Erste EIndrücke: Online mit der ICQ- bzw. United Mobile Data-SIM

Im Nachgang des letzten Urlaubs dieses Datenreisenden ist diese Woche dann auch meine ICQ-SIM eingetroffen. Und ich überlege ernsthaft, diese zu meiner neuen primären Nummer zu machen und die in über 11 Jahren gehegte und gepflegte 0172er-Nummer auf’s Prepaid-Wartegleis zu schieben. Daß United Mobile bei den Data-SIMs auf Vodafone zurückgreift, mithin die Erreichbarkeit sich nicht ändern würde, sieht man von potentiellen Problemen bei United Mobile an, wäre dabei ein netter Nebeneffekt.
Aber warum sollte ich das tun wollen? Nun, zum einen zahle ich mittlerweile für UMTS-Paket und allen möglichen Kram, den man zwar flink bestellen aber nicht mehr abbestellen kann (zumindest nicht online), monatlich einen dicken Batzen an Vodafone — und nutze verschiedene der Super-Duper-Inklusiv-Wasauchimmer gar nicht aus. Zum anderen erhoffe ich mir ja noch eine Abschreckung bei den Callcentern, wenn ich eine Liechtensteiner Mobilfunknummer angebe; rufen sie doch an, war’s für sie wenigstens teuer und für mich und für mich kostenlos — eben anders als dieses Jahr, als mich spät abends irgendeine Pißnelke anrief, »Guten Tag, ich bin Herr $SOWIESO von $WASAUCHIMMER, …« wodrauf ich nur ein hastiges »Und ich bin im Ausland. Nein Danke.« auflegend erwiederte. Trotzdem hat’s mich rd. 60 Cent gekostet — bei United Mobile wäre auch dieser Anruf an mich kostenlos gewesem …
Aber zurück zum Datenpart; an sich funktioniert die ICQ-SIM – im folgenden Gesagtes bzgl der ICQ-SIM ist, es sei denn das Gegenteil steht ausdrücklich dort, auch übertragbar auf die UM-DATA-SIM – super, nachdem man die augenscheinlich nicht optionalen Werte »Username» und »Password« denn auch wirklich überträgt. Dies ist ein erster Unterschied zu anderen GPRS-Zugängen, wo i. d. R. anhand der APN-Angabe der Zugang erlaubt wird oder nicht (z. T. auch – das Wort Gebührenfalle fällt einem spontan ein – zu deutlich teureren Tarifen als vielleicht gewünscht).
Anders als bei D1, D2 und o2 (zu e-Plus kann ich nichts sagen), TIM oder auch WIND bekommt mein pppd unter Linux leider keine DNS-Server übermittelt, stattdessen werden lustig 10.11.12.13 und .14 eingetragen — damit ist dann Internetnutzung nur eher eingeschränkt möglich, zumal Anfragen an andere Nameserver augenscheinlich aktiv geblockt oder passiv verschluckt werden (Anfrage kommt beim Nameserver an, dessen Antwort aber passiert nicht das NAT-Gateway von United Mobile). Dank des auf dem Akoya Mini installierten Windows konnte ich aber immerhin über diesen Umweg die Nameserver von United Mobile in Erfahrung bringen:

PPP-Adapter HUAWEI3G.ICQ:
Verbindungsspezifisches DNS-Suffix:
Beschreibung. . . . . . . . . . . : WAN (PPP/SLIP) Interface
Physikalische Adresse . . . . . . : 00-53-45-00-00-00
DHCP aktiviert. . . . . . . . . . : Nein
IP-Adresse. . . . . . . . . . . . : 172.31.23.37
Subnetzmaske. . . . . . . . . . . : 255.255.255.255
Standardgateway . . . . . . . . . : 172.31.23.37
DNS-Server. . . . . . . . . . . . : 212.47.170.2
212.47.171.2
Primärer WINS-Server. . . . . . . : 10.11.12.13
Sekundärer WINS-Server. . . . . . : 10.11.12.14
NetBIOS über TCP/IP . . . . . . . : Deaktiviert

Über ein Skript in /etc/ppp/ip-up.d/ trage ich bei Einwahl bei UM nun jene Adressen in /etc/resolv.conf ein; es scheint ein nicht seltenes Problem zu sein, auch ein Debian-Bugreport exisitiert — wär’ jetzt schön, wenn Linux’ PPP nicht schlechter funktionieren würde als der Windows-Kram …
Von diesem Detail abgesehen – das eher Linux’ PPP-Daemon denn dem Anbieter anzulasten sein bzw. von den Anbietern auf Basis von »es tut ja unter Windows« als Endkunden-PC-Problem eingestuft werden dürfte –, funktioniert die ICQ- bzw- UM-DATA-SIM gut, verglichen mit manchen Tarifen großer Mobilfunkanbieter ist sie zudem für gelegentliche Nutzung günstig — zumal bei Nutzung im Ausland. Das verwendete Netz ist vielfach das der lokalen Vodafone-Dependance — das sollte meistens einen guten Netzausbau, auch mit UMTS/HSxPA. ergeben. SMS-Versand zu 19 Cent/SMS bei der ICQ-SIM ist meines Erachtes selbst innerhalb Deutschlands ein konkurrenzfähiger Preis. Was ich noch nicht ausprobiert habe ist MMS — da dafür keine Preise genannt werden, fürchte ich mal, daß dieser Dienst nicht angeboten wird; sollte dem so sein, eignete sich die ICQ-SIM zwar für rückständige Geräte wie das iPhone, nicht aber für moderne Kamerahandies, wo MMS seit ca. 10 Jahren zum Standard gehört. das fände ich latent schade, grade bei einem »ICQ«-gelabelten Produkt, welches sich eher an Junge Leute richtet …
Wermutstropfen ist allerdings die derzeit fehlende Rückwärtsauflösung für die Adressen, mit denen man über United Mobile ins Internet gelangt; inwiefern einem das Probleme macht, wird man selbst herausfinden müssen. Die Hotline konnte mit dem Begriff schon mal nichts anfangen, aber man wollte immerhin meinem Wunsch entsprechen und die diesbezügliche Meldung an den technischen Dienstleister weiterleiten.