Angebot & Nachfrage

Nachdem mein Wunschgerät irgendwie schlecht lieferbar ist, schaute ich mal nach 100-Hz-Full-HD-LED-Backlight-Geräten — ahem, Angebote ab 1478 EUR für das günstigste Gerät, aber auch lieferbar erst ab 2478 EUR‽ Marktwirstschaft funktioniert offensichtlich …

Leerverkaufsshopsysteme

Offensichtlich wird auch im Einzelhandel mit immer härteren Bandagen gekämpft — nicht wirklich kundenfreundlich, aber damit muß man sich wohl abfinden.
Vorgeschichte: heute morgen zeigte die allmorgendlichen Shift-Reload-Aktion zwecks Findung eines lieferbaren LCD-TVs (ich habe mich nach längerer Suche auf den 42LG7000 oder 47LG7000 eingeschossen, um die 76er 100hz-16:9-Rohre auf’s Altenteil schicken zu können) ein neues Angebot an.
Auf die Lieferbarkeit lege ich Wert, da einerseits Geräte in dieser Größe üblicherweise per Spedition verschickt werden (die dann nur montags bis freitags auch ausliefert) und andererseits ich nicht unendlich auf das Gerät warten will; nicht zuletzt könnte der Händler in der Wartezeit ja insolvent werden und mit – auch meinen – Steuergeldern werden ja nur unfähige Manager gefallschirmt, Privatleute hingegen, die bei insolvent gewordenen Händlern konjunkturwirksam werden wollten, tauchen nicht auf dem Berliner Radar auf.
Gut. Also schaute ich freudig nach, denn sowohl der Preis aus auch die weiteren Konditionen (recht günstiger Versand, verglichen mit bis zu 80 EUR bei anderen Anbietern; Bezahlung ber Kreditkarte – und damit relativ sicher, schnell und komfortabel – möglich) paßten.
Ware in den Warenkorb gelegt, angemeldet – als wiederkehrender Kunde benötigte das ja nur einen Klick –, Konditionen durchgelesen, zwischenzeitlich anderen Verpflichtungen nachgekommen. Bei Wiederaufnahme des Bestellvorganges freudig überascht gewesen, daß die Session nicht, wie bei vielen anderen Shopsystem schon nach teils exorbitant kurzer Zeit, verfallen war. Zahlungsweise ausgewählt, final auf »bestellen« geklickt — und Aus die Maus: »Dieses Produkt ist nicht mehr vorrätig. Sie müssen es vom Warenkorb entfernen.«
Danke, Anke Otto!
Vielleicht ist dies in weniger zivilisierten Gegenden als OWL ja an der Tagesordnung, aber selbst während meiner Zeit in Hamburg oder Würzburg – wobei ich denen natürlich keinen geringeren Zivilisationlevel als OWL andichten will; man nehme das als rethorische Wendung ohne geografischen Hintergedanken

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– ist es mir nie passiert, daß ein anderer Kunde von mir in meinen Einkaufswagen gelegte Ware an sich nahm und damit zur Kasse sprintete. Ich denke daher, niemand kann es mir verdenken, daß mir ganz spontan das unschöne Wort vom Lockvogelangebot einfiel; ein solches Verhalten empfinde ich als zutiefst kundenunfreundlich.
Ja, der gesamte Vorgang zog sich über eine Stunde hin, vom in-den-Warenkorb-legen über das Anmelden für den Bestellvorgang über die Prüfung der Konditionen und zwei Käffchen beim lokalen Kaffee-Dealer bis zur Auswahl der Bezahlform. Aber in all der Zeit war das Gerät virtuell in meinem Einkaufswagen, das Shopsystem hat die Session nicht invalidiert in der ganzen Zeit. Hat der Otto-nahe Shop discount24 derlei wirklich nötig? Gibt es keine Mindestmenge für angebotene Waren in einem (Online-) Shop?
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¹ Sorry für den Disclaimer, aber man sollte ja vorsichtig sein mit Aussagen über Land und Leute ;)