London, CCTV central of the world?

Im Zusammenhanb mit der #140conf in London ist nicht nur mir aufgefallen, daß, was die Überwachung des öffentlichen Raumes betrifft, uns die Briten schon lange überholt haben.

PS: am Rande sein noch vermerkt. Ich war lange nicht mehr in England. Wer aber mal am eigenen Leib erfahren möchte, wie der Überwachungsstaat der Zukunft aussieht, sollte unbedingt hinfahren. Ich würde gerne mal meine vom CCTV (http://de.wikipedia.org/wiki/Closed_Circuit_Television) lückenlos aufgezeichnete Videospur von der Ankunft am Flughafen bis in die Stadt und zurück sehen. Und auch mal in die Köpfe der Menschen schauen, die dafür sorgen, dass einem mindestens drei Wachleute auf Schritt und Tritt verfolgen und alles untersagen, was ihnen in irgendeiner Form nicht regelkonform scheint – oder gar gefährlich.

 

CCTV-Schilder finden sich fast überall, wenn man durch London geht. Daß auch in Deutschland, z. B. in Karlsruhe, Hamburg, Berlin, …, der ÖPNV mehr und mehr kameraüberwacht wird, finde ich nur begrenzt beruhigend. Denn ohne sinnvoll platzierte »Eingreiftruppen« schützen diese Kameras nichts, sondern helfen vielleicht bei der Strafverfolgung. Was einem mit zerbreitem Hirn dann auch nichts mehr nützt …

One thought on “London, CCTV central of the world?

  1. Denn ohne sinnvoll platzierte »Eingreiftruppen« schützen diese Kameras nichts, sondern helfen vielleicht bei der Strafverfolgung. Was einem mit zerbreitem Hirn dann auch nichts mehr nützt …

     
    Das halte ich für zu kurz gegriffen.
    Es ist weder möglich noch im Zweifel wünschenswert, jedes Verkehrsmittel, jede Haltestelle mit einer Doppelstreife oder mehr an Sicherheitskräften, staatlichen oder privaten, auszustatten, und es ist auch nicht möglich, diese so zu plazieren, daß sie jede Haltestelle oder jedes Verkehrsmittel in der Zeit erreichen, die nötig ist, um einen per CCTV Angreifer zu stoppen, der einen anderen schwer verletzen oder töten möchte. Daraus aber zu schließen, daß Kameraüberwachung nutzlos sei, weil sie “nur” die Strafverfolgung erleichtert oder überhaupt erst ermöglich, ist m.E. falsch. Ganz davon abgesehen daß das Vorhandensein von Videoüberwachung oder die Angst vor Strafverfolgung bereits an sich Effekte haben, ist auch die Strafverfolgung ein wichtiger, vielleicht sogar überragender Gemeinschaftswert. Wäre das nicht so, könnte man zusammen mit der Videoüberwachung auch direkt die Kriminalpolizei, erhebliche Teile der Schutzpolizei, Staatsanwaltschaften und Strafgerichte abschaffen. :)
    Gefahrenabwehr ist auch wichtig, findet aber ihre natürlichen Grenzen – nicht nur in vorhandenen Mitteln und Möglichkeiten, sondern auch im Rechtsstaat. Es ist nämlich zwar sehr wünschenswert, aber durchaus nicht unproblematisch, noch gar nicht begangene Straftaten zu verhindern, bedingt das doch, gegen Menschen vorzugehen, die noch gar nichts (strafbares) getan haben (und vielleicht auch gar nicht tun wollen … oder zwar tun wollen, aber nicht tun werden …).

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