Abrechnung mit Android

So geekig-geil ich auf [m]ein erstes Android-Gerät war, so ernüchtert bin ich dann doch vom – bar bezahlten¹ – HTC Magic der zensurgeilen Vodafone.
Pros & Cons

Pro Con
Das Magic hat einen grade noch ausreichend großen Bildschirm zum mobilen Surfen Der Bildschirm ist wirklich bestenfalls »grade groß genug«; direkter Support für Flash-Videos existiert nicht (jedenfalls nicht kostenfrei: das gehört aber dazu), PDF-Viewer ebenfalls Fehlanzeige (gibt’s im Market, keines der getesteten taugt auch nur annähernd)
Kontaktverwaltung vorhanden Es existiert kein offensichtlicher Weg, die – umfangreiche und über Jahre gepflegte – Kontaktliste von einem Symbian S60-Gerät zu importieren
Kameramodus und Videomodus vorhanden; Fotos werden automatisch GEO-tagged … Die Kamera ist, im Vergleich zum Nokia N95 (2+ Jahre auf dem Markt!), mehr so eine kostenlose Beigabe; die Steuerung über einzig den Trackball ist fehleranfällig, die Bilder generell out-of-focus. Die Lichtstärke der Kamera hat bestenfalls E71-Niveau, immerhin werden die Farben in etwa korrekt wiedergegeben. Der Videomodus mit weniger als VGA-Auflösung ist 2009 … in-dis-ku-ta-bel
Schon erstaunlich große Auswahl an »Apps« im Android Market Die Qualität der Anwendungen, der »Apps«, schwankt beträchtlich; für einige – für mich als Blogger elementare – Funktionen ist das »rooten«, also die Umgehung einiger Vorkehrungen gegen den UID-0-Zugang seitens des Herstellers notwendig: warranty void
Klein, schlank, wenig Knöpfe, gefällige Bedienung Im Gegensatz zum G1 fehlen dem »G2«/HTC Magic neben dem Hardware-Keyboard auch noch separate Tasten zur Fotografie; leider erwartet manche »App« den Druck auf Tasten, die das Magic und auch das HTC Hero schlicht nicht vorzuweisen haben. Und daß der Startbildschirm und die Telefonapplikation nur hochkant funktionieren … ist ziemlich dämlich, wenn man mit einer Halterung das Magic im Querformat für die Navigation im Auto anbringt :(

Kurzum: DAS Telefon verkörpert auch die aktuelle Android-Generation nicht für mich; der Weg ist latent richtig (wobei ich UID-0 sein möchte ohne Klimmzüge und ohne Garantieverlust), im Prinzip suche ich wohl ein Gerät mit Maemo- oder Android-Unterbau, bedienbar wie das N810 (BTW, der »kapazitive« Touchscreen ist toll, wenn der Androide in meiner Hand ist; an der Windschutzscheibe muß ich eigentlich das Ding mit zwei Händen anfassen, damit das sicher funktioniert … das ist, äh, unvorteilhaft) in der Größe des Magic und mit mindestens den Mulltimedia-/Kamera-Eigenschaften des Nokia N95 – von dessen Cam ich nach wie vor sehr angetan mit, super Ding für ‘ne Telefonknipse –, hachja …
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¹ Naja, einen ganzen Euro hatte ich, der chronische Kartenzahler, dann grade noch in bar da.

Genau, wehret den Anfängen!

Thomas Oppermann, »Schatten-Innenminister der SPD« (wobei, für Schatten bräuchte die SPD erst einmal wieder Licht am Ende des Tunnels …), teilte Spiegel Online mit:

SPIEGEL ONLINE: Ein Produkt der Innenpolitik der Bundesregierung ist die Piratenpartei. Wie will die SPD die Generation Internet zurückgewinnen?
Oppermann: Die Piratenpartei wird eine vorübergehende Erscheinung sein. Das Internet gehört allen und wir werden es nicht zulassen, dass es sich eine kleine Minderheit aneignet und selbst die Regeln bestimmen möchte. Ich finde die Piratenpartei intolerant.

 
Das klingt aber schon arg nach dem Bock, der den Gärtner gibt: die Piratenpartei erlebt in Deutschland meines Erachtens grade deshalb einen Höhenflug – der, da stimme ich mit Oppermann überein, sich nur schwer über die nächste Legislatur wird retten lassen können –, weil sie als einzige Organisation/Partei merklich dem politischen System und dessen Versuchen, sich »das Internet« anzueignen und mit neuen, aus der Steinzeit entliehenen Regeln, kaputt zu machen versucht, sich entgegenstellt.
Nicht die Piratenpartei versucht, sich »das Internet anzueignen«, diesen Vorwurf müssen sich die Großkoalitionäre schon selbst gefallen lassen. Und den, daß sie nicht wissen, was sie da tun — und trotzdem weitermachen. Extrapoliert man von der grob fahrlässigen Behandlung internet-naher Themen in der bundesdeutschen Politik auf andere Themenfelder, dann wird nur zu klar, daß es eben keine Experten sind, die da Gesetze zum Thema X, Y oder Z machen. Und das Weitsicht für Bundespolitiker bedeutet, daß sie bis zur nächsten Landtagswahl in einem Bundesland planen, bestenfalls bis zum nächsten Bundes-Wahltag.
Und, siehe Beispiel Rente, das ist sogar belegt (2002, 2009). Es wird allerhöchste Zeit: Zeit zum Ändern.