… aber davon sind wir hier in Westsibirien noch weit entfernt *bibber*
Daily Archives: 2011-02-20
Rücksturz in die Hauptstadt
O2 Joggler – erste Schritte
Ich habe mir aus UK einen o2 Joggler gefischt; das ist ein 2009 zu ca. £150 eingeführter und 2010 für £50 abverkaufter Intel-Atom-basierter Touchscreen-Computer, Linux-based und easy hackable.
Das (erste) Exemplar, welches ein Ex-Kollege mir freundlicherweise direkt mitgebracht hat – Briten versenden nur ungerne nach »Übersee« wie es scheint :-( –, war ein Demo-Gerät, welches nicht mit der orginalen o2-Software lauffähig sein sollte und dafür mit einem USB-Stick daherkam, von der der Joggler Ubuntu Netbook-Remix bootet. Das kommt mir insofern entgegen, als daß mit der o2-Software hier in Deutschland kaum ein Staat zu machen sein wird — die »neue Kühlschranktür« dürfte kaum vollumfänglich hier nutzbar sein:
Überprüfen kann ich’s leider nicht, die orginale Software scheitert an irgendeinem Verbindungsaufbau. Interessanterweise ist eine IMEI-Nummer auf das Gerät geklebt, obwohl es ein reines Ethernet- oder WiFi-Gerät ist. Wird wohl eine virtuelle IMEI sein, denn ursprünglich sollte der Joggler an o2-Telefone (in UK) SMS versenden können …
Naja, mir geht’s beim Joggler mehr darum, einen kleinen, multifunktionalen Linuxrechner mit Eingabemöglichkeit zu haben, sei es als VDR- und Sequeezecenter-Client, FHEM-Frontend, …
Nach ein paar Umwegen läuft der VDR-Client (vdr-sxfe) jetzt einigermaßen auf dem schnuckeligen Kästchen. Benutzte Software:
- Ubuntu Linux for the Joggler von exotica.org.uk
- Squeezeplay aus der gleichen Quelle
- xineliboutput-sxfe von vdreiceiver (Ubuntu 10.10-Pakete aus dem yavdr-Repository)
- xbmc aus Jools’ Joggler PPA
Was noch nicht richtig tut: bei Fullscreen-Darstellung wird das Bild nicht auf die 800×480 Pixel skaliert sondern auf irgendwas Kleineres bei 16:9; 4:3 hingegen wird dann leider unten abgeschnitten. Außerdem fehlt (noch) eine sinnvolle Touchscreen-Bedienung für vdr-sxfe, denn die Onscreen-Tastatur überdeckt weite Bereiche des Bildes; vielleicht läßt sich da was mit Gestenkontrolle machen, es gibt da lustmachende Videos:
Leider habe ich weder dieses XBMC oder den Gestendienst gefunden, und auch die für den Joggler angepaßte XBMC-Version, die PVR-Funktion bietet, bleibt bislang verschollen. »Für den Joggler angepaßt?«
Ja, der Joggler baut auf Intel GMA500 auf, der spezielle (Kernel-) Treiber benötigt, einige Dinge nicht kann und anders als nVidia-Embedded-Grafiklösungen auch kein VDPAU beherrscht. Die VA-Variante (libva statt libvdpau) wird wohl zum Teil unterstützt, aber dies ist wiederum softwareseitig bei Linux und den einschlägigen Libraries noch nicht angekommen (lies: nicht für vdr-sxfe
Für die ersten Schritte ist das – für mich – erst einmal OK, da ich nun nicht nur am Schreibtisch oder der (mitgemieteten) alten Röhre TV gucken kann, sondern auch am Nachttisch — der VDR-Server zu Hause macht’s möglich. HD-Inhalte allerdings bringen nur Probleme, da fehlt einfach das HD-Decoding per Grafikchip, keine Ahnung, inwiefern da noch Hoffnung beim GMA500 besteht. (Da HD eh’ auf die 800×480 Pixel der nativen Auflösung runtergerechnet werden
ist der Sinn von HD hier natürlich eh’ fraglich — wenn man aber Aufzeichnungen in HD vorliegen hat, wäre es schon schön, würde die Joggler-Hardware runterskalieren können.)
Ein weiteres nettes Feature ist in meinen Augen die Squeezeplay-Anpassung für den Joggler, die vom Touchscreen Nutzen zieht, man kann seine Musik also am Gerät selbst auswählen, per Bildschirmberührung. Die ersten Versuche liefen erfolgreich, und meinen SqueezeCenter-Server im LAN fand Squeezeplay auch sofort; nur wie das später in Berlin über’s VPN laufen wird, erschließt sich mir noch nicht. Bei Squeezslave gebe ich das Zielsocket des SqueezCcenters an, ob das bei Squeezeplay auch geht, weiß ich (noch) nicht — habe zwar eine Einstellmöglichkeit gefunden, aber ob das dann auch über geroutetes VPN geht, werde ich heute abend sehen … (Update: Tut tadellos.) Aber die Steuerung via Android-App klappt ;) Cool runnings!

