Bye-bye, Sparc.

Golem spekulierte gegen 10 Uhr, die Bestätigung bei Heise Online datiert von 20:10:

Im Laufe des Jahres will Sun Xeon-Server mit einem, zwei und vier Prozessoren herausbringen. Später sollen auch größere Maschinen folgen, sprich: Acht-Sockel-Server.

 
Wie Heise Jonathan Schwartz, Suns aktuellen CEO, zitiert: »Leave history aside (…) I think there’s opportunity«. Ganz im Stile eines anderen CEOs, der sich nicht mehr gegen die rechenwerkische Überlegenheit des x86-Lagers (Intel, AMD) verschließen konnte und die 180-Grad-Wendung von PowerPC zu Intels Core-Prozessoren vor, nur in IT-Zeitrechnung Äonen gleichenden, rd. 18 Monaten verkündete. Vor rd. einem Jahr präsentierte mit jenem CEO, Steve Jobs, der selbe erfreute Intel-Boss, Paul Otellini, die ersten Intel-Macs … (Interessant in dem Zusammenhang: in der Folge wurde Geschwindigkeit plötzlich zum Thema — wer weiß, vielleicht wird mein nächstes Notebook ja auch ein angebissener Apfel zieren? Als mit drei Maustasten aufgewachsener Ex-Amiga- und aktiver X11-Nutzer kann ich mir das allerdings nach wie vor nicht vorstellen. One button to do it all? Aber ich schweife ab ;))
Fujitsu hält nun noch die Fahne des High-End-Sparc-Lagers hoch; Sun hingegen hinterläßt den Eindruck, als befinde sich Sparc bei Sun Microsystems, wie seinerzeit die Alpha-Prozessoren bei Compaq/HP, in Abwicklung. Nun gut, die Abkündigung der UltraSparc-V-Entwicklung und auch die Ankündigung der Partnerschaft mit Fujitsu-Siemens sind schon ein paar Jahre her. Dennoch bleibt der Eindruck bei mir, daß Sun versucht, über die neue »Partnerschaft« mit Intel den lange abgefahreren Zug quelloffener Software auf x86-Hardware (LAMP und Konsorten) mit (Open)Solaris x86 einerseits und x86-Hardware andererseits noch zu erreichen … Besser spät als nie?
Immerhin finden Sunnies den Deal cool: »I think we get more out of the deal. We use Intel chips in some of our systems, and Intel admits finally that Solaris x86 is the best operating system for mission critical tasks.«
Der Glaube und die Berge?

2 thoughts on “Bye-bye, Sparc.

  1. Ich kommentiere mal nicht deine Allgemeinplaetze wg. “abgefahrener Zug”. Die Fahne SPARC wird mit nichten nur von Fujitsu hochgehalten.
    Rock hatte Tapeout, von Niagara II existieren bereits fertige Testsysteme. Du bist herzlich eingeladen, auf meinem Blog nach beiden Themen zu suchen.
    Intel ist nur ein weiterer Lieferant von Prozessoren im x86 Bereich.

  2. Niagara ist eine nette Idee — was ich in eigenen Tests mit real existierender Software gesehen habe, hat mich nicht wirklich von der Praxistauglichkeit überzeugt.
    Niagara II könnte mehr ein Schritt in die Richtung sein, dieses Design in real existierende Serverfarmen zu integrieren — ich bin jedenfalls auf die ersten (eigenen) Tests auf Seriengeräten gespannt.
    »Rock hatte Tapeout«; nun, UltraSparc V auch, vor dessen Beerdigung. Also mal abwarten, was wirklich auf den Markt kommt …
    Die Weiterentwicklung im Bereich Sparc‐Server jedenfalls sehe ich nicht mehr durch Sun getrieben — MIPS lebt in Accesspoints, DSL-Modems/-Routern usw. ja auch munter weiter, vielleicht wird in ein paar Jahren dort stattdessen ein Niagara-Nachfahre werkeln?

Comments are closed.