Skype 2 für Linux

Auf Hinweis eines Kollegen hatte ich gestern abend mal die Skype-Version auf meinen Geilen Gutsy Gibbon-Rechnern aktualisiert und heute in einer Pause es dann mal ausprobiert: Skype 2.0.0.63 auf Ubuntu 7.10 mit Videounterstützung — Holy Shit, das funktionierte sogar, wenn auch mit Einschränkungen.
Erster Test war mit einer UVC-kompatiblen Kamera:

uvcvideo: Found UVC 1.00 device Hercules Dualpix Exchange (06f8:3005)

Die Cams gab’s vor Kurzem recht günstig in der Bucht, macht zwar auch nur 640×480, aber dafür ein recht stimmiges und scharfes Bild in Innenräumen. Für den Außeneinsatz hingegen ist sie scheinbar eher ungeeignet, da wird schon bei moderater Sonnenlichteinwirkung alles weiß. Kleiner Exkurs hinsichtlich des Treibers uvcvideo.ko: fswebcam als auch motion, zumindest in Version 3.2.9, können mit UVC-Kameras umgehen, im Falle der Quickcam Fusion (046d:08c1) klappt das sogar bis zu deren nativer Auflösung von 1280×960 Pixeln (alle Aussagen beziehen sich auf Ubuntu 7.10 i386-Systeme).

Skype 2 konnte mit der erwähnten Hercules Dualpix Exchange auch ein Videobild fangen und übertragen — allerdings brach die Bildübrtragung von mir zum Gegenüber nach ca. 10 Sekunden kommentarlos ab. Das syslog blieb leer, Skype meinte weiterhin, mit 15 FPS eine 160×120-Pixel-Briefmarke zu senden, allein es wurde weder mein Bild aktualisiert noch wurde irgendwas beim Gegenüber angezeigt.
Verbindungstrennung, Hinzufügen einer weiteren Cam per USB ohne Neustart der Skype-Applikation: Schade, hat Skype nicht mitbekommen. Also Skype beendet und neu gestartet, nun waren /dev/video0 (die UVC-Cam) und /dev/video1 (gspca-getrieben) auswählbar — und die Wahl von /dev/video1 aktivierte /dev/video0. Selbst wenn /dev/video1 das einzige Videodevice ist: eine Anwahl ergibt bei mir den Zugriff auf /dev/video0, ergo kein Bild.
Mit der gspca-getriebenen Cam als /dev/video0 dann funktioniere Skyke 2 für Linux endlich — auch mein Gegenüber konnte auf seinem Windows-PC mein hübsches Konterfei dauerhaft erblicken.
Qualitativ allerdings bewegen wir uns hier, trotz LAN-Verbindung, auf UMTS-Niveau, was die Videoübertragung angeht: 160×120 Pixel mit 5 Bildern pro Sekunde, da kommt kein Kinofeeling auf. Der Sound allerdings ist aller erste Sahne, Respekt — da muß ich wirklich meinen Hut ziehen, für Sprachkommunikation scheint Skype wie geschaffen zu sein. Schade aber, daß man weder beim Windows- noch beim Linux-Client offensichtlich an der Bandbreite für Video etwas drehen kann; im Lichte von relativ fetten DSL-Zugängen würde ich mir eine bessere Bildqualität wünschen.
Fazit: die Skype-Leute sind meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg; endlich auch Videounterstützung unter Linux, das rockt. Wenn sie jetzt noch anfingen, auch mal mit mehreren angeschlossenen Audio- und Videogeräten zu testen (meine ersten Skype-Versuche scheiterten 2005 an der (nicht vorhandenen) Anwählbarkeit meines USB-Headsets in den Auswahldialogen …) und entsprechend korrekten Code zu fabrizieren, könnte ich zufrieden sein. Ah, halt: Anbindung an Asterisk, um ggf. Anrufe via Skype auch auf meiem DECT-Gerät zu Hause entgegen nehmen zu können, das wäre noch so ein Wunsch … Und ein Gateway zwischen der Skype-Welt und der von Jabber, insbesondere hinsichtlich GoogleTalk. Grade auf meinem N810 leuchtet mir nicht so ganz ein, warum ich die Chat-Applikation (die mindestens im Falle GTalk auch Videotelefonie unterstützt) und Skype parallel laufen lassen soll – kost’ doch alles Strom …