Google und die Malware

Lustiger Tag heute. Nachdem wir doch noch fündig wurden bei einem Osterurlaub, wollte ich nur »mal eben schnell« nach Internetzugangsmöglichkleiten in Tunesien suchen; mein liebster Roaming-Provider, United Mobile, bietet leider für Tunesien keine Datentarife an (generell ist’s außerhalb Kerneuropas diesbezüglich arg dünn das Angebot).
Aber »googlen« war da grade nicht wirklich einfach, denn jede Fundstelle wurde mit dem dezenten Hinweis, daß die Seite meinen »Computer beschädigen« könnte, unterlinkt und ein Klick auf den Fundstellenlink brachte mich nicht zur Fundstelle sondern zu einer Belehrungsseite.
Generell nichts Neues, diesen Service bietet Google – AFAIK ungefragt – schon länger. Neu war allerdings, daß jede Fundstelle, also auch jede Zielsite, derart behandelt wurde, spiegel.de und, dem Vernehmen nach, selbst google.com selbst. Da machte der Hinweis Googles, ich solle zur »vorigen Seite« (der mit dem Suchergebnis) zurückkehren, so richtig viel Sinn ;-)
Ohne den Untergang des Abendlandes predigen zu wollen, sollte Google dermaleinst nicht mehr sein – sei es wegen allzu geldgeiler Bänker, sei es, weil das Businessmodell nicht mehr trägt oder sei es durch einen richtigen GAU –, dieser Vorfall – der nach kurzer Zeit, lt. Google nach ca. 40 Minuten, auch schon wieder Geschichte war – macht aus meiner Sicht doch deutlich, welche Macht Google da eigentlich hat. Denn, wie der eine und sicher auch andere Webmaster festhalten:

Of course, chances are, like me, your website doesn’t harm anyone either. But, regrettably, Google likely harmed your web traffic today.

 
Kleine Anekdote am Rande: ca. eine Minute, nachdem Roland Broch den Link zu Googles Erklärungsblogpost twitterte, kam von DerWesten ein Hinweistweet auf íhren Artikel zum Thema. Dort war zu lesen:

Gut eine halbe Stunde brauchte Google, um den Fehler zu beseiten, über die Gründe ist derzeit noch nichts bekannt. Momentan läuft die Suchmaschine wieder ohne Probleme.

 
Gut, das war nicht mehr ganz aktuell, drum gab’s dann von mir ‘nen Hinweistweet – und, Respekt, augenscheinlich verfolgt DerWesten wirklich seinen Twitter-Account.
Allerdings, FTR, ich habe diesen Link auf Googles Blogeintrag nicht initial aufgetan sondern nur von Roland Broch via Twitter übernommen.

Introducing painseeker.de

Kurzzeitig war ich wirklich am überlegen, ob ich nicht ein separates Blog unter painseeker.de für die kommenden Schmerzen mit Linux, DVB-S(2) und HDTV starten sollte …

RE: Verwirrung DVB-Treiber (DVB-S2)
ich gebe mal die dinge so wieder wie ich sie im gedächtnis habe und die andern korrigieren dann
> V4L ?
v4l alter stand API3. DER klassische dvb trieber der auch im kernel steckt
http://linuxtv.org
> Multiproto ?
da sich die entwickler im bereich dvb (dvb-ml) nicht wegen dvb-s2 implementierung einigen konnten hat einfach einer (eine gruppe) den multiproto treiber gestartet, unterschied zum normalen dvb treiber war u.a. wie man die zusätzlichen informationen bei dvb-s2 über das api zur software bringt, es wurde ein bestimmter stand vom normalen dvb treiber genommen und getrennt weiterentwickelt
> Multiproto Plus ?
entstand weil im normalen dvb treiber immer mehr verbesserungen drin waren die im multiproto fehlten, also hat sein jemand anderes den multiproto abgzweigt und neuen code der seit der abzweigung des multiproto im dvb zweig aufgetaucht war implementiert (vor allem sachen für die ff karte?)
hier sind wir dann schon bei zweig 3 angelabt
-> http://jusst.de/hg/
> Liplianin ?
da die zwei multiproto zweige Igor M. Liplianin zu unschön waren (und vor sich hin dümpelten) hat er einen neuen multiproto zweig angefangen um die beiden wieder in einem zu vereinigen
ABER als letztes jahr im september der s2api entwurf kam wa er auch mit dabei und hat einen s2api-liplianin zweig gehostst (war ja zu dem zeitpunkt noch nix offizielles) und im laufe der folgenden wochen wurde der s2api vorschalg zum neuen APIv5 der jetzt auch “offiziell” auf http://linuxtv.org läuft, so das rein theoretisch der s2liplianin zweig irgendwann obsolet würde
[…]

 
Glücklicherweise bin ich einerseits nicht der Erste, der sich diese Schmerzen antut, andererseits auch geübt im Umgang mit Neuen Technologien bei Linux, sodaß ich mich vorbereitet habe:

  • Dedizierter – neuer – PC für HTDV-Ausgabe über DVI/HDMI[sup]
    1

    [/sup]; Komponenten ausgesucht nach mehrtägiger Recherche bzgl. VDPAU

  • Zweigleisigkeit bei der Anschaffung der DVB-S2-Karten; da das Mainstream-DVB-Schlachtschiff Technotrend Schlagseite hat, habe ich zwei unterschiedliche DVB-S2-Karten[sup]
    2

    [/sup] beim Dealer meines Vertrauens geordert, um notfalls zumindest mit einer Karte am Wochenende erfolgreich zu sein

  • Dediziertes Ausgabemedium für den Testaufbau — statt nur Nachts den FullHD-TV im Wohnzimmer belegen zu können, gönnte ich mir einen 22″-FullHD-LCD[sup]
    3

    [/sup]

Distribution der Wahl wurde letztlich Ubuntu Intrepid Ibex aka 8.10; 9.04 ist noch etwas weg und für Ubuntu gibt es eine erstaunlich große Benutzerbasis im VDR-Umfeld (was wohl an der Aktualität der Ubuntu-Distributionen generell, verglichen mit denen der Basis – Debian – liegen dürfte; denn leider ist grade im Medienbereich selbst das aktuelleste Package von letztem Monat oft zu alt für $FEATURE, was gestern ins CVS eingecheckt wurde).
Alle Investitionen zusammen genommen, hätte es auch für einen Dream 800 HD gereicht; ich möchte aber eigentlich weiterhin Doppel-Tuner (Plan sind 3-4 DVB-S-Karten im LAN, davon mindestens zwei HDTV-fähig) und bin mit VDR mehr als zufrieden, was das die Arbeit als zuverlässigen DVB-Aufzeichner und -Abspieler angeht. Davon abgesehen wird der 22″-LCD ja zum primären Desktop-LCD und der bisherige 1280×1024-19″ bekommt neue Aufgaben.
Ok, wo anfangen für die Erreichung des Ziels – VDR mit H.264+VDPAU-Unterstützung mit Ausgabe per DVI oder HDMI an den Wohnzimmer-47″-LCD –, die Auswahl ist mittlerweile schon groß …
Versuch Nummer 1 nach einem HOWTO bei free-x.de schlug am frühen Samstag morgen Ortszeit schon einmal fehl:

root@hdtvdr:~/# hg clone http://liplianindvb.sourceforge.net/cgi-bin/hgwebdir.cgi/liplianindvb/
destination directory: liplianindvb
abort: 'http://liplianindvb.sourceforge.net/cgi-bin/hgwebdir.cgi/liplianindvb/' does not appear to be an hg repository!

Leider scheint’s grade bei SourceForge Probleme zu geben — oder das Repo ist umgezogen, der Trend lautet ja derzeit eh’, »neues Jahr, neuer CVS-Ahne« … Also Schwenk auf ein Ubuntu-Forum;

hg clone http://jusst.de/hg/multiproto

funktionierte und »erhellte« immerhin eine der beiden DVB-S2-Karten (die »Mystique SaTiX-S2« aka »KNC ONE TV-Station DVB-S2«).
Eine von Zweien ist schon mal nicht schlecht, zumal ich im Arbeitszimmer sowieso nur 1x DVB-S zur Verfügung habe – mentale Notiz für die Zukunft: eingezogene Leerrohre, zumal, wenn von gleichgültigen Handwerkerhänden gerechtwinkelt im Estrich, können niemals einen zu großen Durchmesser besitzen –; aber, hey, ich habe ja nun painseeker.de nicht nur aus einer Laune heraus registriert …
In einem – dank Googles Sprachtools auch für mich grob verständlichen – russischen VDR/DVB-Forum fand sich ein Link auf oben angesprochenen zukunfsweisende »S2-API« des Herrn Liplianin, ein bißchen Browsing brachte dann mittels

hg clone http://mercurial.intuxication.org/hg/liplianindvb/

mich theoretisch »back on track« für das eingeschlagene HOWTO … Und was soll ich sagen?

root@hdtvdr:~# ls -la /dev/dvb/
total 0
drwxr-xr-x 4 root root 80 2009-01-31 02:16 .
drwxr-xr-x 15 root root 14140 2009-01-31 02:16 ..
drwxr-xr-x 2 root root 120 2009-01-31 02:16 adapter0
drwxr-xr-x 2 root root 140 2009-01-31 02:16 adapter1

… spricht wohl für sich ;) Zumindest theoretisch werden mit liplianindvb – Stand Ende Januar 2009 – beide vom DVB Shop als linux-tauglich getaggte DVB-S2-Karten unterstützt … »dmesg« sagt dazu:

[ 16.539396] cx88/0: cx2388x v4l2 driver version 0.0.6 loaded
[ 16.540711] ACPI: PCI Interrupt Link [LNKB] enabled at IRQ 17
[ 16.540722] cx8800 0000:01:07.0: PCI INT A -> Link[LNKB] -> GSI 17 (level, low) -> IRQ 17
[ 16.541143] cx88[0]: subsystem: d460:9022, board: TeVii S460 DVB-S/S2 [card=71,autodetected]
[...]
[ 17.170570] saa7146: register extension 'budget_av'.
[...]
[ 17.386830] DVB: registering frontend 0 (Conexant CX24116/CX24118)...
[...]
[ 17.408045] budget_av 0000:01:06.0: PCI INT A -> Link[LNKA] -> GSI 16 (level, low) -> IRQ 16
[ 17.408073] saa7146: found saa7146 @ mem f8894c00 (revision 1, irq 16) (0x1894,0x0019).
[ 17.408078] saa7146 (0): dma buffer size 192512
[ 17.408081] DVB: registering new adapter (KNC1 DVB-S2)
[ 17.931078] DVB: registering frontend 1 (STB0899 Multistandard)...

Ob diese Treiber auch wirklich funktionieren, sollte sich später herausstellen …
_____

[sup]1[/sup] Asus Vintage3-M3N8200-Barebone, zzgl. 2 GB RAM, vorh. SATA-Platte, Athlon X2 7750
[sup]2[/sup] »Mystique SaTiX-S2« und »TeVii S460 DVB-S2«
[sup]3[/sup] Iiyama ProLite E2208HDS-B1