I did it!

Narf, was für ein Krampf. Das N95 kostet bei Vodafone und T-Mobile mit praktikablen Tarifen (bis 25,– Euro monatlich inkl. ein paar Zusatzdiensten für Voice und Data) bei oder über 300,– Euro, wobei man es bei E+ oder H[sub]2[/sub]O O[sub]2[/sub] schon für deutlich unter diesem Betrag zu haben (bei jenen Monatsbeträgen). Aber der Reihe nach …
Nachdem ich nach kurzer Rechnung nun doch das Call & Surf-Angebot der DTAG von T-Com T-Home angenommen habe – und letztlich nun rd. 5,– für einen seit Jahren überflüssigen T-Online-Account sowie typischerweise wenigstens 10,– an Gesprächsgebühren (CbC) im Monat sparen werde –, stattete ich am heutigen Nachmittag mal dem T-Punkt in Gütersloh einen Besuch ab. Ich bin noch immer auf der Suche nach einem bezahlbaren Surftarif und als integrierter Anbieter in spe … vielleicht gibt’s da ja was von der T-Com T-Home, wenn man alles aus einer Hand macht?
Naja, letztlich nicht; ‘nen Rabatt gäbe es, aber für’s mobilfunkgestützte Surfen in magenta läge ich bei deutlich über 50,– Euro zusätzlich – für mindestens 24 Monate. Äh, ja, danke, aber nein. Dann schreibt Eure UMTS-Lizenz halt weiter ab; binnen Jahresfrist werden sich die Preise massiv nach unten bewegt haben …
Plan B war, den einen D2-Vertrag gegen ein E65 für 24 Monate zu verlängern, allerdings vom alten 50-Minuten-Inklusiv-Vertrag auf einen mit deutlich geringerem »Paketpreis« umgestellt. Leider war dies in Gütersloh unmöglich: der Shop war um kurz nach 16 Uhr schon verrammelt …
Gut, wer nicht will, der hat schon — wer vor der Konkurrenz lieber Feierabend macht, wird wohl genug Kunden und Umsätze haben.
Aber was jetzt? Ich wollte doch am Wochenende mit dem E65 und seinem WLAN rumspielen! Außerdem haben meine Semacode-Reader-Instalationen wohl meinem 6630 den Rest gegeben, eine SMS von Google führt immer zur Ansage, es wäre kein Speicher mehr frei … Tja, was also jetzt? Klar: auf nach Bielefeld!
Gesagt, getan. Traurige Geschichte aber auch hier: der fragliche Vertrag läuft erst im November aus, D2-Policy ist, daß man ab drei Monaten vorher verlängern kann. Nachdem ich eine halbe Stunde dem jungen, wohl türkisch-stämmigen, Verkäufer zuhöhren durfte, wie er dreien seiner Kumpels – man sprach jedenfalls recht vertraut miteinander – irgendwas hintrickste, sodaß sie über Kunden-werben-Kunden oder so zu 6 Freimonaten kommen sollen, sagte er nur, trotz »Silberstatus« meines Kundenkontos usw., »nö, geht noch nicht, erst nächsten Monat«. Penner; das Internetportal kennt diese Skrupel nicht … Zwischenzeitlich erklärte er mir übrigens, daß man mit O[sub]2[/sub]-SIMs in Vodafone-UMTS-Telefonen »nur Rauschen und Knistern« hätte, denn »die Geräte hier können die Frequenz von denen nicht«. Ich glaube, ich würde den nicht mal Batterien wechseln lassen — bei so profunder Kenntnis der Technik …
Leicht gefrustet ging ich dann, wieder zurück in Gütersloh, einkaufen. Und am Ende dieses Einkaufs gab’s dann fast ein Happy-End: der Vodefone-Shop im Marktkauf hatte ein »nur heute«-Angebot für’s N95: 159–, 50,– EUR Gutschrift und 49,95-Tarif, der nach 3 Monaten auf bis zu 24,95 geändert werden kann. Bei einem Neuvertrag hätte man mit auch noch die 25,– Tarifdifferenz gutgeschrieben — darauf mußte ich leider als Bestandskunde mal wieder verzichten … Aber dennoch habe ich es getan, ein N95, das nächste große Spielzeug aus dem Hause Nokia, für unter zweihundert Euro, für etwas mehr als die Hälfte dessen, was ich auszugeben bereit bin — »Nein« fand sich plötzlich nicht mehr in meinem aktiven Wortschatz ;)
Leider hatten sie weder N95 noch E65 vorrätig — mein N95 wird dann also mal wieder zugeschickt, ich hoffe, es kommt Dienstag an …

Memory Lane: vom ORL (VNC, TRIPCode, …) zu Semacode

Sind die besten Träume die, die sich niemals erfüllen können? Dann habe ich den Jackpot gezogen ;)
Seit bald zehn Jahren träume ich davon, Mitarbeiter in den – längst abgewicklten – AT&T Laboratories Cambridge, vormals Olivetti & Oracle Research Laboratory, vormals Olivetti Research Ltd (ORL) zu sein. Darauf gestoßen bin ich über VNC (historischer Link; heutzutage wird es als RealVNC weiterentwicklet); seinerzeit eine coole Geschichte, um insbesondere Windows-Rechner vom Solaris- oder Linux-Arbeitsplatz aus zu bedienen (insbes. für Office-Programme oder auch die leidige Steuererklärung habe ich es früh zu schätzen gelernt). Heute bildet die technische Grundlage, das Remote Framebuffer (RFB) Protocol, auch die Basis für diverse andere Produkte, z. B. in KVM-over-IP-Lösungen oder LOM-Boards.
Als ich heute abend zufällig bei der Auseinandersetzung mit Plazes auf diese komischen 2D-Barcodes stieß, erinnerte ich mich an die komischen runden Symbole, mit denen sie im ORL um die Jahrtausendwende experimentierten (auf TRIP beschränkter Auszug aus einem längeren PDF über die Projekte am ORL). (Zur Geschichte der Entwicklung vom TRIP- zum Shotcode siehe Wikipedia, auch wenn ich meine, daß da die Rolle des ORL zu Gunsten der Universität Cambridge etwas heruntergespielt wird.)
2D-Barcodes in rechteckiger/quadratischer Form allerdings gibt es leider mal wieder mehrere; zwei sind frei von Patentrechten bzw. frei verwendbar, da die Rechte nicht ausgeübt werden vom Rechteinhaber: QR- und Data Matrix (aka Semacode, richts im Bild).
Und was kann man damit machen? Nun, man kann sich einen Reader runterladen sofern der nicht schon, wie bei neueren Nokia-Handies, vorinstalliert ist. Mittels dieses Readers nimmt man ein Bild eines solchens 2D-Barcodes auf, welcher dann, im Idealfall, vom Handy dekodiert wird und entweder der enthaltene Text angezeigt oder, im Falle einer http://-URL, diese direkt an den Browser im Handy übergeben. Das Ergebnis soll sein, daß man durch abfotografieren eines solchen 2D-Barcodes direkt auf einer speziellen Webseite landet, ohne umständlich eine ggf. längliche URL einhacken zu müssen.
Es gab/gibt Seitens BMW eine Kampagne, bei der BMW Matrix Codes (von Semacode) einsetzte oder noch einsetzen will — ich denke, so ein Reader im Handy macht Sinn, zumal eben auch Telefonnummern oder Vcards in diesen 2D-Barcodes kodiert werden können; und welches neue Handy kommt noch ohne Kamera daher?
Bei Splitbrain gibt es eine PHP-Adaption des Matrix-Code-Erzeugers, das zugehörige Standalone-Projekt heißt iec16022.
Ich gebe zu, Real-life-Anwendungen sind in Deutschland noch eher rar; eignen würde es sich überall dort, wo der Nutzer auf eine Webseite gelotst werden soll, z. B. um sich für den WLAN-Hotspot anzumelden …
Auch in der Inventarisierung von Hardware, z. B. in Schulen, könnte es sich anbieten — keine teure Extra-Hardware notwendig, allerdings sind grade für Schulen natürlich die mobilen Datentarife wieder prohibitiv. Vorteil der 2D-Barcodes in Verbindung mit dem richtigen Auswerteprogramm ist allerdings, daß auch reiner Text kodiert werden kann, z. B. eine Hardwarekennung, Standortcode sowie eine Störfallrufnummer …
Ich bin jedenfalls gespannt, ob derlei Codes zukünftig häufiger zu sehen sein werden.