1 Jahr danach

Ich muß gestehen, ich habe die Nachrichten über Waldbrände in Südeuropa nach meinem Urlaub 2007 nur am Rande verfolgt — es betraf ja niemanden, den ich kannte. Ein neu angekommender Deutscher allerdings wies mich kürzlich darauf hin, daß es – entgegen anderslautenden Berichten – hier im Villaggio Camping Internazionale Manacore durchaus gebrannt hat; er berichtete, daß rd. der halbe Platz Opfer der Flammen wurde, daß es dort, wo wir jetzt stehen, vor dem Feuer schönen alten Baumbestand gab, der sowohl Schatten spendete als auch den Wind minderte (3 Tage und Nächte bei Windstärke 4 bis 5 lt. wetter.com mit Böen von über 70 km/h haben wir hier schon gehabt), daß er sein Zelt 2007 hier verloren habe, nur »ein kleines Häufchen schwarzer Reste« seit übrig geblieben.
Mit dem Wissen – Hintergründe siehe die damalige Berichterstattung in Österreich, dem Abendblatt oder dem Göttinger Tageblatt – erklären sich dann manche Sonderbarkeiten. Nämlich warum der Bereich hier am Wasser so spärlich bepflanzt ist, warum die im Plan eingezeichnete Pizzeria jetzt scheinbar ein Gästehaus ist, warum viele Bäume dermaßen radikal beschnitten sind in einer Gegend, wo man doch jeden Schattenspender wilkommen heißt …
Von »Das große Feuer am 24.07.2007 hat der Platz fast unbeschadet überstanden. Schnell waren die verbrannten Stellen aufgeräumt und nach 2 Tagen war fast nichts mehr zu sehen.« ist die Realität hier dann doch weit entfernt, wie bei locr zu sehen ist: die terrassenartige Anlage am Ufer ist nur mit dürren Setzlingen bestückt, viele Bäume in diesem Teil sind massiv beschnitten und werden Jahre brauchen, um wieder Schatten spenden zu können. Viele anderen Bäume sind auch nur noch als Stumpf erhalten, etliche tragen Brandflecken als stumme Zeugen … Auf dem Weg von Peschici hierher sind uns schon sonderbare Wälder voller schwarzer toter Bäume aufgefallen; man kann sich nur vorstellen, wie maerisch es vor dem Brand in der Gegend ausgesehen haben muß.
Um nicht den falschen Eindruck zu erwecken: die Gegend hier ist schon bombastisch, wer nur Wert auf seine Bräune legt wird ebenso fündig wie Leute, die sich an der Natur erfreuen können; Wanderungen durch den Gargano müssen ein Erlebnis sein — nicht nur wegen der Temperaturen :-) Wir sind nun, andere Wege gibt es auch nicht, mehrfach durch den Gargano-Nationalpark gefahren, es ist umwerfend. Zugegeben, die Serpentinen, die dauernden Kurven, der resultierende Schnitt von ca. 40 km/h — all das nervt kollossal, wenn man nur von A nach B möchte. Aber die Landschaft ist einfach atemberaubend! (Wenn das bekiffte Ubuntu 8.04-Upgrade nicht so grandios all das kaputt gemacht hätte, was unter 7.10 tadelllos ging, hätte ich auch mehr Bilder beigepackt anstelle nur Verweisen auf locr …)