Studivz hype explained for Technorati-Users

As the recent interesst in British Company Studivz Ltd., which is, upto now at least, run by three students (employing roughly 50 people) currently leads to “Studivz” being No. 1 phrase in Technorati searches, lots of people start wondering what all this German (definitely not Dutch ;)) babbling is about.
To put it in a nutshell, one student named Ehssan Dariani saw facebook during his intern at spreadshirt in the US, saw it’s potential for the german and european market and founded Studivz Ltd. with another student and some external money; there are hints that his copycat, Studivz is indeed at least at the CSS level copied from facebook. Others claim this is purely by chance, since both used the same book on website design during development …
Recently, Studivz won the “Online Star 2006″, despite the fact that there are massive problems with site stability for several months now. See article on SPIEGEL online, Dariani blames the hoster for that, who in turn rejects that and claims that the software isn’t as capable as neccessary. Later on, Dariani reveals in the official Blog of Studivz that the software, written one year ago for some hundred concurrent users, does not cope well with several thousand concurrent users using the site today. (English translation via Google available.)
Dariani publishes strange Interviews on the Studivz company blog, the other company founders were found already to have grabbed domains of competitors and lately there was some fuzz about Dariani being the domain holder of voelkischerbeobachter.de and voelkischer-beobachter.de; currently redirecting somewhere else, these domains were allegedly used to invite to a Studivz-Party on 2006-07-15.
While currently the original content is not available in full, parts of it are leaking out. While Dariani claimed satirical intentions before, those site(s) seem to have shown something resembling the “Völkischer Beobachter”; see en.wikipedia.org or de.wikipedia.org … The image, when enlarged, features in the middle something resembling the logo of Studivz, as can be seen by overlaying the enlarged image with a 5% upscaled current logo. Still, it’s unclear whether this is a bad joke on Dariani/Studivz or if it’s one made by him.
More on karsten-wenzlaff.de/, pulse2.0, fimpern.de; German summaries at Customer of Hell and current issues at Rebellmarkt.
An not up-to-date article on Studivz in English from MSNBC is available as well.

Exit

Oh what a day. Aber er fing ja auch vielversprechend an — jedenfalls, was die Nachrichten- und Gerüchtelage rund um das Studiverzeichnis betraf. Nachdem Peter Turi heute morgen die bisherigen Mutmaßungen bestätigte …

Dariani hat vor Monaten zu einer Party seines Studenten-Netzwerkes StudiVZ, das zu den heißesten Startups 2.0 in Deutschland gehört, mit einer umgestalteten Titelseite des NSDAP-Kampfblattes “Völkischer Beobachter” geladen. Anstelle des Hakenkreuzes im Titel stand das StudiVZ-Zeichen. Konsequent schmerzfrei, wie Dariani nunmal ist, hat er für den Party-Gag auch gleich die Adressen www.voelkischerbeo– bachter.de und www.voelkischer-beobachter.de reserviert.

 
…, gab die Blogospähre richtig Gas, dazu gleich mehr.
Vorab noch ein bißchen on-the-fly Montage: Mittels Überlagerung zweier beim Zugriff direkt geladener Bilder wird hier das bislang öffentlich auffindbare Material, dessen Authentizität aber noch nicht bestätigt wurde, um den Faktor 4 vergrößert und dann in der Mitte des Bildes das aktuelle Studienverzeichnis-Logo um 5% vergrößert eingeblendet. Die Paßform ist erstaunlich, viel spricht daher für Turis Aussagen. (Randnotiz: natürlich ist so ein cgi eine Sollbruchstelle, DOSen leicht gemacht. Falls es zu einem Lastproblem kommen sollte … redirecte ich notfalls auf die Kaffeewerbung im Studiverzeichnis, also nicht wundern ;-))
Wenngleich es natürlich schwer fällt, den derzeit in vielen Blogs zu findenden vermeintlichen Ausschnit aus dem angeblichen Dariani-Werk zu vergleichen, so scheint doch dieses GIF eines orginalen V-B Ausgangspunkt für die Bearbeitung gewesen zu sein. Bedauerlich, daß bislang kein kompletter Screenshot aufgetaucht ist; aber letztlich ist das wohl nicht mehr nötig.
Im Studivz-Blog schreibt Ehssan am 22.08. (Hervorhebungen durch mich):

(zensiert: Einige Freunde von mir hatten (zurecht) grosse Bedenken, dass es wieder Ärger geben könnte seitens der pc-Polizei (Für Insider: Stichwort b-day-Einladung und studiVZ-Party vom 15.07….). Leider haben zu viele Leute nicht die geistigen Fähigkeiten den (Un-)Sinn von Satire zu erfassen.

 
Hmm, »pc-Polizei«? Sollte es um den 15.07.06 ob der vielleicht satirisch gemeinten »Bearbeitung« eines »Völkischen Beobachters« und der – vermuteten – Veröffentlichung auf den nun sattsam bekannten Domains schon Stimmen gegeben haben, die Ehssan zum Realitycheck aufforderten?
Hat offensichtlich dann nicht wirklich gefruchtet — und das ist meines Erachtens der Grund, weshalb die Finanziers des »Projektes« Studivz sehr gründlich über die zukünftige Rolle und Stellung Ehssan Darianis, Empfänger des Online Stars 2006 für Studivz, nachdenken sollten.
Obige Äußerungen, demnach wohl rd. einen Monat nachdem »einige Investoren und Freunde daraufhin Ehssan kräftig den Kopf gewaschen haben, er den Fehler eingesehen und Besserung gelobt habe« (Turi) getätigt, deuten für mich auf ein hohes Maß an Uneinsichtigkeit hin. Ob das Grund genug für die Testierung einer Merkbefreiung ist?
Als Aushängeschild müßte der Ideengeber (so zumindest lt. diversen Interviews, wonach er die Idee aus den USA, äh, »mitbrachte«) damit eigentlich Geschichte sein; ich bin gespannt, wie die Studivz Ltd. bzw. ihre deutsche Niederlassung mit dem »erfolgreichen Web-2.0-Unternehmer« (Turi) weiter verfährt.
Zwei, drei Kleinigkeiten in Peter Turis Abhandlung allerdings erscheinen mir einer Kommentierung wert und werden daher im Folgenden hervorgehoben:

Ich bitte Abstand zu nehmen: von Gerüchten, Ehssan sei ein Neonazi, ein Agent der Weltverschwörung oder sonstwas. Das ist Humbug. Ehssan ist ein netter junger Mann, der derzeit viel Erfolg und wenig Schlaf abbekommt, von der Grundkonstitution her nicht zum Grübeln neigt und dringend einen gestandenen Kommunikationsberater braucht.
Also bitte, lieber Blogger-Kollege: Kirche im Dorf lassen. Ehssan ist ein junger Mann, der riesigen Erfolg hat, weil er vif, fleißig und kurz entschlossen ist. Manchmal schießt er über sein Ziel hinaus, soll vorkommen bei 26-Jährigen. Messt ihn bitte an seinen Taten bei StudiVZ, nicht an schlechten Party-Gags, naiven Videos und leichtsinnigen Blog-Kommentaren.

 
Naja. Wie ich schon schrieb: »Irgendwie wäre es nett, wenn Ehssan auch dieses mal erklären würde; wenngleich es seine private Spielwiese sein mag, es wirkt … sonderbar.«
Ein »erfolgreicher junger Mann« ist doppelt, da müssen wir einen abziehen. Warum ein Alter von 26 zur Absolution führen soll, ist nicht nur mir unklar.
An den Taten bei Studivz mögen wir ihn messen? Gerne, nur: liegt die Präferenz auf einer gefakten Grafik aus dem Dritten Reich samt zugehöriger Domains; auf den Veröffentlichungen von »Interviews« mit z. B. nicht ganz nüchternen Frauen auf einem WC oder eher an den Performance-Problemen, die die wenigen Entwickler nach wie vor nicht im Griff haben?
Die Idee hinter Studivz.de ist, wenngleich (nicht nur die Idee?) geklaut, offensichtlich etwas, was viele Nutzer anspricht. Für die ca. 1 Million Nutzer nach eigenen Angaben gebührt Dariani, Brehm und Bemmann Anerkennung, keine Frage. In der Summe aber ergibt sich nicht mehr das Bild eines vorzeigbaren Unternehmens, selbst falls keine der Aktionen, in die das Unternehmnen Studivz verwickelt ist, juristisch angreifbar sein sollte.
Domaingrabbing von Adressen des Wettbewerbs, das Fingerpointing wg. der Performanceprobleme, die an Dritte-Reich-Propaganda ‘satirisch’ angelehnte Studivz-Party-Einladung, dann noch die fragwürdigen Mittel der Werbung in Frankreich und als aktuelles Sahnehäubchen »die Rattenlinie nach Barcelona« — vielleicht kann man ein Unternehmen so aufbauen, müssen muß man das aber glaube ich nicht.
Genug geschrieben, hier noch ein bißchen weiterführender Lesestoff: »StudiVZ Barcelona-Connection: Deine Daten und wer sie bekommt« (blogbar), »StudiVZ-Gründer und der Völkische Beobachter« (visualblog), »StudiVZ: Gib der Anonymität keine Chance!« (YAMB.BETA²), »StudiVZ: Braune Grütze kocht nun doch über« (basicthinking), »Gruscheln bis der Partner kommt« (GoetheBlog), »StudiVZ – Nazigate?« (customerofhell), »Es soll wohl nicht aufhören« (i-jeriko), »copycat« (die-wohnung.com) und »Wir werden sehen.« (betablog).