Burnout Paradise: Cops and Robbers

Mit der Anschaffung der PlayStation 3 Anfang diesen Jahres hielt dann auch die Welt der Onlinespiele Einzug ins Wohnzimmer. Einer der Spiele, die mich dabei faszinieren, ist Burnout Paradise. Anders als bei herkömmlichen »Autorennspielen« hat man hier nicht eine Handvoll abzufahrender Tracks sondern eine ganze fiktive Stadt, um sich auszutoben. Eine Stadt mit befahrbaren Parkhäusern, bespringbaren Dächern (und teils durch Glitches erreichbaren anderen Orten, wie Hochspannungsleitungen, Tunneldächern, …), ‘ner befahrbaren stillgelegten Eisenbahn …
Schon offline – zumindest für mich – ein nettes Spiel, richtig lustig finde ich aber den Online-Modus – im PSN, dem PlayStationNetwork, kostenlos; bei der XBox 360, die die es, neben PC, »Burnout Paradise« ebenfalls gibt, ist der Onlinemodus, wie ich gestern »in game«
erfahren habe, wohl kostenpflichtig –, in dem man mit bis zu 7 weiteren Spielern dann entweder die vorgefertigten Aufgaben lösen muß – z. B. ‘nen sog. »Flatspin«, eine horizontale Drehung im Flug, mit mindestens 270 Grad über eine Klippe, was je nach gewähltem Fahrzeug (aus gut 70) mehr oder minder einfach ist – oder aber auch frei nach Schnauze irgendwas veranstalten.
Als – kostenpflichtige – Erweiterung gibt es seit heute das sogennte »Cops and Robbers«-Pack, es erweitert das Spiel um etliche »neue« Fahrzeuge (auf den ersten Blick leider nur im Aussehen geändert, nicht aber in den technischen Werten verglichen mit der Zivilvariante) sowie einen neuen Onlinespielemodus.
Kommen wir erst zu den Autos; meine erste Enttäuschung war, daß die ersten beiden Polizeifahrzeuge jene aus dem Standardrepertoire waren: Hunter Citizen und PCPD WTR. Im weiteren Verlauf tauchten dann verschiedene Fahrzeuge im nicht typisch amerikanischen Outfit auf, zwei, wenn ich richtig gezählt habe, mit japanischem Einschlag, ein orange-farbendes, angeblich französisches (lt. CrashTV Episode 30 angelehnt an Fahrzeuge der Autobahnpolizei), ein oder zwei mit der britischen gelb-blauen Farbgebung, zwei italienische »Polizia«-Kisten, … — und ein rotes Auto mit »Polizei« in Spiegelschrift auf der Motorhaube. Erst dachte ich, es könnte sich um ein österreichisches Model handeln, aber in besagter »CrashTV«-Folge wurde es – vom designenden Franzosen – als »German« bezeichnet:

Gut, ich komme aus der ostwestfälischen Provinz vielleicht nicht so oft raus, aber hier sind die Farben nach wie vor grün-weiß bzw. blau-weiß für neuere Fahrzeuge, wie im Rest der Republik nach meinem Kenntnisstand — Rot trägt in Deutschland meines Wissens einzig die Feuerwehr, oder‽
Nach diesen beiden ersten, sagen wir, gemischtgefühlten Erfahrungen dann des Betreten eines Onlineraumes mit mir bekannten Spielern. Hier erfuhr ich dann, daß bei altgedienten »Paradisern« dieses Update gar nicht gut ankam:
Beide hatten das C&R-Pack bislang nicht gekauft (und haben dies wohl auch nicht vor), in Räumen eines Hosts, der C&R schon hatte, wurden sie dann beim Start der entsprechenden Spiele aufgefordert, ebenfalls C&R zu kaufen – dem Vernehmen nach jedesmal neu –, ohne war kein Mitspielen möglich.
Dies, sofern sich dies bewahrheiten sollte, wäre meines Erachtens ein herber Rückschlag für die Akzeptanz von »Burnout Paradise« – auch im Hinblick auf die schon laaaange angekündigte Erweiterung »Big Surf Island« –, denn wenn ich meine gekauften Addons nicht mehr mit den Mitspielern meiner Wahl spielen kann, dann überlege ich mir sicherlich zukünftig mehr als dreimal, ob ich Electronic Arts/Criterion Games dafür Geld in den Anus Rachen stecken werfen möchte.
Kundenfreundlich – und auch für die Käufer meines Erachtens einzig akzeptable Option – wäre es doch, wenn die, die C&R nicht gekauft haben, mit den vorhandenen Polizeifahrzeugen (wie gesagt, die ersten beiden im Addon kann man auch im normalen Spiel freifahren) als Cops oder ihren Standardwagen als Robbers mitspielen könnten. Zumal, das muß man hier auch noch mal festhalten, jeder Spieler sich das Update auf Version 1.8 von rd. 150 MB (PS3), welches die »neuen« Autos sowie die neuen Spielmodi enthält, runterladen und installieren muß, will er online spielen … So, wie Criterion C&R derzeit implementiert hat, ist das Grütze — und läßt mich zumindest skeptisch in die Zukunft mit der Inse blicken, denn dort wird ja ähnliches Unsinn dann zu befürchten sein: »Du kannst hier nicht rein« heißt es dann für die, die jenes Addon nicht gekauft, die Daten im fälligen Update auf schon runtergeladen haben?