Bekenntnisse eines Amokläufers

Sie ist schon erstaunlich, diese »öffentliche Meinung«; heute hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, eine Unterhaltung mit anhören zu müssen, in der es sich um den Amoklauf bei Stuttgart drehte.
Der Amokläufer sei nicht akzeptiert gewesen — doch, doch, der war doch im Sportverein.
Aber er habe vor Kurzem seine Mitgliedschaft beendet — jaja, das stimme.
Und dann habe er sich »an den Computer« gesetzt, damit sei es dann losgegangen – jaja, schlimm.
Nun denn, dann ist es wohl an der Zeit, die Welt vor mir zu warnen — ich sitzte jeden Tag mehrere Stunden »am Computer«!

Nunja, ein nicht unsignifikanter Anteil davon ist beruflich motiviert, aber mach’ das doch mal Volkes Schanuze klar.

Amokläufermaterial erster Güte quasi. Und ich habe auch schon Ego-Shooter in Gruppen gespielt!

Gut, das war vor Jahren, in Amsterdam, in einer geschlossenen Gesellschaft, und nach kurzer Zeit bin ich mit einigen anderen auf ein Multiplayer-Autorennen geschwenkt, da das erschießen und erschossen werden weder meine ästhetische Ader reizte noch die Animation derart aufwendig war, daß es meine technische Neugier geweckt hätte. Aber, hey, I did shoot the Sheriff (eigentlich schoß ich mehr auf so alles, was sich bewegte — oder unbeweglich rumstand), ich bin Killerspiel-Zocker (i. R.)!

Das mit dem Sportverein, naja, da bin ich mehr auf der sicheren Seite; ich wurde schon für meine 25jährige Mitgliedschaft geehrt.

In Abwesenheit, wie ich aus einem Zeitungsausschnitt Jahre später erfuhr.

Weiter so, Deutschland! Und Bayern macht wieder mal den populistischen Vorreiter. Nur nicht von Fakten verwirren lassen, wenn’s auch mit Scheißhausparolen geht …
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Nachtrag: Golem.de: »CDU NRW spricht Bayerns Innenminister Medienkompetenz ab« — immerhin. Ach so, und: Willkommen im Wahljahr 2009, dem Jahr der Umweltprämie und weiteren, noch kommenden politischen Unsinns!