Man trägt es also mit Fassung

Gut, das Vodafone-Blog gibt nun nicht ganz das her, was ich mir wünschen würde, aber, so stand es auch irgendwo, es ist ja nichts weiter als ein Mittel der Unternehmenskommunikation und insofern sind Loblieder auf neue VF-Features halt so hinzunehmen wie anderswo überbordende Werbung (wobei letztere AdblockPlus per Pattern-Matching meiner Wahrnehmung entzieht).
Gut. Auf Lobo und die Frage, wie er drei iPhones und drei Androiden sinnvoll nutzen will, will ich gar nicht eingehen. Ich habe den Spot heute das erste Mal im TV gesehen – und bin ob des unverständlichen Soundtracks doch noch mal innerlich zusammengezuckt. Brrr. Sicherlich intoniere ich meine Interpretation der Ärzte oder Toten Hosen eher Substandard; aber außer zu beweisen, daß kein Bohlen-Kommentar zu hart sein kann für unfähige Möchtegern-Sänger gleich welchen Geschlechts: was ist die Aussage des Spots? Im ersten Teil verstehe ich immer »you won’t be <whatever>«, im, wohl auf deutsch gesungenen, zweiten Teil verstehe ich »Du wirst König sein« – den Lyrics nach verstehe ich offensichtlich den ersten Teil akustisch falsch. Geht das nur mir so? Irgendwie passen Bilder (warum springt der Typ vom Dach, versucht er sich als Möllemann-Reloaded?) und der Song nicht zusammen; bin wohl nicht Zielgruppe.
Überhaupt, »Generation Upload«. Aber das hatte ich IIRC schon mal abgewatscht, insbesondere unter Berücksichtigung von Vodafones Preispolitik.
Richtig cool fand ich aber folgenden Passus:

Zudem hat Johannes Kleske sich des Themas Produkte angenommen und einen Tarif “Internet” vorgeschlagen, den wir als Idee gerne aufgreifen und jetzt intern diskutieren, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

 
Sagt mal, wie blöd ist das denn? Mal abgesehen davon, daß die Beschränkungen über kurz sowieso fallen werden, weil sie nicht akzeptiert und/oder umgangen werden und die avisierten 30 EUR/Monat meines Erachtens viel zu hoch sind (die Trafficbegrenzung sehe ich nicht als Problem; wer wirklich mehr als 5 GB/Monat über 3G-Netze verbraten muß, dürfte auch in der Lage sein, sich zwei 5-GB-dann-Drosselung-SIMs zu holen und am 15. die SIM zu wechseln … Irgendwo muß im Preisgefüge nun einmal eine Trafficobergrenze drin sein, denn sonst hat niemand mehr was von den (max.) 7,2 MBit/sec pro Funkzelle(!); während im DSL-Bereich auf GBit/sec aggregiert wird, ist man im Mobilfunk noch auf deutlich geringeren Bandbreiten. Gib-mir-alles-ohne-Limit wird nur die Netze unbenutzbar machen; Beispiele gab es auf dem Weg vom 300-Baud-Akustikkopplerzugang bis zum flat-tarifierten DSL-16000-kBit/sec-Zugang ja mehr als genug) — muß wirklich erst jemand so einen Unsinn zusammenschreiben, damit Vodafone seine Produkte überprüft? Ich meine, hey, auf dem e-Plus-Netz buhlen wielange nun schon Anbieter mit unter-20-EUR-(5-GB-)Flatrates um die Gunst der Kunden? o2 selber möchte 25,–; bei Tchibo geht’s für 19,95. o2 baut, sehr zu meinem Vergnügen, sein Netz (seit geraumer Zeit) aus, auch der Blödsinn mit HSPA nur in einer Handvoll Großstädte ist zum Glück seit Jahren vom Tisch (habe ich ja auch hier früher oft genug moniert); e-Plus will scheinbar Billigheimer bleiben, ok, wem 384 kBit/sec reichen, der findet auch ein passables Angebot, denke ich.
Und in dieser Marktsituation, mit der neuen Zielgruppe »Generation Upload« vor Augen, da soll man Vodafone glauben, daß ein Blogpost, der weniger fordert als die Marktsituation hergibt, ein Denkanstoß sein soll?
Come on!

2 thoughts on “Man trägt es also mit Fassung

  1. Warum machen wir nicht mal einen einfachen Volumentarif? So zum Eingewöhnen mal 10EUR/GB, ohne Grundgebühr mit bytegenauer Abrechnung?
    -> für E-Mail und Surfen sollte das völlig ausreichen, keiner kommt auf die Idee eine Tauschbörse so zu betreiben und der Netzbetreiber würde nicht mehr über Drosselung nachdenken, sondern alles tun, damit so viel und schnell wie möglich die Daten fließen.

  2. Ich habe ja nichts gegen die Drosselung; ich wäre auch mit 1 GB für 5, 2 GB für 10 oder 15 EUR/Monat als Option zufrieden, solange danach nur noch GRPS möglich ist ohne weitere Berechnung. Ich bin nicht tolerant gegenüber die Privatinsolvenz anziehenden Tarifen, wo nach einem Inklusivvolumen Mondpreise pro kB oder MB aufgerufen werden — gebranntes Kind scheut das Feuer (über meine Roaming-Erlebnisse berichtete ich hier ja schonn …).
    So ungern ich das sage, aber das, was o2 im Telefoniebereich anfängt (bei »Data« sind sie leider wiedermal nicht so weit *sigh*), nämlich keine Grundgebühr und eine Maximalzahlung selbst bei exzessiver Nutzung, dem Model gehört in meiner kleinen Welt die Zukunft. Pay as you go, ohne signifikante Basisgebühren — ja, das würde mir schmecken. Leider muß ich noch auf Anbieter wie Tchibo ausweichen, wo ich die 5-GB-dann-GPRS-Datenflat für 19,95/Monat auch monatlich auslaufen lassen kann (o2 hat ein Konstrukt mit 3 Monaten und dann monatlicher Verlängerung/Kündbarkeit, IIRC).
    Mittlerweile beiße ich mir doch in den Popo, daß ich nicht nur die “VF Superflat Internet Weekend” genommen habe; naja, in zwei Jahren läuft auch das aus (alles in allem ist der neue Tarif durch massive Entrümpelung nun schon mind. 20 EUR/Monat günstiger als vorher), dann kann Vodafone seinem seit-1997-Kunden mit zwei Laufzeitverträgen Lebewohl sagen — die Nummern werde ich dann auf irgendwas billigem parken und gut ist. Bis dahin dürfte VoIP kein Thema, sondern Standard sein … *hoff*

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