SD? HD? LSD!

So, mit »LSD« im Titel dürfte sich dann auch blogdoch.net neue Leserschichten, wenn auch von Amts wegen, gesichert haben — willkommen also, was immer Du sein magst/welche Farbe Deine Ausgehuniform haben mag.
Nein, hier geht’s nicht um Rauschmittel jenseits Andechser Doppelbock Dunkel (für Pointer auf Bezugsquellen in GT bin ich immer aufgeschlossen; der letzte Versuch endete in der angewiederten Rückgabe der Kästen noch vor der Kassenzone — wegen schon mehrwöchigem Ablauf des MHD), wie schon zu sehen war, besteht mein Videoequipment im Wohnzimmer aus einer noch fast jungen (hmm, Anfang 2000 erstanden?) planen Röhre von Sony, im klassischen Format 4:3 … Und theoretisch ist ja ein HD-tauglicher Empfänger auf dem Weg — wäre es da nicht an der Zeit, das leider noch immer scharfe Röhrenluder dem Schrott der Wiederverwertung zu überantworten und, die Konjunktur ankurbelnd, so ein super-duper LCD-Schnittchen (schrieb’ ich eingangs »LSD«? Oops, Typo) sich zuzulegen?
In manchen Foren wird über die Weltherrschaft der Hohen Definition spekuliert, aber, um ehrlich zu sein: schon 2000, bei der anstehenden Neuanschaffung eines TVs, habe ich lange überlegt und dann doch einem guten Angebot für meinen 4:3-Sony den Vorzug gegeben gegenüber der entsprechenden 16:9-Variante. Die klassischen Cinemascope-Streifen kenne ich seit ich fernsehen kann — an Eierköpfe, abgeschnittene Bereiche oben und unten oder horizontale Trauerränder für das noch immer manigfach gesendete 4:3-Material mag ich mich nicht gewöhnen und mich zumindest stört 4:3 auf 16:9 weitaus mehr als in 4:3 gequetschte 16:9-Inhalte. Zumal es neben 4:3 (1,33…:1), 16:9 (1,77…:1) auch noch das Seitenverhältnis 2,1:1 gibt.
Kurz: ich hoffe, die T-Home-STB X301T kann auch HD-Inhalte in SD ausgeben, sonst … haben T-Home und ich »Diskussionsbedarf«.

VDSL als Addon?

Hmm, Google Maps meint, ich wäre ca. 0,9 km von der zuständigen Vermittlungsstelle entfernt. Laut Elektronik Kompendium liegt die Grenze für 25 MBit/sec bei VDSL2 (umgangssprachlich als VDSL bezeichnet) bei just 0,9 km; 50 MBit/sec gibt’s gar nur auf 300 Meter(!) Kupferkabellänge:

Leitungslänge Downstream Upstream
1,4 km 12,96 Mbit/s 1,5 Mbit/s
0,9 km 25,86 Mbit/s 2,3 Mbit/s
0,3 km 51,85 Mbit/s 13 MBit/s

 
Recherchen über den Verfügbarkeitscheck ergaben denn auch, daß rd. 100 Meter weiter noch VDSL 25 als Entertain Comfort VDSL bestellt werden kann; rd. 200 m von meiner Adresse hingegen ist mit Entertain Comfort am »T-DSL 16plus« Schicht im Schacht.
Damit erklärt sich für mich die Frage, wieso an meinem Telekom-Anschluß hier in Gütersloh VDSL verfügbar sein soll: die Vermittlung ist grade noch in VDSL2-Reichweite, sodaß nur das Modul im DSLAM von ADSL2+ auf VDSL gewechselt werden müßte (sofern der denn schon so modular aufgebaut ist; bei ADSL2+-Tauglichkeit setze ich das einfach mal voraus). Bei einem flächendeckenden – oder zumindest die Stadtparkumgebung abdeckenden – VDSL-Ausbau wäre alle rd. 300 bis 500 Meter(!) ein Outdoor-DSLAM nötig, um die 50 MBit/sec auch wirklich zum Kunden zu bringen.
Soweit die Theorie; wie die Praxis aussieht, wird sich mit der Auftragsbestätigung in ca. 9 Tagen vielleicht klären. In der Zwischenzeit beneide ich dann schon mal Leute wie den Herrn Astel, die gar VDSL 50 bekommen haben ;)

Netzwerkredesign

*seufz* Gut, war zu erwarten, auf der Agenda (nicht »2010«) steht’s auch schon länger — im Vorgriff auf VDSL werde ich allerdings mein Netz umbauen müssen. Bislang hängt mein Heimnetz über 2x DSL (1x T-DSL 16000, 1x GTelnet-SDSL 1500/576 (don’t ask ;)) und entsprechende SSL-Tunnel am Internet; welche der Leitungen (bzw. Point-to-Point-Tunnel) konkret genommen wird, entscheidet OLSRd

[sup]1[/sup]

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Derzeit terminieren beide DSL-Links physisch und logisch auf einem (Linux-) Router; unter Redundanzaspekten nicht optimal, werde ich im ersten Schritt aber wohl so lassen. Fernziel ist ein Setup mit mehreren Routern (und, erstmal, nicht-redundanten Baummarkt-Switchen ;)), die über ein OLSRd-Netz und unabhängige Pfade (ISDN- und/oder UMTS-Backup? WLAN- oder Powerline-Link zum Nachbarn?), durch die jeweils SSL-Tunnel zu redundanten Servern im Datacenter aufgebaut werden, die Anbindung gewährleisten. Spannend werden dabei sicherlich Routing, ggf. NAT und natürlich das notwendige Firewalling. Letzteres wird wohl sinnvollerweise ins Datacenter verlagert werden müssen, spart Bandbreite auf den dünneren Links nach Hause als auch Komplexität in der Synchronisation der Settings.
Für IPTV allerdings reicht das bisher auf Unicast und Tunneling ausgerichtete Setup nicht mehr; Zugriff auf T-Home-Inhalte habe ich nur direkt am DSL-Interface der T-Com und nicht aus dem Internet, welches am Ende/Anfang des Tunnels verfügbar ist.
Zum Glück bin ich ausnahmsweise wohl nicht der Erste, der die vorgegebenen Pfade zu verlassen gedenkt; zu T-Home IPTV mit VDSL und Linux-Router gibt es schon mehrere Anleitungen. Ich bin mir aktuell nur nicht sicher, wie die Adaption auf mein Netzwerk aussehen wird ;)
Erste Versuche, die öffentlich-rechtlichen Streams über meinen T-Online-Zugang im Rahmen von Call & Surf (nicht T-Home Entertain) zu erreichen, schlugen denn auf dem bestehenden Setup fehl, der betagte Router mag schein’s die IGMP-Geschichten nicht an ppp0 weiterleiten — wobei ich natürlich nicht mal weiß, ob man zum. den öffentliche-rechtlichen Kram schon mit »nur« einem T-Online-Zugang empfangen kann. (Ehrlich gesagt zweifele ich ja daran ;))
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[sup]1[/sup] Da T-DSL wg. Zwangstrennung mind. alle 24h kurz ausfällt, ist dies der zuverlässigste Weg aus meiner Sicht, die Verbindung nach Hause aufrecht zu erhalten; auch wechselnden Einwahl-IPs stören so nicht: dank fester Adressierung der Zielsysteme gibt’s nur den unvermeidlichen Packetverlust zwischen Wegfalls des ppp-Links und dem Rerouting durch OLSRd.
Der SDSL-Link ist, wenn auch aus heutiger Sicht etwas langsam, stabil – außer bei technischen Problemen, die vielleicht 1x im Jahr auftreten – und bringt eine statische IP mit. Und er ist unabhängig von der T-Com-Infrastruktur — von der letzten Meile abgesehen.