Liebe T-Com,

danke für Dein liebes Angebot, mir ein »Call & Surf Comfort«‐Packet aufschwatzen zu wollen. Schon bei Deinem Hotlinerinnen‐Anruf vor ein paar Tagen, wo ich das Wissen um die Höhe meiner monatlichen Telefonrechnung wahrheitsgemäß verneinte, da Du mir seit Monaten Deine tolle Rechnung Online nicht mehr schickst (ich vermute mal, daß Du, wie ganz wenige andere Dienstleister auch, Deine Mailer nicht korrekt aufgesetzt hast, beliebt ist z. B. die Nichtannahme von Mails an die Absenderadresse Deiner Mails — dann wirst Du leider, aber korrekterweise, in den Topf »elendes Spampack« geschmissen und je nach Grad Deiner Fehlkonfiguration bekommst Du 4xx oder 5xx: »Du kommst hier nicht rein!«), meine ich, Deiner netten Hotlinerin gesagt zu haben, daß ich eigentlich eher kein Interesse an dem Paket habe. Naja, kann ja mal vorkommen.
Warum Du mir nun aber jetzt ein Paket anbietest, das bei lächerlichen 6.016 kBit/sec Höchstgeschwindigkeit die Segel streicht, obwohl Du doch anhand meiner extra auf dem Formschreiben mit angegebenen Kundennummer wissen solltest, daß ich grade erst letztes Jahr von DSL 6000 auf DSL 16000 umgestellt habe, das verstehe ich nicht und das kann ich auch nur schwer verzeihen. Verzeihen kann ich diese Verschwendung nicht als Dein treuer Aktionär (Danke übrigens für die 0,72 EUR Dividende 2006; wenn Du derlei unnütze Ausgaben unterläßt, knacken wir 2007 ganz bestimmt den ganzen Euro!) und verstehen nicht als der belästigte Kunde, der wieder mehr Papier in die chronisch überfüllten Papiercontainer stopfen muß für ein nur inakzeptables Angebot.
Um es mit Meister Röhrig zu fragen: »Tut das Not‽« Wenn Dein Computer so schlau ist, anhand meiner Kundennummer meine Adresse rauszusuchen, kannst Du ihm nicht bitte auch beibringen, mir nichts schlechteres anzubieten als das, was ich schon bei Dir gekauft habe?
Und bitte biete mir keine UnFlatrates an. Schon gar nicht mit so feisten Inakkuratien wie dem unanständigen Angebot »Telefonieren Sie rund um die Uhr zum Festpreis und genießen Sie rasend schnelles Internet!«, wenn auf einer anderen Seite doch grade mittels der bedauernswerten Fliegenschiß‐»¹« ausgeführt wird:

¹ Gilt rund um die Uhr für Telefon‐ verbindungen im City- und Deutschlandbereich (keine Mobilfunk- und On1ineverbindungen) von T-Com. Call & Surf Comfort/T-ISDN kostet monatl ich 53,95 €. Mindestvertragslaufzeit 12 Monate. Kündigungsfrist 1 Monat. Die DSL-Geschwindigkeit ist abhängig von der technischen Verfügbarkeit. Bei Verbindungen in Netze einzelner Anbieter erfolgt ein Zuschlag van O,21 Cent/Min. Ob der von Ihnen gewählte Anschluss bei einem solchen Anbieter liegt, erfahren Sie unter 0800 330 9576.

 
Übrigens, ich glaube nicht, daß wir auf der Basis jemals zueinander finden; welcher Pfennig Centfuchser ruft denn schon vor einer x-beliebigen Festnetznummer erst einmal eine 0800er‐Nummer an um zu erfahren, ob er für das folgende Telefonat 0,21 Cent pro Minute wird berechnet bekommen oder nicht? Da ich ja in der Branche auch arbeite, frage ich mich gleich, wie Du es schaffst, daß bei der bestehenden Dynamik immer die korrekte Verrechnungseinheit (0,00 oder 0,21 Cent/Minute) garantiert verrechnet wird? Ist das wirklich den Aufwand wert oder ist es nur die Psychokeule des Ex-Monopolisten mit dem großen Fell‐Fluß? Was kostet eigentlich ein Gespräch nach 032, was eines nach 0175, wenn diese 0175 bei a) T‐Mobile, b) Vodafone, c) e+ oder d) O[sub]2[/sub] liegt? Das hast Du leider nicht geschrieben in Deinem bunten Prospekt. Klar ist nur, daß dieses telefonieren nicht im »Festpreis« enthalten ist.
Kurzum: bitte schick’ mir keine solche Werbung mehr. Ich bin schon groß, habe meine eigene Ortsnetznummer und meine eigenen ISDN-/VoIP‐Gateways und möchte glaube ich nicht Dein verkrüppeltes Pseudo‐Festpreisangebot wahrnehmen. Nein, grade noch mal nachgedacht, ich möchte wirklich nicht. (Wenn Du ein solches Bundle aber mit DSL 16000 und echter Telefonie‐Flatrate (jede inländische Ortsnetz-, Mobilfunk- sowie VoIP‐Nummer (032, 01212, 0180x der verschiedenen Anbieter — go ENUM!) für max. 5 Euro Aufpreis bötest, ja dann vielleicht …)
P.S.: Nein, Arcor, nicht die Hände reiben. Wenn meine Frau Deinem Kaltaquisenervonkel sagt, daß wir »das schnelle« (evtl. war’s sogar der Superlativ) T-DSL haben, dann wundere Dich doch bitte nicht, wenn ich das wenig professionelle – da kannst Du noch ganz viel von der magentafarbenden Alten Dame lernen, echt! – *hust* »Angebot« von Arcor‐DSL 2000 (nachdem Du es doch endlich geschafft hast, auch meinen HVT zu erschließen und nun händeringend, klinkenputzend und kaltaquirierend versuchst, dem Businesscase gerecht zu werden) mit einem angewiederten Blick in den Schredder stecke.
Menno. Du kannst doch ADSL2+. Und bist dann sogar schneller als T-Com, weil Du eben nicht nur 1, 2, 3, 6, 16 zählen kannst. Aber, hey, Du willst doch mich als Kunden, oder? Bei Dir habe ich keine Wahl des Backbones via ZISP — finde ich eigentlich ganz praktisch. Mehr Upstream aber würde mich z. B. reizen … Na komm, streng’ Dich doch noch mal an.

4 thoughts on “Liebe T-Com,

  1. gibt es tatsächlich eine Pflicht, dass eine e-mail Adresse a la dontreply@ eines Versenders replies annehmen müsste? Grundsätzlich muss man das nicht, oder? Insofern halte ich die Methode der SPAM Filterung für etwas weitreichend ;-)

  2. Nun, RFC 2821 sagt:

    MAIL FROM:<reverse-path> [SP <mail-parameters> ] <CRLF>
    This command tells the SMTP-receiver that a new mail transaction is starting and to reset all its state tables and buffers, including any recipients or mail data. The <reverse-path> portion of the first or only argument contains the source mailbox (between “<” and “>” brackets), which can be used to report errors (see section 4.2 for a discussion of error reporting). If accepted, the SMTP server returns a 250 OK reply. If the mailbox specification is not acceptable for some reason, the server MUST return a reply indicating whether the failure is permanent (i.e., will occur again if the client tries to send the same address again) or temporary (i.e., the address might be accepted if the client tries again later).

     

    6.1 Reliable Delivery and Replies by Email
    When the receiver-SMTP accepts a piece of mail (by sending a “250 OK” message in response to DATA), it is accepting responsibility for delivering or relaying the message. It must take this responsibility seriously. It MUST NOT lose the message for frivolous reasons, such as because the host later crashes or because of a predictable resource shortage.

     
    Die Rückfrage bei dem für den angeblichen Absender zuständigen MX, ob eine Antwort (und damit eine downstream auftretende Fehlermeldung) zustellbar wäre (realisiert als Versuch einer Zustellung), ist weder protokollwidrig noch sinnfrei; dadurch werden Doublebounces vermieden als auch Spam‐Mails aktiv unterdrückt. Sie ist auch vollkommen unproblematisch — außer bei willentlich oder aus Unfähigkeit falschen Absenderadressen. Inwiefern dies Verhalten der T-Com eine Verschleirung des Absenders gem. des kommenden Gesetzes darstellt, wird sich zeigen.
    Wichtiger ist in meinen Augen allerdings der Abschnitt 6.1 aus RFC 2821; wenn der empfangende MX feststellt, daß eine Fehlernachricht nicht zugestellt werden könnte, so ist es gem. 6.1 meines Erachtens seine Pflicht, die Mailannahme zu verweigern. Der Test ist trivial durchzuführen (1 MX-Lookup per Mailabsender, 1 SMTP-Verbindung zur Verifikation dorthin mit 5 Kommandos (HELO, MAIL FROM:<>, RCPT TO:<return@path>, RSET, QUIT)), nicht wirklich schwieriger als die Ermittlung des lokalen Empfängers oder des für die Zustellung notwendigen Plattenplatzes.

    4.5.5 Messages with a null reverse-path
    There are several types of notification messages which are required by existing and proposed standards to be sent with a null reverse path, namely non-delivery notifications as discussed in section 3.7, other kinds of Delivery Status Notifications (DSNs) [24], and also Message Disposition Notifications (MDNs) [10]. […]
    All other types of messages (i.e., any message which is not required by a standards-track RFC to have a null reverse-path) SHOULD be sent with with a valid, non-null reverse-path.

     
    Daraus folgt, daß das Absenden von Mails mit einer, bewußt oder unbewußt, nicht empfangsfähigen Absenderadresse nicht den Vorgaben des RFC 2821 folgt (»3. SHOULD This word, or the adjective “RECOMMENDED”, mean that there may exist valid reasons in particular circumstances to ignore a particular item, but the full implications must be understood and carefully weighed before choosing a different course.«). Es ist daher mindestens von Fahrlässigkeit auszugehen, extensive Tests auf alle Aspekte einer Mail inklusive des Bodies sind seit Jahren die Regel …
    Fazit: Es gibt keine explizite Pflicht, daß eine im SMT‐Protokoll eingesetzte Absenderadresse auch Mails empfangen können muß. Es gibt aber im der gültigen SMTP‐Spezifikation die klare Pflicht für einen empfangenden SMTP‐Server, weitestgehend einem Mailverlust vorzubeugen; diese ist durch eine Vermeidung von Doublebounces mit Hilfe von Sender‐Address‐Verifcation erfüllbar.

  3. Wie würde mein alter Englisch Lehrer sagen:
    Du neigst in mehrfacher Hinsicht zu epischer Breite ;-)

  4. Hey, auch wenn die Argumente ausgehen: kein Grund, gleich persönlich zu werden ;) (Davon abgesehen, daß es meines Erachtens »Englischlehrer« heißen müßte ;))

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