Cool: Blogs lesen bildet

Daß ist ja mal cool. Ich hatte erst kürzlich bemerkt, daß der lokale Ubuntu-Edgy-sendmail gelegentlich Murks macht — er funktionierte jedenfalls zeitlang problemlos, jetzt aber hagelt es Fehlermeldungen:

me@work:~$ date | mail -v -s test me@ho.me
me@ho.me... Connecting to [127.0.0.1] port 587 via relay...
220 ;; ESMTP connection timed out; no servers could be reached Sendmail 8.13.8/8.13.8/Debian-3; Thu, 25 Oct 2007 23:57:30 +0200; (No UCE/UBE) logging access from: localhost(OK)-localhost [127.0.0.1]
>>> EHLO work.doma.in
250-;; connection timed out; no servers could be reached Hello localhost [127.0.0.1], pleased to meet you
250-ENHANCEDSTATUSCODES
[...]
250 HELP
>>> VERB
250 2.0.0 Verbose mode
>>> MAIL From:<me@work.doma.in> SIZE=62 AUTH=me@work.doma.in
250 2.1.0 <me@work.doma.in>... Sender ok
>>> RCPT To:<me@ho.me>
>>> DATA
250 2.1.5 <me@ho.me>... Recipient ok
354 Enter mail, end with "." on a line by itself
>>> .
050 <me@ho.me>... Connecting to mx.ho.me. via esmtp...
050 220 mx.ho.me ESMTP Sendmail 8.13.1/8.13.1; Thu, 25 Oct 2007 23:57:30 +0200
050 >>> EHLO ;; connection timed out; no servers could be reached
050 501 5.0.0 Invalid domain name
050 >>> HELO ;; connection timed out; no servers could be reached
050 501 5.0.0 Invalid domain name
050 >>> QUIT
050 221 2.0.0 mx.ho.me closing connection
050 <me@ho.me>... Connecting to mx2.ho.me. via esmtp...
050 <me@ho.me>... Connecting to mx3.ho.me. via esmtp...
050 <me@ho.me>... Deferred: Connection refused by mx3.ho.me.
250 2.0.0 l9PLvUYd009568 Message accepted for delivery
me@ho.me... Sent (l9PLvUYd009568 Message accepted for delivery)
Closing connection to [127.0.0.1]
>>> QUIT
221 2.0.0 ;; connection timed out; no servers could be reached closing connection

Beim Verfolgen von shrek[]’s RBLs-are-fun-Eintrag stolperte ich auch über das Warum: Ububtu Bug #99459 bzw. Debian Bug #375787.
Dabinichabermalfroh, daß ich noch keine Zeit für die länger schon geplante Umbauaktion Fedora –> Debian hatte — alle relevanten aktiven MXer laufen derzeit noch auf Fucking Fedora Core bzw. CentOS; und nach dem Spaß werde ich wohl doch wenigstens ein System auf ein aktuelles CentOS hieven. Just. In. Case.

Dienstleister, die leisten, …

… sind eigentlich unbezahlbar. Mein ONN-VoIP-Dienstleister (der einzige, an den ich mich bislang mit monatlichen Kosten gebunden habe) hat sich dann doch noch darum gekümmert, das versehentlich produzierte Problem (Kündigung der Rufnummer) zu lösen:

Die Antworten bezueglich des Problems mit Ihrer ONN seitens des Rufnummerncarriers und der Bundesnetzagentur stehen noch aus. Sobald mir eine Antwort – egal ob negativ oder positiv – zugeht, werden Sie umgehend informiert.

 
Und er war zumindest insofern erfolgreich, daß die Rufnummer nicht mehr nicht erreichbar ist — bis heute Nachmittag klingelte es schon mal für den Anrufer, leider kam der Anruf weder von D2 noch o2 noch Telefónica-Festnetz auf meinem Asterisk an. Aber lieber »keiner da« als die Ansage »kein Anschluß unter dieser Nummer« …
Scheint doch komplizierter zu sein als ich dachte, so eine Ortsnetznummer bei einem neuen Carrier zu reaktivieren. Immerhin hat man es probiert; denn wenn man den Gegenwert (unter drei Euro/Monat zahle ich als »Routingentgeld«) betrachtet, dürfte mein Kontrakt mit KGT New Media längerfristig nur mäßig profitabel sein nach diesem Patzer … Da T-DSL 16000 plus ISDN teurer war als Call & Surf inkl. T-DSL 16000, Flatrate dafür und beinahe-Flatrate für ISDN-Telefonie, habe ich mich ja jüngst erst für 24 Monate an T-Com gebunden. Mithin kann mein Asterisk über das heimische ISDN zumindest ins deutsche Festnetz konkurrenzlos billig reinrufen — womit für viele Destinationen die Notwendigkeit der Nutzung von VoIP entfällt. Geschickter Schachzug der T-Com, die für einen Umsatzrückgang langfristige Verträge mit den Kunden bekommt – und praktisch für die Kunden, denn jene sparen Geld und Konfigurationsaufwand.
Aber zurück zu meiner Ortsnetznummer: Dank Umleitung der Anrufe auf eine vom Dienstleister benannte Nummer konnte jener dann seine Tests machen und das Problem eingrenzen, ohne Feedback von mir zu benötigen — Asterisk++.
Seit dem frühen Nachmittag funktionierte dann auch wieder der Verkehr inbound — und die fehlende Übermittlung der Anrufernummer (»CLIP«?) wird man sicherlich auch noch wieder aktiviert bekommen ;)

Rechtsausleger

Ich finde es immer wieder bezeichnend, wie sich insbesondere Politiker (es wird nicht nur jenen Berufsstand betreffen, aber in dem Umfeld wird es naturgemäß gerne öffentlich thematisiert) geschriebenes und gesprochenes Recht zurecht (aus-)legen.
Aktuell befindet der Anwalt und, meiner Auslegung seiner Ausführungen nach offensichtlich nur nebentätige, Bundestagsabgeordnete Otto Schily für sich, daß »Bundestagsabgeordneter« kein Beruf sei und seine anwaltliche Tätigkeit folglich nicht »nebenberuflich« zu seiner Tätigkeit als gewählter Abgeordneter sein kann. Dies berichtet jedenfalls u. a. die Süddeutsche Zeitung:

Otto Schily ist Anwalt. Und es gibt Meldungen, dass er den Siemens-Konzern vom 1. März bis 30. September 2007 rechtlich beraten hat. Für angeblich 140.000 Euro. Dies müsste Schily nach den Regeln des Bundestages angeben.
[…] Weil man nichts von ihm hörte, fragte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) höflich nach. […] Bis Montag hatte Schily darauf noch nicht geantwortet.
Dafür hatte Schily dem Nachrichtenmagazin Spiegel seine Sicht der Dinge dargelegt. Nach seinem Verständnis sei die Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter kein Beruf, teilte er mit. Seine Arbeit als Anwalt betrachte er nicht als Nebentätigkeit. Über sie könne er “keinerlei Auskünfte erteilen”. Angaben darüber seien ihm “auf Grund meiner anwaltlichen Verschwiegenheitsverpflichtung auch gegenüber dem Bundestagspräsidenten nicht möglich”.

 
Mit dieser Argumentation – IANAL und muß mich daher auf entsprechende Berichte verlassen – habe, so die SZ weiter, schon die Klägerschar beim Bundesverfassungsgericht, u. a. Friedrich Merz, Schiffbruch erlitten — für mich ist dann doch etwas unverständlich, wie ein Anwalt, ein Bundesminister des Inneren a. D. noch dazu, eine vom Bundesverfassungsgericht als unrichtig erkannte Rechtsmeinung weiterhin öffentlich aufrecht erhalten kann.
Es wäre es wert, daß über Herrn Schily weiterhin berichtet wird; schließlich ist er der seinerzeit verantwortliche Minister für die Anti-Terror-Gesetzgebung, die sein Amtsnachfolger Schäuble als dankbare Basis für eine Umwandlung in einen Präventivstaat vorgefunden hat.
Es wird auch interessant sein zu verfolgen, ob und falls – ja, »falls«, nicht »wenn«, ist hier meiner Ansicht nach zu verweden –, also falls ja, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert am Ball bleibt; daß auch Otto Schily, solange er Bundestagsabgeordneter ist, Einkünfte, die er neben den Zahlungen in Verbindung mit dem Bundestagsmandat erhält, offen legen muß, ist meinem Verständnis nach abschließend höchstrichterlich entschieden worden.
In diesem Zusammenhang stellt sich für mich dann auch die Frage, warum das Bundesinnenministerium Schily lt. SZ weiterhin alimentiert:

Er residiert gerne im Berliner Café Einstein oder rauscht mit Leibwächtern zu politischen Empfängen. Die Bodyguards lässt ihm sein altes Ministerium, obwohl die Zeit für dieses Privileg eigentlich abgelaufen ist.

 
Da ich nicht glaube, daß Schily, Jahrgang 1932, auf dieses Goodie finanziell angewiesen ist, stünde des dem neuen Hausherrn, zumal in den aktuellen Zeiten knapper Kassen, gut zu Gesicht, diese Praxis zu beenden.