Die Google-Falle

Ich gab’s ja zu, theoretisch ist mir die Abhängigkeit von Google ja bekannt und sie ist nur virtuell minder schlimm als die Abhängigkeit, in die man sich mit einem Apple-Gerät begibt. Allerdings geht »don’t-be-evil«-Google subtiler vor.
Klar, beim Start eines Android-Gerätes wird man dezent darauf hingewiesen, daß ohne Account bei Google die Erfahrung keine Schöne sein wird. Und auch im Betrieb fällt gelegentlich auf, daß man ja doch deutlich mehr in Richtung Google preisgibt, als man gemeinhin preisgeben wollen würde. Dazu eine Anekdote am Rande von Dienstag, Einkauf im Getränkemarkt:
Verkäuferin: Haben Sie auch die Deutschland-Card?
Ich: (etwas energischer als geplant) NEin.
V: Oh, das war deutlich. (grinst leicht)
I: Naja, irgendwann ist auch mal gut mit den ganzen Plastikkarten ….
V: Ja, ich hab’ sie auch nicht. Muß ja nicht jeder wissen, was ich alles zum Essen einkaufe …
Eigentlich ein wahres Wort. Und daß ich bei jedem Start der Google-Suche Google meinen Standort mitteile, ist eigentlich auch nicht meine Idee gewesen — die Macht der Voreinstellungen … Allersdings fällt die Abhängigkeit in der Regeln ja gar nicht auf; wir geben Google Real-Life-Data, im Gegenzug dürfen wir deren Dienste (frei) nutzen.
Aber heute bekam meine schone Android-Google-Welt einen Dämpfer, ja fast den Todesstoß: »Google Konto vorrübergehend deaktivert« beschied man mir, als ich mich per Web bei Google-Mail anmelden wollte; meine Androiden monierten nur ein angeblich falsches Passwort — was irgendwie nicht stimmen konnte.
Warum, wieso, weshalb: Google verrät’s nicht. Und außer einem Ausrufungszeichen in der Android-Statuszeile gibt es keinen weiteren Hinweis, Googles Dienste stellen die Funktion stillschweigend ein. Die Entsperrung war simpel; nur die Frage bleibt, was ich getan haben soll. Schließlich kann ich ein Verhalten nur dann ändern, wenn ich darum weiß, daß es unerwünscht ist …
Einen ziemlich faden Nachgeschmack hat diese Aktion seitens Goggle bei mir hinterlassen; einfach *schnipps* so von elementaren Diensten wie dem Kalender abgeschnitten zu sein, das saugt.