Bye-bye, einundzwanzig dreidrei?

Menno. Ich hatte ja schon befürchtet, daß eine angestaubte VIA-CPU mit 1,6 GHz gegen Intels Spaltprodukt bei gleicher Taktrate nicht wirklich viel ausrichten kann; aber daß der Verriß so deutlich ausfällt, ist jetzt eher … doof.

Unser Testgerät von HP kam mit 2 GByte Arbeitsspeicher, einem 6-Zellen-Akku und vorinstalliertem Windows Vista Business auf einer 120-GByte-Festplatte (5.400 U/min) in der Redaktion an. […] Kurios ist das 8,9-Zoll-Display. HP verbaut in dem Mini-Notebook ein mattes Display, mit einer für die kleine Bildschirmdiagonale sehr hohen Auflösung [1.280 x 768 Pixel]. […] Obwohl das Display matt ist, spiegelt es besonders stark – stärker als so manches echtes Spiegeldisplay. Das liegt an der zusätzlichen Plastikscheibe, die auf dem Display sitzt. […] Leider ist sie überhaupt nicht entspiegelt und das Display nicht hell genug, um Spiegelungen oder Fingerabdrücke zu überdecken.[…] So bekommt der Anwender des Mini-Note nur die schlechten Seiten beider Displaytechniken. Es fehlt an den kräftigen Farben, die Spiegeldisplays normalerweise bieten und die Spiegelungen sind so stark, dass an einen Außeneinsatz kaum zu denken ist. […] Erweitern lässt sich das Mini-Note durch einen ExpressCard/54-Steckplatz, der natürlich auch ExpressCard/34-Erweiterungen aufnimmt. […] Die Verbindung mit der Außenwelt stellt das Notebook nicht nur mit der Fast-Ethernet-Netzwerkkarte her, sondern alternativ auch per Bluetooth oder WLAN. Letzteres funkt auch nach dem 802.11n-Entwurf und erkennt WLAN-Access-Points, die im 5-GHz-Band senden und empfangen. […] Die Benchmarks dürften den an Intels Atom gewöhnten Nutzer erschrecken. Wer dachte, Atom-CPUs seien langsam, der hat Vias C7 noch nicht gesehen. Bei derselben Taktfrequenz schaffte das Mini-Note teils nur ein Drittel der Leistung eines typischen Atom-Netbooks. Auch die Chipsatzgrafik ist sehr langsam. […] Fazit: Würde in dem HP Mini-Note nicht die sehr langsame C7-M-CPU von Via stecken, wäre das Notebook eine tolle Anschaffung. […]

 
Man lese den kompletten Artikel drüben bei Golem.de; ich kopiere hier nur die Kernaussagen für den Fall, daß dem Orginal zukünftig was zustoßen sollte …
Tja. Wie gesagt, liest sich voll doof :( Ich schiebe optimistisch einen Teil der angeblich lausigen Performance momentan noch auf das zum Testen verwendete Vista — wobei ich schon nicht verstehe, wie ein Hersteller überhaupt ein Netbook mit Vista auf dem Markt bringen kann; der Vistadreck gehört auf eine (kurzlebige) Recovery-CD und auf das Netbook, wenn schon MS-Crap, dann XP installiert. YMMV, aber die lebensverlängernde Spritze aus Redmond für Windows XP für den Netbook-Einsatz dürfte kein Kniefall vor den Hersteller- oder Kundenwünschen gewesen sein, sondern dem Hardwarehunger des aktuellen Windows’ geschuldet.
Ok, Windows wäre so oder so nicht die präferierte OS-Umgebung für mein ((privates) Arbeits-)Netbook; etwas mehr Lin und noch ein bißchen ux sollte da schon drin sein — wo die Plattformwahl VIA den nächsten Stolperstein parat hält: »natürlich« gibt’s bei dieser Hardware wieder mal sone und solche Treiber. Dinge die die Welt nicht braucht für 100 bitte :( (Für Ubuntu sieht’s nicht wirklich besser aus, was die Hardwareunterstützung angeht.)
Spannend ist eigentlich, daß trotz der unterirdischen Benchmarks andere Nutzer das 2133 weniger verrissen haben:

Obwohl die Ergebnisse der beiden VIA CPUs “erschreckend” hoch sind, merkt man im Alltäglichen Gebrauch überhaupt nichts davon. Die Programme starten zügig und laufen auch alle ohne Probleme. […] Mein Fazit nach 10 Tagen intensiver HP 2133 Benutzung fällt positiv aus. Es ist allen Alltagsaufgaben gewachsen und sieht dabei auch noch Klasse aus. Was abschreckend wirkt ist der Preis von ca. 600 EUR. Ich würde ihn mir auf jedenfall wieder kaufen! Man wird mich also ab jetzt öfter mit einem HP 2133 antreffen als mit meinem EEE-PC 901.

 
Sorgen allerdings machen mir sämtliche Berichte zum Display:

Leider muss man mit dem HP 2133 Spiegeldisplay leben, aber ich habe mich in den zehn Tagen nicht nach einem matten Display gesehnt. Das Spiegeldisplay hat nicht so sehr gestört wie man es beim ersten Anblick vermutet. Im Zug habe ich mich ein wenig von der Sonne weggedreht und im Biergarten einfach ein paar Zentimeter weiter zum Sonnenschirm. Es ist also durchaus machbar auch mit einem Spiegeldisplay entspannt arbeiten zu können. Wer dem Spiegeln etwas entgegensetzen möchte kann auf Entspiegelungsfolien zurückgreifen.

 
Rhytmische Sportgymnastik ist nicht so meins, mit arhytmischer Surfgymnastik je nach Sonneneinfall wollte ich konsequenterweise nicht anfangen, Ich habe im Urlaub ja schon das MSI U100 Medion akoya Mini meiner besseren Hälfte auskosten dürfen; Surfing in der Sonne macht selbst damit nicht »happy«, und alle Berichte konstatieren dem akoya/U100 mit das beste außentaugliche Display derzeit am Markt. Das läßt wenig Raum für Hoffnung für die Außentauglichkeit des HP 2133 *seufz*
Ach so, warum ich so fixiert auf das 2133 bin? Es hat eine spannende Auflösung – mit 768 Pixeln in der Vertikalen immerhin das, was mein gutes altes Gebraucht-VAIO (12″, 1,2 kg, P3 650, 384 MB) schon bei seiner Entwicklung vor rd. 8 Jahren leistete –, einen Express-Card-Slot (sogar die breite Version) für Erweiterungen – der eine PC-Card-Slot meines VAIOs nimmt z. B. gerne entweder eine WLAN- oder eine 3.5G- oder eine kombinierte WLAN-und-3G-Karte auf, da es außer Ethernet und IRDA nichts bietet – sowie eine angeblich erstklassige Tastatur in etwa auf dem Niveau des akoya Mini (welche mir sehr zusagt). Da ich auf ein Mehr an Platz auf dem Desktop Wert lege, sind derzeit nur HPs 2133 und Gigabytes M912X valide Optionen — und die Waage schlägt leider grade gen atomarem Convertible statt in Richtung meines initialen Favoriten HP 2133.
Hrmpft.