Licht und Schatten

Wer’s noch nicht mitbekommen hat, als eine Art Microblog nutze ich derzeit locr, weil’s einfach einfach ist. Die Anwendung residiert ein meinem N95, Foto schießen, verorten (geht i. d. R. automatisch; entgegen früheren Aussagen finde ich mittlerweile das GPS im N95 als richtig gut — für einen GPS-Empfänger in einem Telefon; mit echten, navigationstauglichen GPS-Empfängern allerdings hat es nach wie vor nur die drei Buchstaben G, P und S gemein), hochladen (leider mit WIND hier in der Gegend zwischen Peschici und Vieste ein Geduldsspiel (mit G wie in GRPS-only)), fertig.
Tja. WIND. Auch in Italien bestätigt sich für mich, daß, wenn man Performance möchte, man sich einem der Platzhirsche im jeweiligen Land anvertrauen sollte.
Das ist in Deutschland so – UMTS ist weiträumig bei D1 und D2 vorhanden, EDGE jeweils in vielen nicht-UMTS-Gegenden ausgebaut, HSxPA im Aufbau oder besser; bei o2, meinem Datendienstleister aus Kostengründen für Unterwegs, sieht es mit HSxPA noch immer Mau aus (ich konnte bislang nur in München und in Verl 3,5G-Speed nutzen), UMTS ist manchmal da, die Netzabdeckung auch nur mit GSM gleicht vielerorts aber noch einem Flickenteppich :( – und ist in Italien nicht anders: TIM, der lokale Abzocker Ex-Monopolist bietet günstige Volumentarife nur »nach Feierabend« an (9 GB/Monat versurfbar Mo-Fr jeweils von 17 bis 9 Uhr sowie am Wochenende von Freitag 17 bis Montag 9 Uhr für 25 EUR/Monat (auch für Prepaid)) — dafür gibt’s dann wenigstens EDGE, meistens UMTS und oftmals sogar HSxPA. Alle meine italienischen Campingorte 2008 waren bislang mindestens UMTS-erschlossen bei TIM.
WIND auf der anderen Seite offeriert »Daten-SIMs« mit Data-only-Tarifen in verschiedenen Zeit- als auch Volumenkontingenten, auch für Prepaid (wobei sich da das dann ohne Kündigung wohl automatisch verlängert — mentale Notiz machen, vor der Abreise den Tarif zu kündigen, wäre wohl sinnvoll), z. B. 30 EUR für 2,5 GB in 30 Tagen rund um die Uhr (im Rahmen eines Angebotes ist der Traffic des Nachts, IIRC 24 bis 8 Uhr, derzeit ohne Berechnung). Nur, hatte WIND in der Nähe von Fano, Italien, noch UMTS ausgebaut, so bin ich zwischen Peschici und Vieste nicht über GRPS hinausgekommen. Da macht AJAX schon keinen Spaß mehr mit :(
Nachdem ich sowieso noch Rubbelkarten von TIM hatte, habe ich den Fundus aufgestockt und das leergeräumte Konto wieder aufgeladen; und als Proof-of-Concept habe ich mir am Sonntag Nachmittag das schweißtreibende Erlebnis F1 via HSxPA gegeben: vom heimischen vdr den DVB-Stream von RTL auf einem zweiten Rechner mit vlc auf 50% Bildgröße und 700 kBit/sec (MPEG2-) Video und 128 kBit/sec (MPEG2-) Audio resamplen lassen und diesen Datenstrom dann in der größten Mittagshitze im Trigano geschaut — denn das Laptop-Display hat gegen die hiesige Sonne nicht den Hauch einer Chance.
Qualitativ kein Heldenepos, aber man kann es sich durchaus anschauen, und die gut 800 kBit/sec flutschten ganz easy durch den OpenVPN-Tunnel von Gütersloh in die Region Peschici im Süden Italiens. Und richtig teuer, trafficmäßig, war’s auch nicht:

Hai a disposizione 8186.55 MB residui di traffico datierso ibox.tim.it. 

Na dann … Leider scheint effektiv bei 165 KByte/sec down- und 49 kByte/sec upstream Schicht im Schacht zu sein — ich sehe schon, wie auch im letzten Jahr werde ich TIM mehrere GByte schenken müssen ;)