Globalisierung? Aber nicht doch!

Sie läßt mir ja keine Ruhe, diese Nichtverfügbarkeit meines Wunschgerätes LG Electronics LG70. Mittlerweile habe ich zur kurzen Erklärung eines Händlers, warum der 47LG7000 mir erst angeboten wurden, dann aber eine Fehlermeldung erschien:

Hallo, der Artikel ist derzeit nicht verfügbar und kann auch nicht bestellt bzw. geliefert werden.

 
Aufschluß ergibt ein Posting im entsprechenden Thread im hifi-forum.de:

LG kommt momentan mit dem produzieren nicht nach! darum gibt es auch momentan keine geräte, zumindest in der 47er größe!
das waren die aussagen die ich bei diversen händlern und auch bei LG in linz zu hören bekam! ähnlich geht es ja mit den 42er modellen der 7000er serie!
redcoon.de hatte kürzlich eine handvoll bekommen, nach österreich gingen gar keine […]

 
Es soll wohl ab dem 27.01.09 wieder neue Geräte geben; das deckt sich zeitlich mit einigen der Lieferaussagen bei Händlern …
Bei der Suche auf eine Antwort bin ich allerdings auch über die, aus meiner Sicht, fragwürdige Modellpolitik LGs gestoßen:

Aug. 27, 2008
LG Introduces Scarlet LG70, a Sophisticated New Face
[…] LG Electronics (LG), a major player in the global flat panel display market, recently announced the global launch of its most sophisticated Full HD 1080p LCD TV series, the Scarlet LG70, which incorporates all of LG’s state-of-the-art technologies. […]
The set’s advanced TruMotion 100 Hz (120Hz in North America) technology combined […]


(LED Backlight for North America)The Scarlet LG90 designed for North America based upon the Scarlet LG70 model is LED backlight TV, having blue accent on the slim and sharp side line. With the LED backlight, the TV takes care to reflect a genuine interest in consumers by featuring low power consumption and improving brightness and contrast characteristics. In general, backlight units using LEDs […] This allows the TV to take more refined picture control with a contrast of 1,000,000:1.
(Bluetooth for Europe) The Scarlet LG70 which is Bluetooth certified TV also helps viewers keep etiquette. It enables them hear the TV sound with Bluetooth compatible wireless headsets without interrupting others. In addition, it is, of course, compatible with Bluetooth certified mobile phones and digital camera so that consumers can impress friends at house parties by sending photos to TV display.

 
Mit anderen Worten: das als 47LG75 auf der CES 2008 prämierte Gerät kommt in Europa (vorerst?) nicht auf den Markt? Danke, LG. Sehr innovativ — und warum haben die US-Kisten kein BT, aber dafür 120 Hz, nicht aber die europäischen? Auch die europäischen LG70 nehmen 30 und 60 Hz an, da wäre ein Displaytakt von 120 Hz doch besser als 100 Hz?

Eingangssignale: VGA-SXGA, PAL / SECAM / NTSC, SDTV & HDTV (480i, 480p, 576i, 576p, 720p, 1080i, 1080p mit 30fps, 60fps, 24fps und 50fps

 
Ich glaube, ich suche doch mal nach Samsung-100-Hz-LED-LCDs …

Angebot & Nachfrage

Nachdem mein Wunschgerät irgendwie schlecht lieferbar ist, schaute ich mal nach 100-Hz-Full-HD-LED-Backlight-Geräten — ahem, Angebote ab 1478 EUR für das günstigste Gerät, aber auch lieferbar erst ab 2478 EUR‽ Marktwirstschaft funktioniert offensichtlich …

Leerverkaufsshopsysteme

Offensichtlich wird auch im Einzelhandel mit immer härteren Bandagen gekämpft — nicht wirklich kundenfreundlich, aber damit muß man sich wohl abfinden.
Vorgeschichte: heute morgen zeigte die allmorgendlichen Shift-Reload-Aktion zwecks Findung eines lieferbaren LCD-TVs (ich habe mich nach längerer Suche auf den 42LG7000 oder 47LG7000 eingeschossen, um die 76er 100hz-16:9-Rohre auf’s Altenteil schicken zu können) ein neues Angebot an.
Auf die Lieferbarkeit lege ich Wert, da einerseits Geräte in dieser Größe üblicherweise per Spedition verschickt werden (die dann nur montags bis freitags auch ausliefert) und andererseits ich nicht unendlich auf das Gerät warten will; nicht zuletzt könnte der Händler in der Wartezeit ja insolvent werden und mit – auch meinen – Steuergeldern werden ja nur unfähige Manager gefallschirmt, Privatleute hingegen, die bei insolvent gewordenen Händlern konjunkturwirksam werden wollten, tauchen nicht auf dem Berliner Radar auf.
Gut. Also schaute ich freudig nach, denn sowohl der Preis aus auch die weiteren Konditionen (recht günstiger Versand, verglichen mit bis zu 80 EUR bei anderen Anbietern; Bezahlung ber Kreditkarte – und damit relativ sicher, schnell und komfortabel – möglich) paßten.
Ware in den Warenkorb gelegt, angemeldet – als wiederkehrender Kunde benötigte das ja nur einen Klick –, Konditionen durchgelesen, zwischenzeitlich anderen Verpflichtungen nachgekommen. Bei Wiederaufnahme des Bestellvorganges freudig überascht gewesen, daß die Session nicht, wie bei vielen anderen Shopsystem schon nach teils exorbitant kurzer Zeit, verfallen war. Zahlungsweise ausgewählt, final auf »bestellen« geklickt — und Aus die Maus: »Dieses Produkt ist nicht mehr vorrätig. Sie müssen es vom Warenkorb entfernen.«
Danke, Anke Otto!
Vielleicht ist dies in weniger zivilisierten Gegenden als OWL ja an der Tagesordnung, aber selbst während meiner Zeit in Hamburg oder Würzburg – wobei ich denen natürlich keinen geringeren Zivilisationlevel als OWL andichten will; man nehme das als rethorische Wendung ohne geografischen Hintergedanken

¹

– ist es mir nie passiert, daß ein anderer Kunde von mir in meinen Einkaufswagen gelegte Ware an sich nahm und damit zur Kasse sprintete. Ich denke daher, niemand kann es mir verdenken, daß mir ganz spontan das unschöne Wort vom Lockvogelangebot einfiel; ein solches Verhalten empfinde ich als zutiefst kundenunfreundlich.
Ja, der gesamte Vorgang zog sich über eine Stunde hin, vom in-den-Warenkorb-legen über das Anmelden für den Bestellvorgang über die Prüfung der Konditionen und zwei Käffchen beim lokalen Kaffee-Dealer bis zur Auswahl der Bezahlform. Aber in all der Zeit war das Gerät virtuell in meinem Einkaufswagen, das Shopsystem hat die Session nicht invalidiert in der ganzen Zeit. Hat der Otto-nahe Shop discount24 derlei wirklich nötig? Gibt es keine Mindestmenge für angebotene Waren in einem (Online-) Shop?
_____

¹ Sorry für den Disclaimer, aber man sollte ja vorsichtig sein mit Aussagen über Land und Leute ;)

xdrei++

Extra 3 – »der satirische Wochenrückblick im NDR Fernsehen: pointiert, meinungsstark, angriffslustig« – hat im Netz derzeit eine Aktion laufen, »den schönsten Extra 3 Song« per Umfrage zu ermitteln.
Eines meiner persönlichen Highlights ist dabei die Verarbeitung des gesetzwidrigen Verhaltens des ehemaligen Bundesinnenministers: »Schily, zeig’ Deinen Nebenverdienst!«

»Du warst das Gesetz, jetzt hast Du’s selber verletzt, […]« — eigentlich darf der Zustand der Zivilgesellschaft nicht verwundern, bei solchen Vorbildern wie Kohl, Schily, …

Geshopter Landeanflug – aus 1 mach 4

Über die Sinnhaftigkeit von Bilderstrecken auf Magazinseiten zu philosophieren ist eher müßig; es gibt sie nun einmal. So auch diese bei DerWesten zur Notwasserung eines Airbus gestern in New York.
Eine neue Erfahrung, zumindest für mich, ist aber, daß DerWesten offensichtlich aus einem Bild mit ein bißchen Photoshop-Arbeit insgesamt vier Einträge in der Bilderstrecke sich zusammenbastelt. Untertitelt sind sie mit »Diese Fotos zeigen die Maschine im Landeanflug.« (Link), gefolgt von einer augenscheinlichen Ausschnittsvergrößerung mit der Unterschrift »Allmählich sinkt sie tiefer…« (Link), dem gleichen Bild mit anderer URL und dem Text »..und tiefer…«, den Abschluß bildet dann – es ist wohl das Ausgangsbild – »…und berührt schließlich die Wasseroberfläche.«, wo die Maschine nach wie vor dem Wasser nicht näher gekommen ist, siehe Screenshot.
Großartig … Sinnentleerte Nutzung neuer Medien, Sieger 2009: DerWesten!

»Familienministerin setzt Internet-Filter durch«

Das ist doch mal eine Aussage:

Deutsche Serviceprovider werden “noch in dieser Legislaturperiode” damit beginnen, Internet-Adressen mit kinderpornografischen Inhalten zu blockieren. […]
“Ich habe mich”, sagte Familienministerin Ursula von der Leyen in Berlin, “mit meinen Kollegen Wolfgang Schäuble und Michael Glos geeinigt.” […] “Noch in dieser Legislaturperiode” werde ein Filtersystem durch die deutschen Serviceprovider (ISPs) umgesetzt, das künftig den Zugriff auf solche Seiten und Angebote verhindern soll.

 
Bevor ich über die technische Umsetzung phoilosophiere, erst noch ein spannendes Detail, wieder berichtet von Spiegel Online:

Berlin – Irgendwann im Laufe der Pressekonferenz im Familienministerium werden die Fernsehteams gebeten, ihre Kameras abzuschalten. Man werde nun, erklärt Pressesprecherin Iris Bethge, Material zeigen, das man nicht weiterverbreiten dürfe. […] Dann ruft Bjørn-Erik Ludvigsen von der norwegischen Kriminalpolizei einen Internet-Browser auf und zeigt ein paar Webseiten – live. Die erste ist beunruhigend: Nackte Kinder posieren da für die Kamera, in Hochglanzoptik. […] Dann öffnet der Polizist weitere Seiten – und die ersten Journalisten im Saal wenden gequält den Blick ab. Obwohl die Vorschaubildchen auf den Banner-Seiten und Startbildschirmen klein sind und der Beamer nicht allzu stark, ist deutlich zu erkennen, dass hier Kinder beim Sex mit Erwachsenen zu sehen sind. […]

 
Es wurde dem Bericht nach also in Deutschland verbotenes (kinderpornografisches) Material im Beisein der Bundesfamiliienministerin von einem norwegischen Polizisten deutschen Journalisten zugänglich gemacht? Starker Tobak, wie ich finde — die dürfen das? Und tut das Not? Darf eine Zeitung einen Passanten live überfahren (lassen), um einem Leser zu zeigen, wie grausig das ist? Schade, daß augenscheinlich kein Anwalt geladen war …
In jenem Spiegel-Online-Artikel wird auch über die Technologie berichtet, die angeblich in Deutschland zu Einsatz kommen soll:

Hybrid-Filter
Prinzip: Dieses System kombiniert Filter auf IP- und URL-Ebene. Ein verdächtiger IP-Bereich ist vorab definiert. Erst wenn Nutzer Daten aus diesem Adressbereich abrufen, läuft die aufwendige Analyse des Datenverkehrs an. Sie durchsucht die Anfragen auf blockierte URLs. Folge: Der Rechenaufwand ist geringer als bei der Sperre auf URL-Ebene, die Kollateralschäden nicht so groß wie bei der Blockade von IP-Adressen.
Probleme: Das Verfahren ist recht aufwendig, außerdem könnte die Detailanalyse des Datenverkehrs deutschen Datenschutz-Grundsätzen widersprechen. Ein vergleichbares System soll in Deutschland nun aber installiert werden – die beteiligten Ministerien sind sicher, alle juristischen Probleme ausräumen zu können.

 
Naja, in gut einem Monat werden wir sicherlich mehr wissen, denn »bis Anfang März soll eine “verbindliche Abmachung” mit allen großen deutschen Internetprovidern stehen« — anders als bei der rechtlich fragwürdigen Vorratsdatenspeicherung wird das für die Provider auch eine relativ billige Lösung:

Ernsthafter Widerstand gegen von der Leyens Initiative ist trotz dieser Fragen nicht mehr zu erwarten – nachdem man die Provider offenbar überzeugt hat und sich die Kosten nach Aussage der Ministerin in Grenzen halten werden (sie spricht von Investitionen um die 40.000 Euro).

 
Schnäppchen. Immerhin sollte darüber seine Umgehung durch andere Nameserver nicht so einfach möglich sein — anders als bei der Flop-Aktion seinerzeit aus Dueseldorf.
Wie auch die amtierende Bundesfamilienministerin, so möchte auch ich mich nicht auf Nebenkriegsdiskussionen einlassen; während sie ihr »Thema nicht verwässern« will, stehe zum Ansatz »wehret den Anfängen« — ist die Technologie zur Einschräkung des unbeschränkten Internetzugriffs erst einmal installiert, wird wieder eine Folgeregierung wieder Nägel mit Köpfen machen und ggf. erst auf den Spruch des höchsten deutschen Gerichts hin ablassen. Darum, denk’ ich an Deutschland in der Nacht …

Kritische Infrastruktur

Gut, ich weiß natürlich, daß traceroutes nicht prinzipiell eine Ferndiagnose erlauben. Aber ich denke schon, daß fehlende Antworten von twitpic.com bei diesen tcptraceroute-Werten auf schlichte Überlastung hindeuten:

Tracing the path to twitpic.com (67.210.227.170) on TCP port 80 (http), 30 hops max
[...]
16 cr2-pos-0-0-3-0.londonuk1.savvis.net (204.70.192.9) 22.646 ms 22.596 ms 21.848 ms
17 dcr1.sfo-so-4-0-0.sanfranciscosfo.savvis.net (204.70.194.45) 133.801 ms 130.507 ms *
[...]
21 unknown.xeex.net (216.152.253.6) 127.920 ms 140.237 ms 152.508 ms
22 67.210.231.38 161.532 ms 134.918 ms 134.731 ms
23 67.210.227.170 623.828 ms 613.592 ms 579.267 ms
24 * 67.210.227.170 [open] 415.652 ms 346.856 ms

Dabei wollte ich eigentlich nur das Bild vom treibenden Airbus zum Tweet sehen:

http://twitpic.com/135xa – There’s a plane in the Hudson. I’m on the ferry going to pick up the people. Crazy.

about 2 hours ago from TwitPic

 
Immerhin, twitter selbst scheint unbeschwert zu funktionieren …

Bandbreitenkonjunktur

Mich läßt das breitbandige Konjunkturpaket nicht ganz los – dabei ist die 50-MBit/sec-Vorgabe schon über einen Monat alt –; heute hat dann auch Golem.de das Thema am Wickel. Noch einmal zur Rekapitulation, die Eckpunkte des Konjunkturpaketes II bezüglich Breitbandausbau:

  • fächendeckende Versorgung
  • mit mindestens 50 MBit/sec
  • bis 2018

Da geht einem doch das Herz auf. Und die Altmetallsammler werden sich schon mal die Hände reiben — all das Kupfer, was nun durch Glas ersetzt werden muß …
Denn 50 MBit/sec, die laufen ja nicht frei auf der Straße rum. Die gibt’s auch nicht mal eben schnell, dafür sind richtig fette Maßnahmen notwendig. Nämlich kurze Kupferstrecken; so unter 500 Metern sollte sich die gesamte Kupferdoppeladerstrecke bewegen, sonst wird das nichts mit 50 MBit/sec — bei heutiger Technik, aber es sind ja auch noch 10 Jahre Zeit …
Unverständlich in dem Zusammenhang sind mir zwei Punkte:

  • Warum trommeln die Lobbyisten schon wieder für Rundfunkfrequenzen aus der digitalen Dividende?
  • Der Staat besaß die Infrastruktur schon einmai (Deutsche Bundespost), wie sollen die Investitionen getätigt werden, soll die Bundesnetzagentur selbst Netzbetreiber werden?

Zum ersten Punkt, den Funkfrequenzen, möchte ich nur zwei Zitate aus dem Golem-Artikel bringen:

Dazu müssten aber freigewordene Rundfunkfrequenzen für die Breitbandnutzung freigegeben werden. “Wenn die politischen Weichen gestellt sind und die Bundesnetzagentur Wort hält, kann schon im Herbst dieses Jahres mit dem Vergabeverfahren begonnen werden”, sagte der VATM-Geschäftsführer [Jürgen Grützner].

 

Die Bundesregierung will eine flächendeckende Versorgung mit 50 MBit/s pro Kunde bis zum Jahr 2018 erreichen. Dies kann nach Ansicht des VATM nur über direkte Glasfaseranschlüsse möglich sein.

 
Mit anderen Worten: der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, VATM, pocht schon mal auf Funkfrequenzen – ob sich damit überhaupt sinnvoll Internetzugänge realisieren lassen, sollen Pilotversuche im laufenden Jahr erst zeigen.
Man beachte, daß beim Pilotversuch von E-Plus »nur« stinknormales HSPA mit 7,2 MBit/sec Zellengeschwindigkeit zum Einsatz kommt — diese Bandbreite müssen sich die 50 »ausgewählten Familien und Betriebe« teilen. (Daß rechnerisch dann nur noch 0,144 MBit/sec pro Teilnehmer übrig bleiben – Worst-case-Rechnung – und daß im Radius von 20 km um den Sendestandort nicht zwingend jeder mit vollem Durchsatz wird rechnen können — Details.) T-Mobile hingegen setzt die schon länger – auf den regulären Frequenzen – von Airdata benutzte Technik UMTS-TDD ein; lt. einer Pressemitteilung aus 2005 sind bei T-Mobile Czech Republic »Sektorengeschwindigkeiten von bis zu 4,5 Mbps zu erreichen (die durchschnittliche Anwender-Erfahrung liegt bei 512 Kbps)« — auch das klingt mehr nach Breitband in der gültigen Definition des Bundeswirtschaftsministeriums denn nach einer richtig Multimegabit-Anbindung.
Nach dem Klarstellen des Anspruchs auf Frequenzen aus der digitalen Dividende stellt der Verband dann aber selbst klar, daß das vorgegebene Ziel, sprich besagte 50 MBit/sec als Basiszugang, über Funk gar nicht realisierbar ist … Mithin ist diese Diskussion als abgechlossen zu betrachten; das politische Ziel ist via Funk nicht erreichbar, also bedarf es auch keiner Vergabe von Funkfrequenzen. Danke, VATM, für diese Klarstellung.
BTW: Warum müssen eigentlich es Mobilfunkbetreiber sein, die die Internetinfrastruktur auf Basis von HSPA über Rundfunkfrequenzen in der Fläche aufbauen? Derlei impliziert Carsten Ahrens, Geschäftsführer von Ericsson in Deutschland jedenfalls:

“Dieses Projekt ist also kein Labortest, sondern baut auf kommerziell verfügbarer Technik auf und könnte sofort in Deutschland in der Praxis zum Einsatz kommen, wenn die notwendigen Frequenzen hierzu für die Mobilfunknetzbetreiber verfügbar gemacht werden.”

 
Tja, das Konjunkturpaket II ist noch nicht mal abschließend parlamentarisch besprochen, da wird das Fell des Bären schon verteilt …
Und wo wir grade über Funk sprechen: was wurde eigentlich aus dem Bandbreiten-Reichweiten-Wunder WiMAX? Frequenzen wurden zugeteilt, aber der große Durchbruch ist medial nicht spürbar. Dabei sollte, technisch, WiMAX bis zu 50 km Reichweite bieten – ist das nicht ideal für ländliche Gegenden?
Aber zum zweiten Punkt: wie solle diese Herkulesaufgabe, unterfüttert mit Steuermilliarden – »“Investitionen im hohen zweistelligen Milliardenbereich in Fest- und Funknetze sind in den nächsten Jahren erforderlich, […]”« –, geschultert werden?
Damals, als das Fernmeldemonopol noch in staatlicher Hand lag, war alles einfach: die Bundespost verbuddelte, einem großen Plan folgend, Kupfer, Glas oder Koax-Kabel, die Bürger wurden angeschlossen. Telefon gab’s auch auf der letzten Almhütte, wenn es jemand dorthin bestellte. Telekommunikationsinfrastruktur, das war Infrastruktur und damit Aufgabe des Staates.
Und heute? Wie soll das funktionieren mit 50 MBit/sec-Zugängen flächenmdeckend im Wettbewerb? Schon beim Prototypen eines solchen Ausbaus, der sahnehäubchenartigen VDSL-Ausbau, gab’s Zank und Streit, Kunden, die heute nicht in netcologne-City Köln leben und einen DSL-Zugang mit mehr als 16 MBit/sec wünschen, haben die Wahl zwischen T-Home und … Verzicht. Eigentlich schlimmer noch, sie werden zwangsweise mit T-Entertain versorgt, kostenpflichtig, versteht sich.
Einen VDSL-Zugang über 1&1? Geht nicht, gibt’s nicht. Und es macht auch kaum Sinn, daß jetzt in Summe vier, fünf Anbieter hingehen und quer durch die Republik alle 500 Meter eigene Outdoor-DSLAMs setzen — also entlang *jeder* Straße *jede* 500 Meter vier, fünf solcher hübschen grauen Doppel-/Dreifachkästen. Ich meine, man sollte den Begriff des »Information Superhighway« – »Bundesdatenautobahn« ist glaube ich ein geschützter Begriff – ernster nehmen; Straßen baut auch nicht jeder nach Gusto und im Dutzend billiger. Daß seinerzeit – aus meiner Sicht – der Fehler gemacht wurde und das Teilnehmeranschlußnetz – die heilige Kupferdoppelader in die Wohnungen – bei der Telekom gelassen wurde, wirkt heute noch nach. Ich meine aber, daß Deutschland bei der Telekommunikation einen Schritt zurück machen und das Teilnehmeranschlußnetz der Telekom entreißen muß — oder zumindest andere Rahmenbedingungen schaffen, denn, siehe VDSL-Streit, derzeit skaliert das Modell nicht.

Lotto, online?

Hmm. Wie ist jetzt eigentlich der Status?

15 Millionen Euro im Jackpot. Leider geht online Lottospielen nicht mehr, weil der neue Staatsvertrag Glücksspiele im Internet verbietet. Aus Suchtpräventionsgründen.

 
Komisch:

Date: Tue, 13 Jan 2009 03:37:28 +0000 (UTC)
From: support@westlotto.de

[…] vielen Dank fuer Ihre Teilnahme ueber www.westlotto.de. Ihr Spielauftrag wurde von uns erfolgreich an die Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. OHG uebermittelt.
Der Spielschein wurde wie von Ihnen gewuenscht im Rahmen Ihres Jackpot-Abonnements von uns abgegeben. […]

 
Da ich 2008 keine Lust hatte, mich bei einem Dritten in Norddeutschland zu registrieren, um weiter online bei www.westlotto.de mitzuspielen. läuft nur noch dieses vorher abgeschlossene Abo; ich fürchte, ohne Registrierung als Spieler geht auch eine Deaktivierung nicht mehr — wobei, eigentlich dürfte es obiges auch nicht mehr geben?
Naja. Strenggenommen ist’s ja nicht online (ich habe ja nichts aktuell getriggert) und nur diskutativ im Internet (seit wann ist eMail das Internet?) …