Studivz — die allmorgendliche Zusammenfassung

Die Gastgewerbe Gedankensplitter machen sich am Mittwoch Gedanken über den Wert den Datensammlung, die es Dank und in Studivz nun gibt.

Ich sehe weniger die Gefahr, daß Bewerber, die sich auf traditionellen Wegen bewegen, vom Arbeitgeber gescannt und ausgesondert werden, als die Chance, daß Arbeitgeber in solchen Portalen aktiv nach geeigneten Bewerbern suchen. Wo anders kann man sich als Arbeitgeber einen Teil des Freundeskreises von Bewerbern anschauen, wo einen Blick werfen in Fotoalben mit Fotos seiner Familie?

 
Mal abgesehen davon, daß das formal wohl Fake-Accounts voraussetzten würde, würde dies allgemein von Human ResourcesPersonalabteilungen praktiziert: durch die freizügige Verlinkung kann ein Außenstehender über die vom Nutzer gepflegte Liste »meine Freunde« einfach auf z. B. unvorteilhafte Bilder des Nutzers bei einem Freund kommen, wobei weder Freund noch Nutzer – zum Datum des Einstellens – die Bilder mit der Unterhose auf dem Kopf am Strand von Ganzweitweg in der Morgendämmerung problematisch fanden.
Konsturiert? Unvorstellbar? Eigentlich nicht: Man kann das dieser Tage sogar live nachvollziehen: Man sehe sich nur die aktuellen Aufräumaktionen im Umfeld des Studivz-Mitgründers Ehssan Dariani an — welche Ausmaße das revidierte Verständnis bzgl. der öffentlichen Zurschaustellung der eigenen und befreundeter Personen haben kann, kann man auch rechts am Screenshot von Googles Cache sehen.
Und wer es noch immer nicht glaubt: heise online berichtet unter dem Titel »Säuberung von Jugendsünden aus der Online-Geschichte« über eine entsprechende Unternehmensgründung.
In dem Zusammenhang sei ein Verweis auf den aktuellen Blogeintrag auf YAMB.BETA² verwiesen:

Während gestern noch unklar war, ob und welche Inhalte auf den beiden von StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani registrierten Domains voelkischer- beobachter.de und voelkischerbeobachter.de hinterlegt waren, machte heute ein – in meinen Augen – authentisch wirkender Screenshot die Runde durch Klein-Bloggersdorf und die angrenzenden Redaktionen. […]
Und dann? Dann wissen wir, dass Dariani nicht nur merkwürdige Filmchen auf Berliner Toiletten dreht, sondern wohl auch jegliches Gespür bei der Gestaltung weböffentlich verbreiteter Partyeinladungen vermissen lässt.

 
Falls das, das dort angedeutet wird, sich als wahr herausstellen sollte – das Bild zeigt, bei vierfacher Vergrößerung besser erkennbar, etwas, daß dem Studivz-Logo ähnelt sowie eine Text. der auf einen Kontext Studentennetzwerk hindeuten könnte –, dürfte es Studivz auch als Firma, durch die Verquickung mit Ehssan Dariani, schwer haben, da sauber rauszukommen, ohne sich völlig von Ehssan zu trennen.

Update: Mittlerweile wird dieses bei turi2 unter dem Titel »Dummer Junge.« konkretisiert.

Da nützten dann auch noch so viele Imagefilmchen nichts, wie der, der bei Robert Basic just verlinkt wurde.
Wobei: so ganz PR-optimal ist der Film ja auch nicht, der geneigte Flashfilmchenschauer achte auf die Texte auf der Eingangstür, auf die Beteuerung Ehssans, daß seine »Interviewpartner« ja immer wußten, daß er sie interwiewe und insbesondere auf das, was »einer der wenigen Techniker bei Studivz« der Zielgruppe rät: macht nicht soviel IM sondern vorzugsweise mehr AUSSERHALB des Studivz … Die PR kommt noch immer etwas studentisch-unvollkommen rüber ;)