Studivz: Ehssan Dariani zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück

Wie Studivz meldet, zieht sich der unter anderem mit seiner völkischen Geburtstagseinladung ins Gerede gekommene Mitgründer der Studivz Ltd., Ehssan Dariani, »aus dem operativen Geschäft zurück«:

Ehssan Dariani, Gründer und Geschäftsführer des Studenten-Netzwerks studiVZ, zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück und wechselt in den Aufsichtsrat. […]
Dariani wird sein Know-How und seine Erfahrung im Aufbau von Unternehmen und Start-Ups nun als Berater, Mentor und Business-Angel zur Verfügung stellen.
Seine Aufgaben in der Geschäftsführung werden von den Mitgründern und Kollegen Dennis Bemmann und Michael Brehm mit übernommen.

 
Nun denn, wie auch heise online ausführt, fehlt es einer britisches Limited dazu nur an einem: dem nicht vorgesehenen Gremium eines Aufsichtsrates. Dem Problem soll wohl eine Änderung der Gesellschaftsform demnächst abhelfen; man darf noch einmal gespannt sein.
Wie auch immer es dazu nun gekommen sein mag, letztlich ist es wohl begrüßenswert, daß ein Weg für einen Neuanfang sowohl von Ehssan Dariani als auch für das Unternehmen Studivz gefunden wurde. Letztlich bedurfte es dazu schon einen deutlicheren Schrittes als nur der Abschaltung des umstrittenen Ehssan- Firmen-Blogs.

§5 StVO

Dieser Tage bin ich über den Überholen-Paragraphen (§5 StVO) gestolpert. Satz 2 lautet dort:

(2) Überholen darf nur, wer übersehen kann, daß während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.

 
Bin ich der einzige, der diesen Passus noch aus seiner Fahrschulzeit im Hinterkopf hat und dem dieser bei jeder LKW‐Überholaktion auf der Autobahn schmerzhaft ins aktive Gedächtnis zurückspringt?
Was bedeutet nun aber »wesentlich höhere Geschwindigkeit«? »strassenverkehrsrecht.net« führt dazu aus:

Die Überholgeschwindigkeit muß wesentlich höher als die des Überholten sein. Innerorts reichen auf breiter Str. 10 km/h meist aus, auf freier Strecke bei günstigen Verkehrsverhltnisses auch 5 – 10 km/h. Geringere Geschwindigkeiten reichen dagegen nicht aus, in der Regel auch nicht auf Autobahnen.

 
Bei einer vorgegebenen Höchtgeschwindigkeit von 80 km/h bdeutet dies doch wohl, daß deutlich über 50% der Überholvorgänge von LKW auf bundesdeutschen Autobahnen rechtswidrig sind, da sie andere LKW überholen, die ihrerseits knapp an oder schon oberhalb dieser Geschwindigkeit fahren. Lt. einem SWR-Bericht gilt sogar ein noch höherer Geschwindiglkeitsunterschied: »Aber auch ohne ein generelles Verbot machen sich überholende LKW-Fahrer bereits jetzt strafbar, denn laut Straßenverkehrsordnung müssen sie eine Differenzgeschwindigkeit von mindestens 20 Kilometer pro Stunde haben. Das ist bei den Lastwagen nicht der Fall. Sie dürfen nämlich nur 80 Kilometer pro Stunde fahren.«
Jetzt frage ich mich nur, warum dieses Thema scheinbar niemand publikumswirksam bislang adressiert hat. Belgien hat mittlerweile gehandelt, der ADAC hingegen hält ein generelles LKW‐Überholverbot (was die Ahndung ungleich einfacher machen würde — was soll heute eine Anzeige bringen, wenn nicht sowohl die Tachoscheiben des Überholers als auch des Überholten vorliegen. Und für letztere müßte man sich neben des Kennzeichens des das Elefantenrennen Startenden auch die des Überholten notieren — bei Tempo 80+ …) für unmöglich:

Ein generelles Lkw-Überholverbot wie in Belgien auch in Nordrhein-Westfalen? Vollkommen unmöglich, meint der ADAC. In Europas Transitregion No. 1 sind einfach zu viele Brummis auf den Straßen.
O-Ton Hartmut Minjoth, ADAC Nordrhein:
“Es würde dazu führen, dass sich alle Lkws lindwurmartig durch die Republik ziehen würden auf dem rechten Fahrstreifen. Jede Art von Auflockerung würde auf der Strecke bleiben. Und man würde letztlich wahrscheinlich mehr Staus produzieren als dass man welche verhindern würde.”

 
Lindwurm. Kann passieren; das an anderer Stellle ausgemalte Schreckgespenst von Problemen anderer Verkehrsteilnehmer, auf die Autobahnen zu fahren oder diese zu verlassen, ist eigentlich keines:

Mindestabstand (§ 4 Abs. 3 StVO)
Im Jahr 1988 hinzugekommen ist eine Vorschrift für Fahrer von Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen (und Kraftomnibussen): Auf Autobahnen müssen diese Fahrzeuge einen Abstand von mindestens 50 Metern zum Vorausfahrenden einhalten, wenn ihre Geschwindigkeit über 50 km/h liegt. 50 m sind etwa so viel wie der Abstand zwischen zwei Leitpfosten.

 
Da der große Interessenverband kneift, bleibt wohl nur das Denunziantentum: jedes Kennzeichen eines auf Autobahnen sichtlich nicht schnell überholenden LKW mit Datum, Uhrzeit und ungefährer Positionsangabe notieren, möglichst auch das des überholten Fahrzeugs – und dann nach Heimkehr jeweils Anzeige wegen Behinderung stellen. Wenn dies hinlänglich viele PKW‐Fahrer tun, wird der Plan, die »Schmerzen in die Hälfte des Gegners« (hier: Papa Staat) zu tragen, aufgehen und mittelfristig über die Bürokratie(-kosten) die Politik aktiv werden. Letztlich muß, was in Belgein machbar ist, auch in Deutschland funktionieren — allen Funktionären zum Trotz …

Der Himmel über Bielefeld

Mein Beitrag zur aktuellen Klimadiskussion sei das nebenstehende Sonnenuntergangsbild vom ersten Sonnenwochenende 2007 hier in der Gegend.
Eigentlich wollten wir ja nach Olderdissen, aber in Anbetracht der sich hochqäulenden Autoschlange und in ungefährer Kenntnis der Parkplatzsituation … gab’s ‘ne Planänderung (»Dann halt ‘nen Biergarten«). Gelandet sind wir letztlich am Obersee in Schildesche, zwar auch alles andere als menschenleer, aber immerhin gab’s Parkplatz als auch Verköstigung ;)