Hausautomatisationsstern: SheevaPlug

Södale, gestern abend bin ich dann doch noch dazu gekommen, meinen für die Übernahme der Heimautomation auserkorenen SheevaPlug mit meinem neuen, nfs-fähigen Kernel zu beglücken (cat uImage-2.6.32.2-20100112 >/dev/mtdblock0) und durchzubooten. Da ich das NAND-Flash (512 MB), in denen das komplette Ubuntu 9.04 derzeit läuft, etwas schonen möchte, habe ich eine alte 2,5″-USB-HDD angeschlossen, formatiert und FHEMs Arbeitsverzeichnis, /var/log/fhem, dorthin verschoben. Eingetragen in die (bis dato leere, UBIFS macht’s möglich ;)) fstab, zur Sicherheit die Console angeschlossen — und den Reboot eingeleitet.
Um’s kurz zu machen: dank UBIFS (und der generell hohen Leistung von CPU und auch Flash – dauert das flashen einer Fonera in Stundenbruchteilen, ist dies auf dem SheevaPlug binnen Sekunden erledigt) flutscht das nur so — und zwar so schnell, daß auf der Console von mir das Rootpasswort verlangt wurde, da die USB-Festplatte schlicht noch nicht im System vorhanden ist, wenn der fsck-Lauf gestartet werden soll. Die Meldung vom SCSI-Subsystem über das Laufwerk kommt wenige Sekunden nach dem fehlgeschlagenen fsck ;)
Gut, so ein sleep 15 ist schnell ins init-Skript geschrieben (Consolen-Zugriff sei Dank), jetzt klappt’s auch (um gut 1 Sekunde ;)) mit dem automatisierten Bootvorgang; und weil ich eh’ dabei war, habe ich auch per binding mount /var/log komplett auf die USB-HDD gelegt.
Apropos USB: Ich habe den SheevaPlug um 1 Logilink-4-Port-Hub erweitert (selfpowered) und daran noch einen 3-Port-Hub mit integriertem Kartenleser angeschlossen. Tut bislang ganz gut ;)

root@plug-2:/usr/local/lib/FHEM# lsusb
Bus 001 Device 055: ID 046d:08cb Logitech, Inc. Mic (Notebooks Pro)
Bus 001 Device 054: ID 05e3:0608 Genesys Logic, Inc. USB-2.0 4-Port HUB
Bus 001 Device 052: ID 04b4:fd13 Cypress Semiconductor Corp.
Bus 001 Device 046: ID 0471:030c Philips PCVC690K WebCam [pwc]
Bus 001 Device 045: ID 05e3:0604 Genesys Logic, Inc. USB 1.1 Hub
Bus 001 Device 011: ID 03eb:204b Atmel Corp.
Bus 001 Device 010: ID 058f:6362 Alcor Micro Corp. Hi-Speed 21-in-1 Flash Card Reader/Writer (Internal/External)
Bus 001 Device 009: ID 0403:6001 Future Technology Devices International, Ltd FT232 USB-Serial (UART) IC
Bus 001 Device 004: ID 04b4:6830 Cypress Semiconductor Corp. CY7C68300A EZ-USB AT2 USB 2.0 to ATA/ATAPI
Bus 001 Device 003: ID 058f:6254 Alcor Micro Corp.
Bus 001 Device 002: ID 1a40:0101 TERMINUS TECHNOLOGY INC.
Bus 001 Device 001: ID 1d6b:0002 Linux Foundation 2.0 root hub

Wie man allerdings die 127 Geräte (oder waren’s 255?) auf einem US-Bus erreichen können soll, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel; die Kaskadierung um einen identischen Logilink, self- oder buspowerd, schlägt fehl und eigentlich habe ich noch 2 USB-to-Serial-Konverter sowie eine weitere »Silvershield Power Mananger« schaltbare Steckdosenleiste anzubinden …
Für letztere habe ich mir dann dieser Tage ein Modul für FHEM geschrieben (verfügbar im CVS), welches über das sispmctl-Utility diese Steckdosen auch in FHEM verfüg- und schaltbar macht. Heute habe ich die Quecksilber-Dampflampen des Terrariums von 2 FS20-Schaltsteckdosen auf diese »Power Manager«-Leiste umgezogen, heute abend dann hat die neue FHEM-Instanz auf meinem Plug die Abschaltung durchgeführt. (Jetzt muß ich nur noch fix die »on-till«- und »off-till«-Funktionalität nachrüsten; damit schaltet FHEM dann zum angegebenen Zeitpunkt diese auch wieder aus – sonst bleiben morgen früh die QLDs aus ;))

Plugwise vs. ELV FS-20 — ein erster Vergleich

Ich habe ja schon drauf hingewiesen, daß ich mir, in Erweiterung meines Heimautomatisationszoos, auch ein Starter-Set von Plugwise habe kommen lassen. Ich bin nun dazu gekommen, es in Betrieb zu nehmen.
Der rein optische Systemvergleich fällt, wenig überraschend, klar zu Gunsten von Plugwise aus — deren Zwischenstecker (im Bild links) sind nicht nur weniger platzraubend, sie sehen eleganter aus und verfügen insbesondere über die Fähigkeiten zweier ELV-Dinosaurier in einem – kleineren – Gerät: Energie messen und Verbraucher schalten. Für diese Funktion benötigt man bei ELV mir unverständlicherweise zwei Zwischenstecker vom Typ Eisberg … Hinzu kommt – einer der Hauptgründe für mich, nach Alternativen zu suchen –, daß das ELV-System satte 4, in Worten: Vier, Energiemeßzwischenstecker vorsieht — wohlgemerkt in Funkreichweite, d. h. kauft sich ein Nachbar auch dieses System, messen beide jeweils intermittierend den Stromverbrauch des anderen :(
Aber auch die inneren Werte unterscheiden sich deutlich; setzt ELV auf die ISM-Frequenz 868,35 MHz mit ihren uni-direktionalen System (d. h. Schaltvorgänge werden vom Empfänger nicht quittiert; ein typisches FS-20-Gerät ist entweder ein Sender oder ein Empfänger), setzt Plugwise auf neuste Technologie:

Plugwise uses wireless Zigbee 2.4 GHz dynamic MESH technology.

  • reliable and with high quality.
  • 128-bit AES encrypted security.
  • full MESH network support.
  • open international standard (with private protocol).
  • easily extended with additional plugs or more networks.
  • each device has its own unique MAC-address.

 
Darüber hinaus speichern die kleinen Zwischenstecker von Plugwise auch noch den Verbrauch, sodaß auch ohne kurze Pollintervalle ein Verbrauch sinnvoll aufzeichen- und auswertbar bleibt. Allerdings: augenscheinlich machen sie wirklich nur auf Kurzstrecke, denn die Empfehlung von Plugwise lautet: nicht mehr als 5-10m Abstand zwischen den Plugs lassen; bei Empfangsproblemen einfach mehr Plugs verbauen — und in der Tat, während ich im 1. Stock noch relativ zuverlässig Sensordaten von FS20-Komponenten empfange, ist nach 5m und »um die Ecke« die Verbindung zwischen Plugwise-USB-Stick im PC und dem Plugwise-Zigbee-Netz futsch :(
Preislich ist es auch ein Unterschied; während ein »Circle« genannter Zwischenstecker mit € 36,51 zu Buche schlägt, kosten eine FS20 ST-3 Funk-Schaltsteckdose 22,95 und eine EM 1000-FM Funk-Messstelle Energie gleich 39,95. Neben dem Preisvorteil – für die gleiche Leistung, Schalter- und Empfangsinfrastruktur mal Außen vor gelassen, zahlt man bei Plugwise »nur« 58% dessen, was die beiden Zwischenstecker von ELV kosteten – darf man den technologischen Vorteil nicht außer Acht lassen: den Schaltzustand kann man bei Plugwise erfragen, bei ELV muß man hoffen …
Bevor dieser Text allerding zu sehr nach einem Verkaufstext für Plugwise zu riechen beginnt, hier die Wermutstropfen:

  • Kein deutscher Vertrieb bisher; deutschsprachige Seiten noch dürftiger als die englischsprachigen.
  • Inbetriebnahme des Plugwise-Netzes aus den ganzen »Circle«-Zwischensteckern nur über die proprietäre, nur für MS Windows verfügbare, Plugwise-Software »The Source«.
  • Plugwise verlangt in den Lizenzbedingungen zu »Source« offenbar, daß man seinen Stromverbrauch, »anonym«, über die Plugwise-Software »Source«, an Plugwise übermlttelt. Das finde ich für ein Stück Kaufsoftware, die faktisch ein Dongle für die gekaufte Hardware ist, schon ein reichlich starkes Stück. (Ohne diese Einwilligung zur Datenübermittlung schließt Plugwise den Kunden bockig von weiteren Softwareupdates aus, bis er sich wieder besonnen habe … Und das bei einer niederländischen Software, be-merk-ens-wert.)
  • Das Protokoll der Plugs untereinander und mit dem USB-Stick ist proprietär; das ansich ist nichts schlimmes, zumal die Ansteurung des USB-Sticks teilweise (soweit, daß man schalten und messen kann) rausgefunden wurde.
    Allerdings hat es den Anschein, daß Plugwise als Hersteller des Protokolls anderen Nutzern Steinen in den Weg legen will; auch gab es bislang offensichtlich keinerlei Zugehen seitens Plugwise auf die (Linux-) OpenSource-Heimautomatisation-Community.
  • Zwar sind die Plugs deutlich größer als die digitalSTROM-Lüsterklemmen, haben aber gegenüber jenem hypothetischen System den Vorteil, daß sie am Markt erhältlich sein; Weiterentwicklungen wie »The Stealth« (€ 41,46 lt. Preisliste, also deutlich teurer noch als der einfache Plug, obwohl von der technischen Basis) scheinen aufgrund fehlender Zertifizierung nur in »Projekten« in Zusammenarbeit mit Elektrikern verfügbar zu sein. Dabei würde ich schon gerne die Deckenlampe messen und schalten können …

Das alles vergällt mir die Freude am System ein wenig; nunja, nächster Schritt ist die Anpassung von FHEM für den Plugwise-USB-Stick (»The Stick«), dann geht’s ans praktische Erfahrungen sammeln — sicherlich auch, was Zuverlässigkeit und Reichweite angeht …