Plugwise, meet FHEM. FHEM, meet Plugwise.

Ich schrieb ja schon das eine oder andere Mal über meinen »Haushalt 3.0« (hey, neues Jahrzenht im neuen Jahrtausend, da darf man bißchen inflationieren) oder eher die Vision davon. Nichts davon ist jetzt sonderlich neu, viele Ideen stammen aus den 60er und 70er Jahren und waren schon in »Raumpatrouille« oder »Star Trek« zu bewundern. Und mit dem notwendigen Kleingeld versehen, hätte ich mir beim Wohnungsbau 2002 auch das eine oder andere lustige Bussystem anlachen können und könnte z. B. wie Bekannte aus Süddeutschland, an zentraler Stelle jeden (Licht-)Schalter auf jede Lampe konfigurieren, also z. B. mit dem Wohnzimmerdimmer das Licht im Klo steuern :-) Naja, wir haben dann doch lieber einen Kaminofen angeschafft, dessen separaten Kaminzug haben wir immerhin einplanen lassen.
Nun denn, nachdem sich das Thema Hausautomatisation mehr und mehr wachsender Beliebtheit auch bei Herstellern zu erfreuen scheint – was ich in mehr und vor allem günstigeren Gerätschaften festmache – bin ich 2008, 2009 denn auch aufgesprungen. Anfänglich als reiner Konsument, der basierend auf der Open-Source-Software FHEM und Sensoren als auch Aktoren aus dem Dunstkreis der Firma ELV z. B. eine flexible – jahreszeitabhängige – Lichtsteuerung für unser Terrarium baute, so als Fingerübung. Anfang 2009 löste dann der LCD- den Röhrenfernsehe ab und die Wahl fiel auf ein Gerät von LG, wegen recht guter Kritiken als auch wegen der RS-232-Schnittstelle für »Service and Control«; im Handbuch sind Kommunikationsparameter beschrieben sowie die Befehle zur Steuerung als auch zur Statusabfrage. Fand ich damals reizvoll, wenn auch noch ohne konkrete Anwendung.
Die Anwendung habe ich mittlerweile dazu geschrieben, ein Modul für FHEM, mit welchem eine Steuerung und Statusabfrage (ist der TV an? Welche Bildquelle ist gewählt?) möglich ist — und damit kann ich nun unter anderem die Standby-Stromfresser PS3, Wii, bedingt die T-Entertain-Box X301T und natürlich die mit einer Jahresnutzungszeit von unter 2 Stunden ziemlich unsinnvoll rumstehenden Geräte DVD-Player und VHS-Rekorder generell abschalten und nur dann – programmgesteuert – aktivieren, wenn ich den entsprechenden Eingang am TV wähle. Max. 30 Sekunden später macht es hinter *kilck* und vorne geht die LED des entsprechenden Gerätes an. Nachts trenne ich die Kisten dann wieder vom Stromnetz, erst bei Bedarf (Auswahl per TV-Fernbedienung, s. o.) werden sie wieder aktiv.
Für sowas braucht man »Schaltaktoren«, vulgo fernschaltbare Steckdosen — denn kein Gerät hat heute ein Interface, mit dem man es komplett stromlos machen könnte. Auch hier habe ich mich mittlerweile wiederholt in Perl gestürzt und bislang zwei Module für FHEM erstellt: SISPM und SIS_PMS, um die Steckdosenleisten mit USB-Interface des Herstellers Silvershield zu steuern (SISPM macht die Hardwareansteuerung, SIS_PMS verwaltet die einzelnen »Sockets«), und seit heute funktional: Pw_Stick & Pw_Circle, um über den USB-Stick von Plugwise die im Zigbee-Mesh verbundenen »Circles«, die eigentlichen Zwischenstecker, anzusteuern.
Wie man oben sehen kann, ist auch damit nun einerseits eine permanente Energieverbrauchsmessung über FHEM möglich, als weiteres Feature gibt’s noch die Möglichkeit, die Verbraucher ein- oder auszuschalten — das macht z. B. in Büros – oder auch dem Home-Office – Sinn, wo man Geräte wie z. B. die Anzeigegeräte oder Drucker nachts, wenn keiner sie benötigt, einfach vom Energienetz trennt. Automatisiert, versteht sich — denn wer will schon abends rumrennen und Geräte aus-, und dann am Morgen wieder antöpseln?
Aber das ist natürlich nur die halbe Miete; eigentlich müßte ich erst einmal wissen, was denn so verbraucht wird —- möglichst zumindest stromkreisgenau und insbesondere ohne jeden Tag den Zählerstand vom Stadtwerke-Stromzähler im Keller aufzuschreiben.
Aber das ist eine andere Geschichte — ich habe mich auch da mal umgesehen, denn jede Steckdose mit einem solchen Circle, Plogg oder wie-auch-immer man sie genannt hat, zu versehen, ist ökonomisch wie ökologisch wenig zielführend: auch diese kleinen Geräte benötigen zur Funktion Energie. Rechnen wir im Schnitt 1 Watt und gehen auf die maximale Größe eines Plugwise-Segments, d. h. 64 Zigbee-Geräte, verbrauchte auch diese Meßinfrastruktur permanent gut 60 Watt! Aber mehr dazu in einem, anderen Eintrag :-)