Herbst. Nebel. Schmuddelwetter.

(Blogged via flickr)

Heute morgen, gefühlte Luftfeuchtigkeit 101%, alles grau in grau. Und feucht, richtig feucht. Vorbote des naß-kalt, was dann bald kommen wird. Ich bin nicht wirklich entzückt.

Kamera: HTC HTC Magic

Pay for Ads

Nachdem die RTL-Gruppe schon seit Jahr und Tag versucht, den Einstieg in den Ausstieg der Free-TV-Kultur in der deutschen Fernsehlandschaft einzuleiten und dies zumindest für HDTV durchziehen will, kommt nun auch Pro7Sat1 mit Plänen zur Umwandlung von Free- in Pay-TV um die Ecke:

Der hochverschuldete Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 vollzieht eine Kehrtwende. Deutschlands größte private Sendergruppe will sich künftig nicht mehr hauptsächlich auf Einnahmen aus dem Verkauf von Werbezeiten verlassen und plant langfristig Nutzungsgebühren für die Zuschauer von Pro Sieben, Sat 1 und Kabel 1. [...]
Der Konzern plant, für bisher frei empfangbare Sender wie Pro Sieben, Sat 1 oder Kabel 1 von den Zuschauern eine Nutzungsgebühr zu verlangen. “Für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ist es enorm wichtig, dass wir Beziehungen zu den Endkunden aufbauen, etwa über Pay-TV, Video-on-Demand oder andere Geschäftsmodelle”, unterstrich Ebeling. [...]

 
»Beziehungen zu Endkunden«, ahja. Da Pro7Sat1 finanziell nicht grade gut dasteht …

ProSiebenSat1 ächzt im Gegensatz zum Konkurrenten RTL Group unter einem gewaltigen Schuldenberg. Dem Konzern bleibt gar nichts anderes übrig, als die Kosten massiv zu senken und neue Einnahmequellen zu erschließen. [...]

 
… dürfte dieses »FreeTV-Abo« nichts weiter bedeuten als eine Grundverschlüsselung der P7S1-Sender über Satellit. Also weiterhin ausgedehnte Werbeunterbrechungen, Einblendungen ins laufende Programm und die Intelligenz von Glühwürmchen beleidigende Gewinnspiele. Konsequenterweise darf man erwarten, daß P7S1 dafür, wie auch beim HDTV-Angebot, auf die unsägliche HD+-Plattform setzt, die ausgedehnte Gängelung des Benutzers ermöglicht, also sendergesteuerte Aufzeichnungsverbote, Verhinderung des Überspringens von Werbepausen, …
Wenn das die Vorstellung von P7S1 von »Beziehungen zu Endkunden« ist, dann möchte ich zumindest in der Beziehung doch lieber beziehungslos bleiben. Wo bleibt der Benefit für den »Endkunden«, was ist die Mehrleistung für die geplante »Nutzungsgebühr«? Niemand zwingt P7S1, ihre Programme überhaupt zu senden; ob ohne inhaltliche Änderung das Gros der Noch-Zuschauer bereit sein werden, für das Angebot der P7S1-Gruppe zu zahlen, würde ich bezweifeln.
Funktionieren kann eine solche Strategie, wenn die Konkurrenz – hier: die RTL-Gruppe – mitzieht, und RTL war ja schon vor Jahren auf diesem Trip. Mit dem Wegfall der Sender von P7S1 – Pro7, Sat.1, Kabel1, … – und RTL – RTL, RTL II, VOX, … – würde es dann schon relativ einsam im FreeTV, dadurch könnte es durchaus »Bedarf« beim Zuschauer geben für ein kostenpflichtiges Angebot, selbst, wenn es von Werbung durchsetzt wäre wie heute …