Cinema grande

30.01.2009, DerWesten zum Tarikpoker bei der Bahn:

[…] Transnet und GDBA verlangen neben zehn Prozent mehr Geld bessere Arbeitsbedingungen, unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Kalenderjahr und eine längerfristige Planung der Schichtdienste. […] Die Tarifgemeinschaft (TG) aus den Gewerkschaften Transnet und GDBA vertritt rund 130.000 Bahn-Beschäftigte, die GDL verhandelt für 20.000 Lokführer, für die sie 6,5 Prozent mehr Geld verlangt. (ap)

 
01.02.2009, DerWesten zum Ergebnis der Tarifverhandlungen:

[…] Die Bahn vereinbarte mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA sowie der Lokführergewerkschaft GDL in Frankfurt/Main, die Löhne und Gehälter zum 1. Februar um 2,5 Prozent und zum 1. Januar kommenden Jahres um weitere zwei Prozent zu erhöhen. […] Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten. […] «So haben wir die zwölf freien Wochenenden ebenso durchsetzen können wie die bessere Planbarkeit der Schichten», betonten [Transnet-Chef Alexander Kirchner und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel]. […]

 
Das Ganze, wieder einmal, erst nach Warnstreiks. Und von den vollmundigen »10 Prozent mehr Gehalt« ist, einmal mehr, nur rund die Hälfte übrig geblieben. Alle Jahre wieder das gleiche Ritual, die Arbeitgeberseite kontert exorbitante Lohnzuwachsforderungen der Arbeitnehmerseite mit unter der Inflationsrate liegenden Angeboten, man kommuniziert lautstark über die Presse, verhandelt vorzugsweise bis Nächte herein in Hotels – ich hoffe, das ist nicht eine Abart ehemaliger Praktiken bei Volkswagen – und präsentiert dann zerknirscht, vorzugsweise in den frühen Morgenstunden, ein zufriedenstellendes Angebot, welches erstaunlicherweise beide Seiten hochzufrieden stellt.
Ernsthaft, so manches Ritual in dieser ach-so-Sozialen Marktwirtschaft geht mir gehörig auf den Zeiger …