SchmuddelVZ reloaded? SchülerVZ startet …

Das verheißt nichts Gutes:

Ehssan Dariani, auch für die Konzeption von schülerVZ verantwortlich, über das neue Projekt: “Mit schülerVZ bieten wir jetzt genau das, was Schüler wollen. Ein eigenes Netzwerk mit den Funktionen, die auch studiVZ zu einem großartigen Erfolg gemacht haben.”

 
Was darf man also erwarten, wieder ein Blog mit einschlägigen filmischen Gemmen und eine braun gefärbte Einladung zum VZ‐Führergeburtstag? Domaingrabbing zumindest wird hoffentlich unter dem neuen Eigner Holtzbrinck nicht mehr praktiziert.
Daß für das intern »pvz« gelabelte neue »VZ« die erfolgreich geexite facebook.com-Copycat »StudiVZ«, sagen wir, Model stand, ist nicht zu übersehen — Banner gibt es trotz anders lautender Links noch keine, die Links auf diese hingegen ergeben Fehlermeldungen mit StudiVZ-Icon (blau statt schwarz) …

“Wir planen und implementieren stets neue Funktionen und ermöglichen es unseren Mitgliedern, gemeinsam mit ihren bestehenden Freunden ihr eigenes Netzwerk aufzubauen”, erklärt studiVZ-Gründer Dennis Bemmann [zu SchülerVZ].

 
Irgendwie habe ich den Eindruck, daß das noch ganz interessant werden kann …

Microsoft Excel 2007: Pimp my flatline

Vor kurzem drüber gestolpert worden: Excel 2007 kann auch aus relativ schlechten Zahlen Diagramme malen, die diese schlechten Zahlen, relativ, gut aussehen lassen (Hervorhebung durch mich):

The size of the data bar for the last value – 170 – is too big given the relative size of 170 to the other numbers in the range (hundreds of thousands). Why would that be – the data bar should technically be 0 pixels wide? The answer is that when we were doing usability testing of this area in Excel, we found that users preferred not to see blank data bars, so Excel’s default was set to a 10% minimum width. While there is no UI to tweak that setting, there is an OM property – percentmin – that you can use to set the minimum width to whatever you like. Accordingly, if I select the range, open VBE and type “activecell.formatconditions(1).percentmin = 1” in the immediate window, […]

 
Excel 2007 paßte also hervorragend zur aktuellen Blase, selbst schlechteste Vorhersagen müssen nun in der Excel‐generierten Grafik – ein Bild sagt mehr als tausend Worte – nicht mehr nach nichts aussehen. Ein echtes NEF (New Economy Feature) …
P.S.: Kann mir bitte jemand bestätigen, daß sie diesen Unsinn nicht wirklich in die Finale Version aufgenommen haben? Bitte‽

Liebe T-Com,

danke für Dein liebes Angebot, mir ein »Call & Surf Comfort«‐Packet aufschwatzen zu wollen. Schon bei Deinem Hotlinerinnen‐Anruf vor ein paar Tagen, wo ich das Wissen um die Höhe meiner monatlichen Telefonrechnung wahrheitsgemäß verneinte, da Du mir seit Monaten Deine tolle Rechnung Online nicht mehr schickst (ich vermute mal, daß Du, wie ganz wenige andere Dienstleister auch, Deine Mailer nicht korrekt aufgesetzt hast, beliebt ist z. B. die Nichtannahme von Mails an die Absenderadresse Deiner Mails — dann wirst Du leider, aber korrekterweise, in den Topf »elendes Spampack« geschmissen und je nach Grad Deiner Fehlkonfiguration bekommst Du 4xx oder 5xx: »Du kommst hier nicht rein!«), meine ich, Deiner netten Hotlinerin gesagt zu haben, daß ich eigentlich eher kein Interesse an dem Paket habe. Naja, kann ja mal vorkommen.
Warum Du mir nun aber jetzt ein Paket anbietest, das bei lächerlichen 6.016 kBit/sec Höchstgeschwindigkeit die Segel streicht, obwohl Du doch anhand meiner extra auf dem Formschreiben mit angegebenen Kundennummer wissen solltest, daß ich grade erst letztes Jahr von DSL 6000 auf DSL 16000 umgestellt habe, das verstehe ich nicht und das kann ich auch nur schwer verzeihen. Verzeihen kann ich diese Verschwendung nicht als Dein treuer Aktionär (Danke übrigens für die 0,72 EUR Dividende 2006; wenn Du derlei unnütze Ausgaben unterläßt, knacken wir 2007 ganz bestimmt den ganzen Euro!) und verstehen nicht als der belästigte Kunde, der wieder mehr Papier in die chronisch überfüllten Papiercontainer stopfen muß für ein nur inakzeptables Angebot.
Um es mit Meister Röhrig zu fragen: »Tut das Not‽« Wenn Dein Computer so schlau ist, anhand meiner Kundennummer meine Adresse rauszusuchen, kannst Du ihm nicht bitte auch beibringen, mir nichts schlechteres anzubieten als das, was ich schon bei Dir gekauft habe?
Und bitte biete mir keine UnFlatrates an. Schon gar nicht mit so feisten Inakkuratien wie dem unanständigen Angebot »Telefonieren Sie rund um die Uhr zum Festpreis und genießen Sie rasend schnelles Internet!«, wenn auf einer anderen Seite doch grade mittels der bedauernswerten Fliegenschiß‐»¹« ausgeführt wird:

¹ Gilt rund um die Uhr für Telefon‐ verbindungen im City- und Deutschlandbereich (keine Mobilfunk- und On1ineverbindungen) von T-Com. Call & Surf Comfort/T-ISDN kostet monatl ich 53,95 €. Mindestvertragslaufzeit 12 Monate. Kündigungsfrist 1 Monat. Die DSL-Geschwindigkeit ist abhängig von der technischen Verfügbarkeit. Bei Verbindungen in Netze einzelner Anbieter erfolgt ein Zuschlag van O,21 Cent/Min. Ob der von Ihnen gewählte Anschluss bei einem solchen Anbieter liegt, erfahren Sie unter 0800 330 9576.

 
Übrigens, ich glaube nicht, daß wir auf der Basis jemals zueinander finden; welcher Pfennig Centfuchser ruft denn schon vor einer x-beliebigen Festnetznummer erst einmal eine 0800er‐Nummer an um zu erfahren, ob er für das folgende Telefonat 0,21 Cent pro Minute wird berechnet bekommen oder nicht? Da ich ja in der Branche auch arbeite, frage ich mich gleich, wie Du es schaffst, daß bei der bestehenden Dynamik immer die korrekte Verrechnungseinheit (0,00 oder 0,21 Cent/Minute) garantiert verrechnet wird? Ist das wirklich den Aufwand wert oder ist es nur die Psychokeule des Ex-Monopolisten mit dem großen Fell‐Fluß? Was kostet eigentlich ein Gespräch nach 032, was eines nach 0175, wenn diese 0175 bei a) T‐Mobile, b) Vodafone, c) e+ oder d) O[sub]2[/sub] liegt? Das hast Du leider nicht geschrieben in Deinem bunten Prospekt. Klar ist nur, daß dieses telefonieren nicht im »Festpreis« enthalten ist.
Kurzum: bitte schick’ mir keine solche Werbung mehr. Ich bin schon groß, habe meine eigene Ortsnetznummer und meine eigenen ISDN-/VoIP‐Gateways und möchte glaube ich nicht Dein verkrüppeltes Pseudo‐Festpreisangebot wahrnehmen. Nein, grade noch mal nachgedacht, ich möchte wirklich nicht. (Wenn Du ein solches Bundle aber mit DSL 16000 und echter Telefonie‐Flatrate (jede inländische Ortsnetz-, Mobilfunk- sowie VoIP‐Nummer (032, 01212, 0180x der verschiedenen Anbieter — go ENUM!) für max. 5 Euro Aufpreis bötest, ja dann vielleicht …)
P.S.: Nein, Arcor, nicht die Hände reiben. Wenn meine Frau Deinem Kaltaquisenervonkel sagt, daß wir »das schnelle« (evtl. war’s sogar der Superlativ) T-DSL haben, dann wundere Dich doch bitte nicht, wenn ich das wenig professionelle – da kannst Du noch ganz viel von der magentafarbenden Alten Dame lernen, echt! – *hust* »Angebot« von Arcor‐DSL 2000 (nachdem Du es doch endlich geschafft hast, auch meinen HVT zu erschließen und nun händeringend, klinkenputzend und kaltaquirierend versuchst, dem Businesscase gerecht zu werden) mit einem angewiederten Blick in den Schredder stecke.
Menno. Du kannst doch ADSL2+. Und bist dann sogar schneller als T-Com, weil Du eben nicht nur 1, 2, 3, 6, 16 zählen kannst. Aber, hey, Du willst doch mich als Kunden, oder? Bei Dir habe ich keine Wahl des Backbones via ZISP — finde ich eigentlich ganz praktisch. Mehr Upstream aber würde mich z. B. reizen … Na komm, streng’ Dich doch noch mal an.

All überall auf den Tannenspitzen, sehe ich lockende Flatrates sitzen

Schon lustig. Flatrates sind salonfähig geworden — nicht nur für Onlinezeit und/oder Datentransfer im Internet, nein, es gibt schon Beauty-Flatrates oder auch eine »Flatrate« titulierte Aktion der Automarke Ford.
Der Grund dürfte klar sein, dem Anwender/Käufer suggeriert der Begriff eine rundum‐sorglos‐Paket, alles drin zu einem festen Preis.
Aber ist dem auch so? Schauen wir uns expemplarisch die Ford Flatrate mal hinsichtlch der Konditionen an — im TV kann man ja die Fußnoten selbst bei DVB-S-Empfang nicht lesen … Auf der Website wird die »Flatrate« wie folgt beschrieben:

4 Jahre mehr Flexibilität mit Ihrem Ford Wunschmodell
Ein Ford sorgt immer für unbeschwertes Fahrvergnügen. Doch jetzt können Sie sich richtig entspannen: mit einem einzigartigen Angebot exklusiv von Ford. Die Ford Flatrate ist ein attraktives und kalkulierbares Leistungspaket beim Neuwagenkauf und bietet Ihnen gleich 4-mal mehr Flexibilität: Genießen Sie die Top-Finanzierung, viele Serviceleistungen inklusive und die Garantie, immer mobil zu sein.
Die neue Ford Flatrate:
[html]<ul><li>[/HTML]4 Jahre Garantie*
[html]<li>[/HTML]4 Jahre Mobilitätsgarantie*
[html]<li>[/HTML]4 Jahre Wartung/Inspektion*
[html]<li>[/HTML]4 Jahre Ford Auswahl-Finanzierung (ab 1,99% effektiver Jahreszins)[html]</ul>[/HTML]
Ihre Vorteile auf einen Blick
[html]<ul><li>[/HTML]Abdeckung aller Reparaturkosten für garantierelevante Teile sowie Wartungskosten
[html]<li>[/HTML]hohe Sicherheit durch jährlichen Service und mit Ford Originalteilen
[html]<li>[/HTML]europaweiter Schutz bei Auslandsreisen
[html]<li>[/HTML]unbürokratische Hilfe im Pannenfall durch Mobilitätsgarantie
[html]<li>[/HTML]Der günstige Zinssatz von 1,99% (effektiv) bedeutet eine geringe monatliche Belastung und macht das neue Fahrzeug erschwinglich. Sie profitieren von der vollen Flexibilität der Ford Auswahl-Finanzierung.
[html]<li>[/HTML]Kalkulationssicherheit durch Abdeckung der Kosten inkl. Garantieverlängerung und Service in einer Rate[html]</ul>[/HTML]

 
Soweit, so schön, das alles für 79,– EUR/Monat — also nicht einmal 1000,– EUR im Jahr? Aber was bedeuten denn die auffällig unauffälligen Sternchen?

So entspannt kommen Sie zu Ihrem neuen Ford:
[html]<ul><li>[/HTML]Ford Ka Fun X Editionsmodell ab 79,– Euro
[html]<li>[/HTML]…
[html]<li>[/HTML]Der neue Ford Ranger XL ab 299,– Euro
[html]<li>[/HTML]…
[html]</ul>[/HTML]

 
Ah! Nur für einen Ka, dieses Auto das aussieht, als trüge es Windeln, gelten die fast moderaten 79,–/Monat. Ausgewachsene Autos kosten auch schnell locker das x-fache. Aber was bedeuten nun die Sternchen?

* Ford Protect Garantie-Schutzbrief inkl. Ford Assistance Mobilitätsgarantie für das 3. und 4. Jahr und die ersten 3 Inspektionen/Wartungen lt. Serviceplan und Wartungsumfang bis max. 80.000 km (Ford Ranger 100.000 km) Gesamtfahrleistung. Ein Angebot für Privatkunden und gewerbliche Einzelabnehmer aller teilnehmenden Ford Händler.

 
Soso, bei mehr als 20.000 km Fahrleistung pro Jahr fiele ein Ka schon vor Ablauf der vier Jahre aus der bezahlten »Flatrate«? Wie war das doch, was heißt »Flatrate« eigentlich? Wikipedia schreibt dazu: »Das Wort ist aus der englischen Sprache entlehnt, wo der Begriff Flat Fee ausdrückt, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung unabhängig von der Abnahmemenge zu einem Pauschalpreis verfügbar ist.« Krasser Mißgriff bei der Wortwahl also, würde ich sagen …

Fundstücke und Gedanken zu comBOTS

Nach der Neuerfindung der Kommunikation durch comBOTS ist natürlich nichts mehr wie früher. Klar, was sind heute schon 64 MB Hauptspeicher oder 10% Auslastung einer 1,4‐GHz‐CPU? Locker zu verschmerzen, wo der Standard für Laptops zumindest in Richtung 2,x‐GHz-DualCore und 512 bis 1024 MB geht. Auf den Systemen geht der comBOTS‐Client vielleicht tatsächlich im Rauschen unter — wobei weiter spannend wäre, die Laufzeitverkürzung durch den comBOTS‐Client beim Einsatz ohne externe Stromversorgung zu ermitteln …
Anyway, nutzen wir die Taktzyklen und MB, die uns der maßlos hungrige maßvoll mit den Systemresourcen umgehende Chat‐Client‐Deluxe läßt für eine kleine, nicht repäsentative Blogschau zum Thema comBOTS:
_notizen aus der provinz nennt neben comBOTS, »(das m.E. eher in der Kategorie “too little, too late” läuft)«, z. B. den Dienst IMVU, der zumindest das Avatar‐Chatting auch zu beherrschen scheint. Spannend; falls ich irgendwann mal statt Textzeilen in der screen‐Session dringend Avatare, die in Sprechblasen kommunizieren benötige, werde ich mir auch IMVU angucken. Vorher erschiesse ich mich aber vielleicht auch …
Bei dsltarife.net hat man sich auch des Themas angenommen:

Kenner beschreiben diese Software als einen optisch und technisch aufgerüsteten Instant-Messaging-Dienst, der auch netzinterne Telefonate ermöglicht.

 
Interessant auch der Ausblick auf die finanzielle Lage:

Die jetzt veröffentlichten Quartalszahlen zeigen, dass die ComBOTS AG noch weiter in die roten Zahlen gerutscht ist. Der Verlust stieg im dritten Quartal von 9,3 Millionen auf 12,5 Millionen Euro. Die liquiden Mittel der Gesellschaft sanken im dritten Quartal um vier Prozent auf 432,5 Millionen Euro. Das Unternehmen rechnet im vierten Quartal mit geringeren Kosten als im dritten Quartal. “Weiterhin erwartet die Gesellschaft im kommenden Quartal reduzierte Investitionen, da die Infrastruktur im dritten Quartal fertig gestellt wurde”, hieß es.

 
Das liest sich so, als könnte man durchaus einen verzögerten Run durchstehen — lt. ARD erwartet man Gewinne sowieso nicht vor 2008.
Wenn man z. B. Paddy liest, könnte man der Meinung sein, daß die Revolution nicht stattgefunden hätte:

Aber das wird alles gar nicht so lange dauern. Die Combots bleiben nur so lange auf meiner Platte, wie ich brauche, um die Screenshots für diesen Artikel zu machen.
[…]
Combots können sich scheinbar nicht selber freuen, sondern brauchen dafür ein Substitutions-Küken. Dass der Hersteller nicht in der Lage ist, 3D-Figuren individuell zu animieren, sondern auf Videos zurückgreift, erklärt die herunter zu ladende Datenmenge und die elend lange Ladezeit. Schade, dass nicht zumindest ein Satz Standard-Emotionen je Avatar drin waren.
[…]
Was bleibt ist ein meiner Meinung nach drittklassiger Chat-Client mit einer miesen Performance, […]

 
Nunja, ganz so weit würde ich nicht gehen — Profi‐Chatter werden das Ding eh’ nicht anrühren, für das spaßige Sätzchen zwischendurch mit sich übergebendem Avatar (die Animationen sind schon schön; aber wenn man nach dem sechsten Mal schon genau weiß, wann er die Flasche rausgöbelt … dann ist der Witz nicht mehr so richtig der Schenkelklopfer) ist es ganz nett. Kostete dann aber rd. 64 MB Hauptspreicher und wenige Euro Nutzungsentgelt im Monat. Da verschicke ich doch lieber weiter Dateien als Mail‐Attachment und Jabber mir einen …
Eine nette Anektdote findet sich bei Batzlog:

PS: Lustige Anmerkung nebenbei: Als ich das erste mal von Combots hörte, war meine erste Assoziation das es sich dabei um irgendwelche Kampfroboter handeln müsse. Da lag ich gar nicht mal so falsch. www.combots.net

 
Namen. Schall und Rauch …
Letztlich, das stimme ich mit der Einschätzung der netzhure.de zu, hat comBOTS durch die Niedlichkeit und die als integraler Produktbestandteil aufgesetzte Nachkaufoption zumindest theoretisch das Zeug, vielleicht in deutlich kleinerem Umfang, den wohl abebbenden Klingentonwahnsinn ins Instant Messaging rüberzuretten:

Es wirkt lächerlich, wenn sich Erwachsene Leute sich wie kleine Kinder über blinkende lärmende Animationen freuen und passt garnicht zum seriösen sonstigen Businessgetue. Auch mit der Finanzierung, das ganze macht mir mehr den Eindruck eines Internet-Jambas für pubertierende Kinder als den einer ernsthaften Kommunikationssoftware.

 
Businesskommunikation braucht aus meiner Sicht grade keine Möglichkeit des Datenversands – z. B. des letzten Meeting‐Protokolls – mit kotzenden, küssenden oder kopulierenden

(FTR: letzteres gibt es m. W. derzeit zumindest nicht — aber ohne Pixelsex fehlt eigentlich was)

Kommentaranimationen. Abgesehen davon, daß Unternehmen gerne ihre internen Daten auch im eigenen Netz behalten wollen und eher kein Interesse daran haben, daß Mitarbeiter X via comBOTS beliebige Dateien durch den comBOTS‐Tunnel zu seinem privaten Account oder einem Mittäter senden kann. Nein, im Unternehmen hat comBOTS nichts verloren.
Bleibt der Heimanwender. Einer, der ein paar Euro im Monat dafür zahlen will, nur mit anderen, die ebenfalls so spendabel sind, zu chatten, Files auszutauschen (bis 200 MB am Stück wohlgemerkt – aber moderne Kompressionstechnik bewirkt da auch bei Videomaterial ja schon fast Wunder) und ggf. auch mal eien VoIP-Verbindung aufzubauen. Alles Dinge, die noch nie dagewesen bislang unheimlich komplex auch schon relativ unumständlich und kostenfrei möglich sind. Hmmm …
Ein das Thema comBOTS hier nicht abschließender Hinweis auf die Anmahnungs‐Affäre (siehe auch bei Der Dwarslöper oder Oliver Gassner: Digitale Tage) sei noch gestattet:

Kurzfassung: Chef regt sich über einen kritischen Blogeintrag auf, lässt Juristen dem Blogger einen bösen Brief schicken. Der Blogger nimmt den Text vom Blog, dutzende andere republizieren ihn und schreiben über den Fall. Klassiker.

 
Jene Kommunikation war meines Erachtens eher old school, fernab von revolutionär. Aber sie ging ja auch über comBOTS …

Blog und Gegen‐Blog — Meinungsfreiheit 2.0

Ich geb’s ja zu, ich bin etwas hintendran mit meiner Blogsichtung und dem Bloggen darüber.

(Daß studiwatch.wordpress.de (»studiWATCH! Freiheitlich demokratische Grundwerte sichern, solange wir sie noch haben«) hier allerdings bislang nicht gefeatured wurde, hat einen relativ simplen Grund: IANAL. Ganz im Gegensatz zum Verantwortlichen auf jener Site. Der Selbsterhaltungstrieb sollte jeden Netznutzer entsprechend konditionieren.)

Heute bin ich allerdings über das Ping‐Pong‐Spiel zwischen fimpern.de und *.* gestolpert.
fimpern.de über *.*:

Über diese Suche stolperte ich in eine neue Dimension des bloggens zu einem Thema – ich nenne das mal Flash-bloggen. Folgende Textwüste erwartete mich:

studivz
Donnerstag, 7. Dezember 2006 at 15:24:44
…es geht weiter…

 
enthalten war unter “es geht weiter” nur ein Link auf das YAMB.BETA Blog von Jörg-Olaf Schäfers. Ich fühlte mich ein bischen wie ein Teilnehmer einer Stempelaktion (Multiples) von Joseph Beuys. Ein oder zwei Wörter und ein unschuldiger Link werden aus ihrem Weballtag gerissen, virtuell ge-blog-stempelt und starren mich, nachdem Technorati sie web-zwo-nullifiziert hat, als Dada-Objekt aus einem Gebrauchsblog an.

 
Ziemlich genau zwei Monate später (die von fimpern.de und blogdoch.net eingesetzte Software hat’s nicht so mit WordPress‐Trackbacks sondern folgt der MovableTpye‐Innovation des Pingbacks — dafür sind die IsExploitableWordpress(URL)‐Wellen auch bislang an diesen Blogs vorbeigegangen …) stolpert *.* darüber:

fimper-mich! hat über mich geschrieben.
[…] stolperte ich in eine neue Dimension des bloggens zu einem Thema – ich nenne das mal Flash-bloggen.

 
cool ich hab was erfunden :-)
dann kommts aber knüppeldick:

studivz
Donnerstag, 7. Dezember 2006 at 15:24:44
…es geht weiter… [selbstzitat]

 
[…] enthalten war unter “es geht weiter” nur ein Link auf das YAMB.BETA Blog von Jörg-Olaf Schäfers. Ich fühlte mich ein bischen wie ein Teilnehmer einer Stempelaktion (Multiples) von Joseph Beuys. Ein oder zwei Wörter und ein unschuldiger Link werden aus ihrem Weballtag gerissen, virtuell ge-blog-stempelt und starren mich, nachdem Technorati sie web-zwo-nullifiziert hat, als Dada-Objekt aus einem Gebrauchsblog an.

 
erstens war dieser eintrag der letzte einer ganzen folge von einträgen zum thema studivz und im kontext durchaus als nachtrag zu verstehen.
zweitens: was ist bitte ein gebrauchsblog? […]

 
Hmm. Backblogging/Zurückbloggen ist ja auch meine Profession — aber das »Gebrauchsblog« scheint gesessen zu haben. Muß ich mir merken, scheint ja eine brauchbare Beleidigung für Blogger zu sein :->
Aber der Fimpanator lenkt per Kommentar ein:

El Burro sagt:
9. Februar 2007 um 18:29:33
Heee, ich will doch nur spielen und meinem Gehirn geht es mit Einschränkungen wieder gut. Also, blogg-on, dude

 
Werden sich die zwei Liebenden finden? Werden Sie sich ein Nest bauen können oder entzweit Sie die gemeinsame Blogvergangenheit endgültig? Wait and see …

comBOTS (BETA) — talk(1) 3.0

comBOTS — das Kommunikationswunder, nach der Eigendarstellung »E-Mail Programm, Instant Messaging und VoIP in einem – ganz einfach, mit Spaß und sicher!«, ist nun in der public beta. Also irgendwie jedenfalls, denn lt. Pressemitteilung vom 01.09.2006 war es das schon seit der IFA 2006 — wie auch immer, mittlerweile kann jeder sich die Software runterladen, installieren und … erst einmal staunen. Sofern er/sie/es denn auch einem Rechner mit Windows XP inkl. Service Pack 2 hat, denn »über die Gerätegrenzen hinweg eine einheitliche Anwendung« bietet comBOTS nur bei großzügiger Auslegung dieser Aussage (sprich: indem man Geräte, die nicht mit Microsoft Windows XP und installiertem Service Pack 2 laufen, gedanklich ausblendet). Ob meine tapferen PocketPCs, mit WLAN oder via UMTS-Handy durchaus kommunikativ, wohl jemals comBOTS‐würdig sein werden?
Zeit also, eine Windowsinstanz mal zum Testen dieses Wunders herzurichten. Ein Wunder übrigens, das von langer Hand vorbereitet wurde und mit einiger Verspätung – »Neues Produkt spätestens am 12. Juli 2006« hieß es noch am 22.11.2005, zum Juli‐Termin wurde der Start dann auf den 1. September 2006 terminiert – nun langsam sich materialisiert. Dies tut es, ganz zeitgemäß, als BETA — wir schreiben nun einmal das Jahr 1 im deutschen Web2.0.
Was steht uns bevor? Die VDI-Nachrichten schrieben dazu:

Es gibt auf dem Markt kein Unternehmen, das über die Gerätegrenzen hinweg eine einheitliche Anwendung anbietet und das mit dem Anspruch, den Kunden ihre Privatsphäre zu 100 % zu garantieren. ComBOTS springt da in die Bresche!

 
Ok, das ist derzeit vielleicht wenigstens noch in der Planung, die Wirklichkeit sagt »XP SP2 or bust«. Und dabei, so die Stuttgarter Zeitung, geht es doch um’s »Rundumsorglospaket der Kommunikation im Internet«. Starker Tobak.
Vorweg: die Oberfläche ist raumgreifend und eher als Kommunikationszentrale denn als unauffälliges Tool im Hintergrund ausgelegt.
Die Effekte sind schön anzusehen, aber auch rechenintensiv — auf einem 1-GHZ-Pentium 3 ist es noch flüssig im rdesktop, aber grade wenn viele Aktionen laufen, spürt man sehr schnell, daß es nichts umsonst gibt. Chats mit ulkig animierten Avataren sind schon lustig, ein dem User einen Vogel zeigendes Huhn kommt lustiger als ein entsprechendes Emoticon — keine Frage.
Auch beim Dateiversand kann man diese animierten Emoticons anhängen. Lustig, aber eigentlich entbehrlich — Attachments an eMails sind seit über 10 Jahren plattformübergreifend kein Thema mehr. Selbst animierte Grafiken gibt es sein etlichen Jahren — vielleicht nicht ganz so schön wie bei comBOTS, aber die gefühlte Innovation liegt hier auf dem Niveau der Neuerungen der Vista‐Oberfläche im direkten Vergleich zu MacOS X: wesentlich nichts wirklich Neues.
comBOTS bietet keine neuartige Kommunikation — allerdings wird alles lange bekannte unter einer einfachen Oberfläche und mit gewissen Garantien zusammengefaßt:

Kann ich bei ComBOTS sicher sein, dass alles auch zuverlässig übertragen wird?
Ja, ComBOTS sorgt dafür, dass alles, was Sie schicken, zuverlässig zum Empfänger übertragen wird – egal, ob nur eine kleine Textnachricht oder große Dateien. Wir nennen das „Guaranteed Delivery“.

 
Schick. Nett. Aber ein Kracher? Wenn mein comBOTS‐Gesprächspartner nicht online ist, nützt mir die Telefoniefunktion innerhalb comBOTS nichts; für eine Weiterleitung des Gesprächswunsches auf eine hinterlegte Telefonnummer oder VoIP‐Kennung (hier müßte neben SIP auch Skype hinterlegbar sein) fehlt es sichtbar schon an der Option, eine Rufnummer zu hinterlegen …
Aber ok, ich hätte auch nie gedacht, daß man mit vollmundigen Aussagen, rottiger Systemperformance, Propaganda im besten NS‐Stil und der, auf Phantasie‐ fantastischen Alexawerten basierenden, gefühlten Besteigung des Internetolymps in Deutschland …, ja, daß man damit sowohl Millionen von Studenten – zukünftige Elite des Landes und so, remember? – fangen als auch VC-Millionen ködern kann. I stand corrected, studiVZ ist verkauft und Ehssan Dariani, der Gründer mit der allzeit bereiten Kamera, kauft sich neue Kleider (eine neue Kamera – wie im Blog nicht mehr nachzulesen, hat er seine in 2006 verloren – hat er wahrscheinlich schon).
Immerhin: die comBOTS‐Oberfläche ist sehr bunt und man kann sich neue Avatare gegen Geld besorgen — wird spannend sein zu sehen, ob sich ein Boom wie bei Klingeltönen hier wiederholen läßt. Ausschlaggebend für Erfolg oder Mißerfolg der Unternehmung wird sein, wie und insbesondere wie schnell die comBOTS AG eine Bedarfsweckung einerseits wird erzeugen und andererseits gleichzeitig die Versprechen bezüglich der Stabilität und Sicherheit der Plattform wird einlösen können.
Warten wir also ab, auf wieviele BOOs es comBOTS vor dem FINAL bringt — oder bis Holtzbrinck auch dieses Startup schluckt? Nette Idee, aber über sechs Monate nach der Vorstellung noch immer Beta …

xn--schlervz-85a, the Next Big Thing?

Die Spatzen pfeifen es ja von den Dächern, StudiVZ, die gruschelige Studentencommunity das 100%ige Tochterunternehmen der Holtzbrinck‐Gruppe (mittlerweile also mit viel Geld ausgestattet und aus gegebenem Anlaß jetzt wieder ohne Blog, vgl. auch die Blogbar), plant den Sprung in die Schule.
schülervz.de — grandiose Idee. Ich will gar nicht so sehr ins Detail gehen, aber geht es nur mir so? Ich jedenfalls sehe einen gravierenden Unterschied zwischen einem Schüler und einem Studenten — und zwar einen rechtlich relevanten, nämlich das üblicherweise erreichte Lebensalter. Ich sehe da viele neue Arbeitsplätze in Berlin entstehen, Arbeitsplätze im direkten Zusammenhang mit dem Thema Jugendschutz — und vielleicht greifen dann endlich die versprochenen Maßnahmen bei der Wurzel allen Übels StudiVZ selbst? Wünschenswert wäre es, aus mehr als einem Grund …

Blogger‐Tagesablauf

Grad’ drüber gestolpert bei wirres.net:

[Termin mit einem Fotografen.] dummerweise habe ich mich heute in alller frühe (13 uhr) mit ihm im manolo verabredet. samstags, 13 uhr im manolo mit einem fotografen der für ein boulevard-magazin fotografiert: keine gute idee. er verlangte unmenschliches von mir: ich am laptop, lächelnd! mit zähnen! erstmal: welcher normale mensch sitzt frühmorgens im café am laptop und lächelt? […]

 
Wir notieren: Samstag, 13 Uhr, wird als »frühmorgens« empfunden. Nennt man sowas Seelenverwandschaft? ;)

USB – der Zigarettenanzünder der PC‐Welt

Samstag im Mediamarkt. Eigentlich brauchte ich nur schnell mal etwas Futter für den Drucker, dieser Tage müßte ja auch der für den Lohnsteuerjahresausgleich relevante Ausdruck der Lohnbuchhaltung eintrudeln — da will man in diesen teuren Zeiten ja gewappnet sein, wer hat schon was zu verschenken oder zinslos zu verleihen?
An der Kasse allerdings stolperte ich über was putziges: einen Ministaubsauger für den USB-Port.

1. Verbinden Sie den Mini-Staubsauger mit dem USB-Anschluß Ihres Laptops oder Rechners.
2. Für den Mini-Staubsauger liegen zwei verschiedene Aufsätze bei: eine Bürste und ein flexibler Gummi-Aufsatz.
3. Mit der ersten Position des Schiebe-Schalters schalten sie das LED Licht ein, mit der zweiten Position starten sie den Mini-Staubsauger.
4. Drücken Sie den ”High Power“ Knopf, um die Suagleistung zu steigern, z. B. bei stärkerer Verschmutzung. […]
7. Der Mini-Staubsauger benötigt keine anderen Energiequellen, wie Batterien und wird ausschließlich über den USB-Anschluß versorgt.

 
Stromversorgung eines Staubsaugers über USB. wo schon 2,5″‐Festplatten teilweise 2 Ports benötigen wegen der hohen Ströme? Das muß ich ausprobieren ;)
Und, was soll ich sagen: es funktioniert, ohne auch nur den Hauch einer »over current detected«‐Meldung, die es ja bei normalen USB‐Geräten schon mal gibt.
Die Saugleistung ist, nunja, wohl USB‐typisch zu nennen; ohne den “High Power”‐Boost hätte das Ding wohl grade mal Luft, aber keine der ekligen Dinge, die sich so im Laufe der Zeit zwischen den Tasten einer benutzten Tastatur ansammeln, angesaugt.
Aber schon irgendwie witzig, was man mittlerweile alles an den USB‐Port anschliessen kann — die USB‐Tastaturleuchten sind da beim Laptop‐Einsatz in dunkler Nacht noch das sinnvollere Gimmick, die USB‐Ventilatoren eher ein Scherzartikel, USB‐Ampeln ein Mittelding zwischen reinem Scherzartikel (dafür reichlich teuer) und sinnvollem Signalgeber, beim USB‐Staubsauger bin ich noch unschlüssig und daß die USB‐Raketenwerfer mehr so Betätigungsfeld für gestreßte Serverschaben sind, hatte ich ja schon angedeutet. (Sie eignen sich auch hervorragend als Putzfrauenschreck, zumal mit dem zufallsgesteuerten automatisierten Abschuß …
Quasi die Antwort auf die praktizierte ein‐Tuch‐um‐alles‐abzuwischen-Strategie, die einen frisch abgewischten Monitor zu einem schlierigen Etwas verwandelt ;))