
Für den Fall, daß es hier noch nicht prominent zu lesen war: es gibt seit Juli 2010 ein Programm namens ‘Telekom Entertain Backstage’ (Details siehe z. B. bei phpman89.de), bei dem ‘erfahrene Nutzer’ in unregelmäßiger Folge Vorab- bzw. weiterführende Informationen zum Entertain-Produkt erhalten, gepaart mit einem direkten Ansprechpartner für eigene oder auch weitergeleitete Fragen. Die Teilnehmer sind teils Blogger, Forenbetreiber sowie auch einige T-MA; auch ich wurde seinerzeit angesprochen und habe als Neugiernase natürlich dankend das Angebot angenommen :)
Den letzten Termin zur IFA ’10 mußte ich leider krankheitsbedingt sausen lassen, ebenso war es mir leider nicht möglich, zum Demo-Termin für eine der ersten LIGA total-3D-Übertragungen zu gehen; schade, denn insbesondere dem inszenierten 3D-Hype stehe ich ja doch arg skeptisch gegenüber. Im Kino wie im Heimkino, insbesondere aber im Letzterem. Ich zumindest habe grade erst vor zwei Jahren den Schritt von PAL auf Full-HD vollzogen – und warte noch immer auf Full-HD-Sendungen in mehr als homoöpathischen Dosen. Außer den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es ja noch immer keine frei empfangbaren oder auch nur kostenlosen HD-Sender¹, und selbst jene senden leider nur in 720p. Für hochauflösende Werbung und ansonsten überwiegend hochgerechnetes Altmaterial allerdings zahle ich sicherlich nicht extra — zumal RTL & Co. für das Plus an Kosten mir ja auch mit »HD+« ein Plus an Restriktionen aufbürden wollen: Bei »HD+« müßte ich dafür zahlen, daß ich weder Timeshift richtig nutzen könnte noch Werbe- oder sonstwie uninteressante Blöcke überspringen.
Anyway, ich schweife ab; heute war wieder ein »Entertain Backstage«-Termin bei der Deutschen Telekom in Bonn, heute ging es um die seit Anfang der Woche angebotene neue MediaReceiver-Generation, insbesondere den
, außerdem um einen Ausblick auf kommende Entwicklungen. Man scheint zur CeBIT ein paar neue Features bereitstellen zu wollen; ich würde Interessierten am Thema daher die Verfolgung der CeBIT-Berichterstattung nahelegen. Zum MR303 hingegen bin ich mir relativ sicher, was ich weitergeben darf, denn, wie gesagt, das Ding ist ja schon im Handel :-)
Mit dem MR303 und MR102 läutet die Telekom einen Generationswechsel ein, wobei Stand heute es »vor Kunde« keine Unterschiede in der Funktion gibt. Oder, um es drastischer zu formulieren: auch die neuen Receiver verfügen über zwei – bis auf die »Ladebuchsenfunktion« nutzlose – USB-Ports. Wie schon bei meinem seinerzeit käuflich erworbenen X301T sagt das Handbuch, daß eine kommende Systemsoftware diese mit Funktion erfüllen würde — bis dahin ist es praktisch nicht mehr als eine 5V-USB-Ladebuchse. Entsprechendes gilt für den eSATA-Port der neuen Receiver; Stand heute gibt es in der Software von Microsoft (»Mediaroom«) keine Nutzfunktion für USB oder eSATA.
Und an dieser Stelle muß ich dann auch mal mein Unverständnis verbalisieren: seit dem Kauf meines X301T warte ich auf die – im Handbuch zugesichterte –
»Freischaltung«/Unterstützung der 2 DVB-T-Empfänger sowie der 2 USB-Ports des X301T. Über die DVB-T-Empfänger mag ich mich gar nicht aufregen, denn zumindest in Gütersloh ist DVB-T auch nur eine GEZ-Alibi-Veranstaltung, ohne Dachantenne habe ich nur »Überall Rauschen« statt »Überall Fernsehen« … Aber die USB-Ports hätten schon vor Jahren zum Anschluß einer USB-HDD Verwendung finden können, um Aufnahmen zu archivieren oder – s. u. – bei einem Recorderwechsel zu übertragen.
Oder, in Zahlen: seit 2007 haben es Deutsche Telekom und Microsoft nicht geschafft, die vorhandenen USB-Ports mit Funktion zu erfüllen. Drei bis vier Jahre ohne Innovation — ich hätte mich als Verantwortlicher längst nach einer aktiver unterstützten bzw. weniger beschränkten Plattform umgesehen …
Die Schwäche der Microsoft-IPTV-Plattform wird aus meiner Sicht auch an anderen Stellen überdeutlich: seit »jeher« kann die Plattform nur mit einem Recorder pro (DSL-) Anschluß umgehen, und wenngleich man über’s eigene Netz von einem zweiten MediaReceiver auf die Aufnahmen des ersten, der die Recorderfunktion hat, zugreifen kann (können soll; not yet tested myself), funktioniert das, trotz 100 MBit-Ethernet-Schnittstellen nicht für HD-Aufnahmen (ausweislich der Systeminformation, die 3 SD, 0 HD Aufnahmen nennt). HD-Aufnahmen kann man nur am Recorder selbst abspielen – auch dies ist seit drei, vier Jahren unverändert. Insbesondere die Beschränkung auf ein Aufnahmegerät (pro Anschluß) war schon 2007 nicht zeitgemäß … Zusammen mit 3D, was ja immer auch HD ist, kein positives Feature.
Bislang war das für mich nur ein akademisches Thema, da ich nicht vorhatte, mir einen zweiten Entertain-Receiver zuzulegen; abgesehen davon, daß der eine Familienfernseher, an dem u. a. der X301T hängt, eher ausreichend ist für meine Familie, störten mich die diversen Beschränkungen der Entertain-Plattform (keine Sicherungsmöglichkeit der Aufnahmen (fehlende USB-Funktion, s. o.), nur ein Aufnahmegerät, ohne funktionierendes DSL auch kein Abspielen vorhandener Aufnahmen (die Aufnahmen liegen wohl verschlüsselt auf Platte und eine Wiedergabe wird nur mit Kommunikation mit dem Entertain-Backend ermöglicht – DRM ist
Allerdings wurde uns heute im Rahmen des Termins der MR303 überlassen, sodaß ich seit heute die »Multiroom«-Möglichkeiten testen könnte.
Vor diese Nutzung haben Telekom und Microsoft aber diverse Hürden gestellt, die ersten will ich hier kurz anreißen.
Die Inbetriebnahme des MR303 war eigentlich geplant parallel zum X301T
– ich bin ein Freund von Redundanzen und Parallelbetrieb auf Zeit. Leider sind die IR-Codes der X301T- und der MR303-Fernbedienung identisch – es wäre Parallelbetrieb also auf einem ganz neuen Niveau. Somit mußte ich den X301T stillegen und an dessen Stelle den – schnelleren – MR303 packen — mit der Folge, daß, nachdem im Menü der MR303 die Recorderfunktion erhielt, alle Aufnahmen des X301T nicht mehr verfügbar sind. (Meinem Verständnis nach auch dann, wenn der X301T noch im Netz wäre; will verify this later.)
Die Erstinbetriebnahme des MR303 war dann auch ein Aha-Moment: nach gefühlten 42 Reboots (wohl weniger als 10, aber immerhin) endlich kam der MR303 mit mehr hoch als keinem Videosignal oder einem kurzen “bitte warten Sie”-Schriftzug. der kurz danach wieder durch Reboot des MR303 verschwand. Irgendwann kam dann die Meldung, daß eine neue Software verfügbar wäre, ich habe natürlich aktualisieren lassen. Hernach kam “bitte Sendung mit OK freischalten”, über Menü ins EPG gegangen, dies war vollkommen leer.
Erst nach dem Reboot, der für die Aktivierung der Recorderfunktion notwendig war (Windows CE …), zeigte der MR303 Senderlisten und ein Programm, auch die komische Freischaltmeldung war dann endlich weg.
Ich muß nachher mal im Handbuch nachlesen, ob das so beschrieben ist; ich war nach dem vierten, spontanen Reboot in Folge schon soweit, den – schicken – MR303 als DOA, dead on arrival, zu deklarieren … [Update, 23:55] Nope, von Rebootorgien bei der Erstiinstallation steht nichts im Handbuch. Hmm … Aber Netzprobleme würde ich eigentlich ausschließen, der MR303 hängt parallel zum X301T an einem GBit-Switch, der per VLAN direkt mit dem Router im Keller (Speedbox W503V) verbunden ist, »Wetten, daß?« in HD wurde auch anstandslos übertragen heute abend. [/Update]
Nachdem er nun läuft, macht der MR303 durchaus einen flotten Eindruck, das Menü selbst wird »gefühlt schnell« bedient; mein X301T war da deutlich gemächlicher. Spannend wird es sicher werden, wenn meine Töchter mit ihren Serienaufnahmen für einen Grundstock an paar hundert Aufnahmen wieder gesorgt haben werden, die Umschaltung der Sortierung beim X301T auf »nach Sendung« (oder so; Sortierung nicht chronologisch sondern nach Sendungstitel) führte dann schon zu Denkpausen im signifikanten Minutenbereich — ich werde testweise mal jede »tagesschau« aufnehmen lassen, daß sollte kurzfristig ja doch ein paar Aufnahmen ergeben in den nächsten ein, zwei Wochen.
Zwischenfazit: mit der neuen Receivergeneration baut die Telekom – wieder – vor, aber die verwendete IPTV-Plattform von Microsoft ermöglicht nach wie vor viele der wichtigen und für den Kunden eigentlich selbstverständlichen Möglichkeiten nicht.
Meine älteste Tochter sagte z. B. sofort »Klasse, dann nehmen wir den Neuen jetzt für die Familienaufnahmen« — dies geht aufgrund der Beschränkungen in der IPTV-Plattform auf nur ein Aufnahmegerät nicht. Und selbst wenn das ginge, scheiterte die Bedienung beider Geräte an identischen IR-Codes. (Dies halte ich im übrigen für eine weniger schlaue Designentscheidung; zumindest unterschiedliche Gerätegenerationen müssen nicht nur nicht, sondern sollten auch nicht mit den gleichen IR-Codes arbeiten, das erschwert u. a. nur das Upgrade, Stichwort Parallelbetrieb.) Leider ist auch, Stand heute, eine Umstellung der Kodierung nicht möglich².
Cool ist natürlich, daß mit der Änderung der Recorderfunktion von X301T nach MR303 jener sofort alle Programmierungen übernommen hat — hätte man jetzt die Aufnahmen vom X301T per USB-HDD auf den MR303 ziehen können, würde ich volle Punktzahl geben ;)
Daß schon der X301T 3D-fähig ist, ist respektabel; wenn man allerdings bedenkt, daß 3D derzeit als Side-by-Side übertragen wird, d. h. bei 1280x720p nur 640x720p pro Auge übrigbleiben, ist das gar keine soo große Kunst (die benötigte Bandbreite ändert sich ja nicht signifikant, die Darstellungsarbeit hat der TV).
Derzeit bietet Entertain zwar nach wie vor nicht die Möglichkeiten, die (ya)VDR mir eröffnet (zentrale Aufnahmeserver, auch im Plural; Archivierung auf Platten oder sonstige Medien; schnelle Einbindung weiterer Sender (weitere Satellitenpositionen; IPTV), Wiedergabe überall in meinem Netz auch über herkömmliche WLAN-Router (da Unicast) per mplayer/vlc oder vdr-Frontend; …), aber hinsichtlich der stringenten Benutzerführung ist es tatsächlich kinderleicht zu bedienen, die Umstellung X301T auf MR303 hätte niemand bemerkt, außer vielleicht an der Geschwindigkeit (und der neuen FB, wobei die ja eher optional wäre) — das klappt bei meinen immer mal wieder wechselnden VDR-Menüstrukturen nicht ganz so gut ;)
To be continued …
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² Man mag nun einwenden, daß zwei Geräte in einem Raum ein seltener Sonderfall seien; wie schon ausgeführt, mindestens in einer Übergangszeit beim Ersatz/Upgrade alt/neu kommt dies regelmäßig vor. Während ich verstehen kann, daß der Telekom an einer Fernbedienung für alle Geräte eines Typs gelegen ist, verstehe ich nicht, warum man dies über Gerätegenerationen hinweg forciert.