Point of View Tegra2 10"-Tablet, Teil II

In Teil I habe ich ja schon darauf hingewiesen, daß man dieses WiFi-only (kein GPS, kein WWAN) Tablet mit einem Stückchen Software und einem GPS-Empfänger per Bluetooth GPS-fähig machen kann.
Auf den besonderen Wunsch eines Einzelnen hin, habe ich am Dienstag noch ein paar andere USB-Geräte ausprobiert — vorweg: ohne Erfolg. Es funktionieren also nicht: USB-2-Serial Adapter (weder ‘echte’ noch USB-3G-Sticks), USB-Ethernet-Adapter (zumindest nicht das Belkin GBit-Teilchen, was ich grade zur Hand hatte, ein F5D5055). Beides dürfte an fehlenden Modulen liegen (daß UVC-Cams tun, liegt wohl an der Nutzung von UVC-Video als Kameratreiberbasis) — womit wir zum Thema Modding kommen. Denn mein Tegra2-Mobii ist nur einer mehrerer Handelsnamen gleicher oder sehr ähnlicher Tablets:

Ich hatte mich schon im Vorfeld über die Möglichkeiten den Nvidia Tegra2 Chips zu flashen erkundigt und habe dabei herausgefunden das das
POV Mobii Tegra2
Advent Vega
und das
Malata ZPadT2

die selben Tablets sind.

 
Das ist insofern von Interesse, da Tegra2 einerseits eine potente Plattform darstellt, auf die auch das so gehypte Xoom setzt, andererseits man von »Herstellern« wie POV, Advent und Co. kaum mehr Produktpflege erwarten kann als sie große Namen schon nicht leisten (Stichwort FroYo oder gar Gingerbread für das Motorola Milestone; Stichwort SD-Support beim Motorola Xoom) — und ohne die »Community« gäbe es kein OpenWRT, und ohne OpenWRT, was würde z. B. auf den Foneras laufen? Ok, ich drifte ins Philosophische …;)
Wenngleich ich nicht denke, daß 250,– EUR, die ich für’s POV gezahlt habe, der wahre Preis der Hardware sind (dazu ist z. B. das LCD zu »schlecht«; sprich: es ist nicht spürbar besser oder auch nur, gefühlt, anders als beim MSI Wind seinerzeit, der vor >2 Jahren schon 299,– EUR kostete (Tablets müßten also deutlich unter 200,– EUR herstellbar sein), aber mit mehr RAM, einem Atom-Herz sowie Keyboard & Festplatte), so viel Marge dürfte gar nicht übrig bleiben. daß 2.3 oder 3.0 nachzuliefern wirtschaftlich wäre …
… und damit bleiben dann mehrere Kameras (ok, nur eine ist eingebaut, aber eine weitere wäre ja per USB ‘nachrüstbar’) oder auch ‘nur’ Videochat per Google auf der Strecke. Es sei denn, »die Community« liefert das nach, und dazu braucht man Hardware, die »Mainstream« ist — das wissen Motorola Milestone-Nutzer nur zu gut; das Droid in USA ist bei Moddern sehr beliebt, sein europäischer Cousin Milestone hingegen ist mehr so das fünfte Rad am Wagen.
Aber zurück zum POV-Tegra2: Es gibt Berichte, daß »offizielles« 3.0 aka Honeycomb kommen soll wie auch Aussagen, derlei käme nicht. Aber das schöne an verbreiteten, baugleichen Geräten ist ja, daß man nicht mehr auf den eigenen Hersteller warten muß: Horden von Entwicklern/begnateten Fricklern kümmern sich darum. Wobei man sich natürlich die Frage stellen muß als Anwender – Google als treibende Kraft hinter Android noch viel mehr –, ob man eigentlich sich Honeycomb wirklich antun will:

@gbrockhaus Na, ja. Einige Apps, die nicht für Honeycomb “optimiert” wurden (für 2.x gebaut wurden) neigen öfters zum Force Close. Leider.
Quelle: @_refugee_ auf twitter

 
Derzeit scheint mir 3.0, und nicht nur wegen der Nullerversion, wenig attraktiv; Eye-candy, toll — aber was ist mit Funktion vs. Bedienbarkeit? Klar, 3.0 ist ein großer Schritt in die richtige Richtung; vom bislang einzig erhältlichen Tablet mit dieser Version hört man aber nach initialer Begeisterung überwiegend Negatives :-(