Navigon Mobile Navigator 7

Wie schon erwähnt, hat mein vor rd. 1,5 Jahren gekauftes Navigationsgerät von Medion seinen Zenit überschritten und terminiert das eigentliche Navigationsprogramm neuerdings kommentarlos und willkürlich — nicht ohne beim Neustart darauf hinzuweisen, daß man das Gerät nicht während der Fahrt benutzten solle. (Ja, für so manche programmierte Abscheulichkeit wäre ich durchaus für 3 Monate sibirisches Arbeitslager als Strafe für den Koder …) Gut, ich vermute mal, man hat mal wieder mindewertige Teile verbaut für im Auto eingesetzte Hardware; spannenderweise war die Hinfahrt von Würzburg nach München problemlos möglich, ich wünsche Aldi/Medion schon mal viel Spaß bei der Fehlersuche.
Vorgewarnt, hatte ich daher die 30-Tage-Testversion des Navigon Mobile Navigator 7 auf meinem E71 instaliiert und dieses auch parallel mit der Routenführung betraut — man möchte ja nicht bei 180 sich durch ein neues Navi kämpfen … Und anders als bei den Regenschirmen – wo es nie regnet, wenn man sie mitnimmt und immer, wenn man sie zu Hause läßt – trat hier der Ausfall-Fall ein; nach rund einer Stunde terminiert das Navigationsprogramm nachhaltig (Neustart überlebt es keine 5 Sekunden) und es schlug die Stunde des E71 mit Navigon Mobile Navigator 7.
Um es kurz zu machen: ich bin nicht 100%ig überzeugt von Navigon Mobile Navigator 7. Zum einen wollte er mich einmal, ich glaube auf Höhe des Abzweigs zur Autobahn nach Coburg, von den drei Hauptfahrstreifen über die parallel verlaufenden Richtungsfahrstreifen führen — ähnliche Scherze haben schon vor ca. 3-4 Jahren sich die Versionen 2 und 3 des Navigators für Windows-Mobile-PDAs erlaubt, seinerzeit fuhren wir mehrfach über Hotelzufahrten, weil der Navigator dies als schneller empfand als auf der Hauptstraße zu bleiben.
Erklärlich ist ein solches Verhalten für mich in erster Linie, wenn das Kartenmaterial für solche Parallelwege z. B. keine Beschränkung der Geschwindig hinterlegt hat, für die Hauptstrecke allerdings schon — dies zeugt aber von eher schlechter Kartenqualität, imho.
Warum ich allerdings kurz vor dem Hattenbacher Dreieck auf die Bundesstraße gelotst werden sollte, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben; Verkehrsmeldungen, die eine Vollsperrung des Dreiecks nahelegen und damit das Ausweichen auf Bundesstraßen rechtfertigen könnten, hatte der MN 7 nicht empfangen — dazu später mehr.
Ich wage ferner zu bezweifeln, daß die »schnellste Route« von Paderborn nach Gütersloh ab kurz hinter Paderborn über Land führt — ökonomischer und kürzer mag sei sein, bei freier Strecke auf A33 und A2 aber sicherlich nicht schneller, zumal bis nach Gütersloh Innenstadt.
Routingfehler sollte ein Navigationsprogramm – selbst für’s Mobiltelefon, welches heute ja auch nichts anderes als ein tragbarer Minicomputer ist – schon mal nicht produzieren; daß dann aber meine Heimatadresse (existent seit mindestens fünf Jahren) im Verzeichnis des brandneuen Mobile Navigator 7 nicht vorhanden ist, stimmt mich doch ziemlich nachdenklich. (Zumal die später zum Kreisel umgebaute Kreuzung durchaus als Kreisel hinterlegt ist – generell ist das Kartenmaterial also wohl aktuell, nur nicht wirklich komplett.)
Als prinzipieller Vorteil hätte sich dann der, »NAVIGON Traffic« genannte, Online-Update über die Verkehrslage erweisen können — leider blieb der Speicher dafür während der gesamten Fahrt leer, mangels TMC-Empfänger im E71 war das Routing mithin rd. ein, zwei Jahre schlechter als jenes meines Medion-Gerätes.
Erst heute stellte ich dann fest, daß meiner Mobile Navigator 7-Installation der Zugriff auf Verkehrsinformationen verwehrt ist — das erklärt die dauerhaften 0 Verkehrsnachrichten auf der Rückfahrt gestern, stellt natürlich andererseits aber auch das Konzept des 30-Tage-Try&Buy-Angebotes von Navigion in Frage. Wie soll ich denn mich von den Vorteilen, der Aktualität und Qualität der – wegen mobiler Datennutzung je nach Vertrag – teuren Online-Verkehrsmeldungen (statt TMC [plus], was jedes aktuelle Navigationsgerät bietet) überzeugen, wenn ich dadrauf gar keinen Zugriff habe? Da wäre ein zielführenderes Angebot an die Unentschlossenen Kunden sicher angebracht …
Licht und Schatten liegen daher aus meiner Sicht nah beieinander; wer ein potentes Seris-60-3rd-Release-Smartphone sein Eigen nennt, bekommt für 69,– EUR Deutschland und die Alpen bzw. für 99,– EUR Europa komplett samt einem ausgereiften Routingprogramm — und da man das Handy immer dabei hat, entfallen Diebstahlsproblematik und »Mist, das Navi ist zuhause«.
Ob die Verkehrsmeldungen über Mobilfunk was taugen – und einen echten Mehrwert gegenüber traditionellem TMC, was das Smartphone in der Regel nicht bietet, darstellt –, konnte ich bislang nicht testet; ohne diese ist es ein Navi ohne jegliche Verkehrslageinformation, das ist imho nicht mehr Stand der Technik. Und man muß immer mitdenken bei den Routinganweisungen, ob es grade Sinn macht, was der MN 7 grade vorschlägt :( Grade diesen Fehler hätte ich nicht mehr erwartet in einer Version 7, zumal andere Navis derlei Späße auch sich verkneifen …