UMTS-Landkarte: Andere arbeiten lassen reloaded

Ulkig, da öffnet sich ein – kommerzielles – Projekt zur Erstellung von Karten zur UMTS-Reichweite dem gemeinen Nutzer, aber, wie so oft in so einer Situation, werden den freiwilligen Helfern nicht viele Rechte eingeräumt an dem durch ihre Mithilfe erst wertvoll werdenden Werk:

Wem gehören die Daten?
Die speedTrack Daten stehen privaten Nutzern frei zur Verfügung und können später über eine Schnittstelle (API) abgefragt werden. Eigene Mashups und Programme können so jederzeit sehr einfach erstellt werden. Für jede kommerzielle Nutzung der Projektidee, der Daten und Auswertungen oder Teilen davon, ist vorab das Einverständnis von doubleSlash erforderlich.

 
Nun ist diese »Projektidee« – »Die doubleSlash Net-Business GmbH konzipiert und entwickelt Businesssoftware, an welche immer häufiger mobile Devices angebunden werden. Aus konkreten Kundenprojekten ist deshalb diese Idee entstanden.« – ist nun nicht so ganz neu. Selbst ich experimentiere mit Verfügbarkeitskarten seit geraumer Zeit rum, für das o2-Netz spätestens seit 2007; andere werden ähnliche Ideen gehabt haben oder haben.
Um nützlich zu sein, bedarf es vieler, möglichst unabhängiger Daten, die dann »sinnvoll« korrelliert werden müssen. Nun würde ich gerne bei dem Projekt mitmachen — aber, mal ganz ehrlich: hier geht’s nicht nur um reine Empfangstests, die Jungs machen konkreten Datentransfer zur Abschätzung von Bandbreite und RTT. Das ist technologisch ein valider Ansatz — aber die Kosten dafür tragen die Datenerbringer, und darüber aufgeklärt werden Sie auch nicht:

Wie kann ich bei speedTrack mitmachen?
Vielleicht sind Sie neugierig, wie die Verfügbarkeiten mobiler Bandbreiten dort ist wo Sie wohnen, arbeiten oder reisen? Das speedTrack Projekt ist, ähnlich wie Wikipedia oder OpenStreetMap, offen für alle die an Zukunftstechnologien interessiert sind – machen Sie mit! Tracken Sie Straßen und Wege in Ihrer Region, den Weg zur Arbeit oder einfach den eigenen Hof.
Helfen Sie mit Ihren Messdaten die umfassendste UMTS-Landkarte Deutschlands zu erstellen, die Werbeaussagen der Mobilfunkanbieter zu überprüfen und Abdeckungslücken zu identifizieren!
Alles was Sie brauchen ist die speedTracker-Software, eine UMTS-Karte und GPS-Maus für den Laptop oder ein Handy mit GPS-Device.

 
Kein Wort davon, daß durch das »mitmachen« Datentransfer entsteht und damit nicht unerhebliche Kosten, sollte man keinen »flachen« Datentarif abgeschlossen haben. Und mit Abgabe der – ggf. teuer erstellten – Daten verliert der Nutzer seine Rechte daran?
»Ich denke nicht, daß das eine gute Idee ist, Tim.«

One thought on “UMTS-Landkarte: Andere arbeiten lassen reloaded

  1. Hallo,
    schöner Blogpost über speedTracks.
    Als Anwendungsentwickler mit klarem Fokus auf Businesskunden, besteht unser Interesse nicht darin eine riesen Mitmach-Community aufzubauen und auf diese Weise zum Mitmachen für eine vollständige Trackingdatenbank aufzurufen. Das wäre in der Tat etwas sehr naiv und dilletantisch. Dafür haben wir in der Vergangenheit schon genügend OpenSource und OpenContent-Projekte erfolgreich aufgebaut und unterstützt.
    Dennoch wollen wir bei Interesse die Öffentlichkeit beteiligen lassen und zwar mit SourceCode und Daten. In den nächsten Tagen wird es z.B. die Trackingsoftware im Sourcecode auch als OpenSource zum freien Download geben.
    Ehrlich gesagt sind wir auch ein wenig überwältigt von dem gigantischen Interesse. Auch am Wunsch von sehr vielen Technikfreaks dort mitzumachen.
    Auf dieser Page http://speedtrack.doubleslash.de/login.html steht übrigens was bezüglich entstehenden Kosten. Vermutlich muss dies auf der Seite noch nachgeschärft werden, denn das Thema steht erst am Anfang und wird sich mit der Zeit weiterentwickeln.
    Es lohnt sich jedenfalls das Projekt weiter zu verfolgen.
    Schönen Gruss
    Oliver ein //Tracker

Comments are closed.