No more Hulabaloo on the Finnjet

“IT’S ONLY HULABALOO, BUT I LIKE IT!” (02.01.92 – 05.01.92)

Hulabaloo, genauer obiger Titel, war das Thema einer »Fährkreuzfahrt« mit der Finnjet, an der wir zu viert teilnamen.
»Wir«, das war eine Gruppe von Leuten, die schon Anfang der Neunziger mit der Vernetzung Ihrer Computer sich beschäftigten (ja, das gab’s auch damals schon; damals, als die Disketten grade von 5¼ auf 3½ Zoll geschrumpft waren, V.32bis, V.42bis und HST »coole« Dinge – lange nicht so cool wie ein Trailblazer allerdings – waren — und Ferngespräche noch richtig teuer), dies privat über UUCP taten und sich über das daraus resultierende Netz kennengelernt hatten.
Wir hatten uns dazu per eMail verabredet, einer hatte die Karten besorgt — und, wenn ich mich richtig erinnere, haben sich mindestens einige von uns dort zum ersten Mal im wirklichen Leben gesehen. (Hey, das ist jetzt auch schon wieder 16 Jahre her, alles behält man ja nun auch nicht so präsent nach all den Jahren ;))
Die Finnjet ist war ein sehr schnelles und großes Fährschiff, welches ich von Kindesbeinen an kannte; wir machten aufgrund familiären Hintergrundes oft in Lübeck Urlaub und so kannte ich das Bild der in Travemünde einlaufenden Finnjet nur zu gut. Ich kann mich sogar noch an die orginale Zeichnung erinnern; die Finnjet war ein toller Wellenerzeuger, sowohl am Travemünder Strand wie auch am Strand des Priwalls, und sie war nicht zu übersehen, wenn sie im Travemünder Hafen am Kai lag. Nur gefahren auf ihr, das war ich nie. Bis zu jener »Winterkreuzfahrt« von Travemünde nach Helsinki und, nach wenigen Stunden Aufenthalt (der IIRC grade reichte, um uns eine Kirche dort anzusehen), wieder Retour nach Travemünde.¹
Werbefilm der Reederei aus 1987

Es war jedenfalls ein Erlebnis; es war nicht meine erste Fahrt mit einem großen Schiff oder gar einer Hochseefähre, aber das Gefühl auf diesem riesigen Schiff … ist schwer zu beschreiben. “IT’S ONLY HULABALOO, BUT I LIKE IT!” — irgendwie trifft es das Motto ziemlich genau auf den Punkt.
Diese HULABALOO-Überfahrt war insofern etwas besonderes, als daß dort dann abends an Bord ein besonderes Programm geboten wurde — man erinnere sich, eigentlich ist war die Finnjet eine Fähre im endlosen Pendelverkehr zwischen Helsinki und Travemünde. Zum Hulabaloo ging es dort allerdings kreuzfahrtmäßig feucht-fröhlich² zu ;)
Aber die Party ist vorbei, die einst so stolze – und schnelle – Fähre GTS Finnjet, die »Königin der Ostsee«, ist nur noch ein auf den Strand gezogenes Abwrackobjekt namens »MV Kingdom«.
Immerhin, anders als mit der Concorde, kann ich sagen, daß ich mit diesem Stück herausragender Technik wenigstens einmal gefahren bin. Und ich bin, wie auch der eine oder andere der damaligen Vierergruppe, auch rückblickend noch fasziniert von »meiner« Finnjet. Etwas Wehmut schwingt allerdings schon mit, wenn ich die News von finnjetweb.com verfolge — vielleicht liegt es wirklich daran, daß ich den Anblick der ein- oder auslaufenden Finnjet so gut kenne, viele schöne Erinnerungen an die unbeschwerte Jugend damit verbinde … und selbst mit ihr mal gefahren bin. Dieses Schiff in Indien auf einen Strand gezogen zu wissen, der Abwrackung harrend — es berührt mich. Machen kann ich allerdings nichts, gute 8 Millionen EUR gibt mein Dispo leider grade nicht her; vielleicht hätte ich gestern nicht volltanken sollen …
Viel mehr bleibt mir nicht mehr zu sagen; die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es, aber bei aller Hoffnung, die immer noch aufkommt — wenn man in sich reinhört, weiß man – spätenstens nach dem Lagebericht der Finnjet-Fans von FINNJETweb.com aus Alang, Indien –, daß die Ära Finnjet vorbei ist. Nichtsdestotrotz, auch wenn die Nachrichten und Bilder schöner sein könnten — immerhin gibt es diese Nachrichten, immerhin wird das Schiff, wird die FINNJET, nicht unbemerkt verschwinden. Daher:

Rest in Peace, Dear GTS FINNJET (1977-2008)


Bei kohlhof.de gibt’s ein paar mehr – generelle – Bilder zur Schiffsverwertung in Alang; nostalgische Töne eines Finnjet-Fahrers hat marana5 zu bieten und im »Cruise-Chat« äußert sich ein ehemaliges Besatzungsmitglied (und verlinkt u. a. auch das (ehemalige) Maklerangebot, ein Farewell-Video dann noch in der Röhre …
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¹ Nein, GPS-Logs von damals habe ich keine — 1992 waren tragbare Computer nicht wirklich so portabel, wie man das Wort Laptop heute versteht und GPS-Geräte waren auch noch richtig teuer. Was ich aber noch haben müßte sind Dias und Dia-Negative vom GPS-/Radarbild, welches für interessierte Passagiere unterhalb der Brücke auf einem Moniitor angezeigt wurde — tja, auch die Digicam war, sofern schon erfunden, zumindest nicht auf dem Consumermarkt für studentische Geldbeutel erschwinglich. Gab’s 1992 eigentlich schon GSM?
² Das unter dem verlinkten Bild »1993« für »after the first “Hulabaloo” party« steht, verwundert mich jetzt ein wenig — ich bin mir ziemlich sicher, daß unsere Reise unter jenem Motto am Jahresanfang 1992 stattfand. Vielleicht hat ja jemand da draußen noch Hintergrundinfos, wurden »Hulabaloos« ab 1993 vielleicht die Regel und 1992 war der Versuchsballon?

Luxusproblem

Ok, welchen Microbloggingdienst schasse ich? twitter steht bei mir ganz oben auf Der Liste, hat massive technische und organisatorische Probleme (SMS-Versand abgeschafft, IM-Integration seit Monaten down) — aber es ist der bekannte Dienst, der Einzug in die Mainstream-Medien gefunden hat (Fans der Serie EUReKA dürften schon SARAH kennen, schein’s betrieben vom Sender …).
Jaiku hat die Probleme von twitter derzeit noch nicht — jaiku hat seine Pforten für die Massen aber auch erst Ende letzten Monats geöffnet. Jaiku wurde, das sollte man wissen, von Google gekauft. Jaiku versendet derzeit auch tapfer SMS — wird jaiku mal Probleme haben, die SMS in den Staaten oder in Europa zu versenden? Ich glaube nicht — Google sollte schon Vereinbarungen zum günstigen SMS-Massenversand haben, denn GMail als auch GCalendar können schon seit langem SMSen … Wird Jaikus Software auf hundettausende von aktiven Nutzern skalieren? Ich weiß es nicht; aber auch hier gilt für mich: falls derlei jemand hinbekommt, dann die Google-Truppe.
Mittlerweile bin ich auch bei kwippy, weil mich jemand eingeladen hat. Und bei Pownce. Und – natürlich? – Facebook. openBC XING nicht zu vergessen.
Und – natürlich! – identi.ca, dem Open-Source-Ansatz zum Thema Microblogging. Aktiv nutzen kann ich derzeit aber wirklich nur jaiku (wg. SMS-Unterstützung) und twitter, nur für diese Dienste habe ich aktuell einen Client installiert auf meinen (fast-) immer-dabei-Gerät, dem N810. Schicker ist ganz klar jaiku, der auch mit einem S60-Client daherkommt, der Dinge wie den GPS-Empfänger aktueller Geräte zu nutzen weiß; für twitter finde ich nur Kram in Java und ich mag Java wegen der run-once-write-anywhere-Erfahrungen nicht (Allerdings kommt die Nutzung direkt vom Mobiltelefon aufgrund der Tarifpolitik bei Vodafone derzeit für mich noch nicht in Frage — und es tippt sich auch leichter auf dem N810 ;))
Interessant finde ich den Ansatz von Mauku (Client für jaiku und twitter für das N810), parallel in beide Dienste senden zu können und beiden zu lauschen. Nur stellt das natürlich alle anderen, die z. B. mich ebenfalls bei twitter und jaiku verfolgen, vor das Problem, den gleichen Text zweimal, einmal je Dienst, zu bekommen. Das saugt eigentlich ganz große Steine — der vernetzte Ansatz der Software, die identi.ca realisiert, erscheint mir da ungleich spannender …
Wie dem auch sein; so ganz das Wahre ist es nicht, seine Bekanntschaften über zig Dienste hinweg zu pflegen und zu betreuen … Was sprach doch gleich gegen die gute alte eMail?