Geschwindigkeit ist nicht immer alles

Nicht immer ist auch der erste Eindruck richtig. Ein schönes Beispiel lieferte die mediale Berichterstattung zu den Vorgängen in Rostock. Initial hieß es, von der Veranstaltungsbühne sei die militante Szene noch mit klaren Worten angefeuert worden: »Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts.«
So berichtete es denn auch Spiegel Online zunächst im Ticker. Wie Die Spiegelfechter dokumentieren, hat sich diese angebliche Aufstachelung von der Veranstaltungsbühne zwischenzeitlich als »Übersetzungsfehler« herausgestellt — leider hat das die Kavala-Pressestelle am Sonntag noch nicht realisiert, im »ZDF spezial« wird noch munter die Legende von der Anstachelung gebracht:

(Quelle: digitale Aufzeichung der Sendung »ZDF spezial« 03.06.07; kein mediathek-Link)

Allerdings war auch den Veranstaltern wohl zum Krawall-Zeitpunkt nicht klar, wer für was verantwortlich ist; man achte auf das Ende des folgenden Zusammenschnitts auf myvideo.de:

[Update, 20070605] Den Wortlaut der Bello-Rede hat das ZDF im G8-Blog veröffentlicht:

Sein Thema waren Globalisierung und Irak-Krieg. In diesem Zusammenhang fiel die umstrittenen Worte. Die Passage im Wortlaut:
Walden Bello: „Two years ago they said: Do not bring the war into the discussions. Just focus on poverty reduction. Well, we say: We have to bring the war right into this meeting. Because without peace there can be no justice.”
Der Übersetzer auf der Bühne: “Vor zwei Jahren hat es geheißen: Wir sollen den Krieg nicht in die Diskussion mit reinbringen. Wir sollen uns nur auf Armutsbekämpfung konzentrieren. Aber ich sage: Wir müssen den Krieg hier mit reinbringen. Denn ohne Frieden kann es auch keine Armutsbekämpfung geben.“

 
Der Beitrag bietet ferner einen 3-Minuten-Ausschnitt der Bello-Rede um die bewußten Zeilen. [/Update]

Das Schöne an Standards …

… ist – vonm der Schreibweise mit einem weichen »t« abgesehen –, daß es so viele davon gibt. So oder so ähnlich lautet ja eine Binsenweisheit — grade ITler können dazu oftmals nicht mal mehr schmunzeln …
Egal, nachdem sich schon beim IM die Darwinsche Vielfalt für den Anwender zum Problem entwickelt hat (jeder dritte Bekannte nutzt ein anderes IM-Netz), scheint mit Jaiku.com sich ähnliches für die Zwitscher-Communities abzuzeichnen — berichtet jedenfalls paulinepauline (via fimpern.de).