; SuperFlat Internet Wochenende würde mir ja reichen bei denn paar Anrufen, beinhaltet aber nur 200 MB/Monat zzgl. »0,49 Euro proMB« ab MB 201 => worst case also Privatinsolvenz, wenn so ein Always-On-Gerät mal datenhungrig wird; die Option Vodafone live! InternetFlat, die da einen o2-ähnlichen Fallschirm aufspannen würde ist, lt. Aussage des Shopangestellten, mit den SuperFlat-Tarifen nicht buchbar!) und beinhaltet dann »VideoTelefonie1« (kann das HTC Magic nicht; peinlich eigentlich), »Basiskanäle von MobileTV15« (mit dem HTC Magic nicht nutzbar) sowie »3.000 SMS und 1.500 MMS aus dem deutschen Vodafone-Netz ins deutsche Vodafone-Netz« (abgesehen davon, daß ich vorher nicht weiß, in welchem Netz die Zielnummer ist, ein tolles Angebot, 4,17 SMS und 2,01 MMS darf ich also je Stunde schicken …) — reife (zwangsweise bezahlte aber nicht wirklich nutzbare) Leistung! Vielleicht hat Frau Hamelmann ja wirklich ein unbegrenztes Telekommunikationsbudget, mich schmerzt das »Eintrittsgeld« in die mobile Kommunikation bei D2 schon, irgendwie …
Und, nur am Rande: Schon mit dem N95, und das ist mittlerweile aaaalt (hat aber noch immer eine deutlich bessere Kamera als das Magic :() und der besagten Vodafone live! InternetFlat war seit langem das Hochladen von Bildern möglich; ich hab’s mit locr gemacht, flickr & Co. gehen sicherlich auch.
Neu am Magic ist eigentlich nur die Anzahl der gleichzeig möglichen, den Akku leersaugenden, Programme (und der Komfort, wie man diese auf sein Handy bekommt), dumm ist aber die Laufzeit von, na, mit Chance 8 Stunden »always on«.
Also, mit Verlaub, ein solcher Text gehört nicht in eine Blogumgebung, damit schafft man jedenfalls keine »Offenheit« und bekommt auch nur schwerliche »positive Kommentare«, da die Story hanebüchen, ja, sorry, bullshit ist. Jedenfalls für jemanden, der nicht erst mit dieser tollen Kampange angefangen hat, das Internet mobil *zu nutzen* …

 
Die Kommentare sind mittlerweile geschlossen; eine Replik der Vodafone gab es nicht – Dialog 0.0. Gut, sicher, man mag dagegen halten, daß Vodafone/deren Marketeers nach dem 211. Kommentar zum Beitrag von Ex-Schnutinger Ute Hamelmann die ausufernde Diskussion offensichtlich morgens am 22.07.09 beendet haben, auch hier die Reißleine gezogen. Macht es das besser?
Ich finde nicht; eine Kampange im Web 2.0, die eine sogenannte »Generation Upload« adressiert, kann nicht einfach den Dialog beenden, den die Wahl des Mediums Blog impliziert. Klar, technisch kann man das. Bedeutet aber, daß der ganze – in der Pressekonferenz auch arg bemüht kommunizierte – Web-Zwo-Null-Zinnober nichts als der Versuch ist, dummdreißte Werbesprüche in einem Web-Zwo-Null-Gewand an den »Uploader« zu bringen. Im Westen also doch nchts Neues. Gut, wie kein kleines Kind auch jegliche Aufmerksamkeit – und sei es der Zorn des Elters ob der Quengelei – als Erfolg verbucht, so gilt für Werbetreibende auch eher das Motto: »Aufmerksamkeit um jeden Preis«.
[ ] Vodafone hat verstanden.
Denn Wochen nach der Pressekonferenz gibt es nach wie vor eben keine »Uploader« anziehenden Tarife. Es gibt im Vodafone-Blog täglich einen Beitrag, der sich weder mit bisherigen Geschehnissen rund um die #Vodafail-Kampagne zu auseinandersetzt noch irgendwie den Anschein erweckt, etwas anderes zu sein als die Abarbeitung der im Fünf-Wochen-Plan vorgesehenen Posts. Schade.
In Anlehnung an einen anderen Spruch – »nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich« – bleibt also festzustellen, daß die Wahl einer Blogsoftware (ich tippe mal auf WordPress, auch wg. <link rel="stylesheet" href="http://blog.vodafone.de/wp-content/themes/vfblog/style.css" type="text/css" media="screen" />) nicht automatisch eine Website zu einem (We-)Blog(-buch) macht. Auch hilft es wenig, »Blog« drüber zu schreiben, wenn man »Kundeninformation« meint.