Flukso, oder: wo zum Henker gehen die ganzen kWh hin?

Ich habe lange gesucht. Was ich wollte war eine Messung des Gesamtstromverbrauchs sowie von ausgewählten der 16 Stromkreise, die unsere kleine Wohnung schon aufbietet. Allerdings wollte ich dafür auch keine Unsummen ausgeben, und ‘hackable’ sollte es auch noch sein, also eine Lösung auf OSS-Basis oder zumindest so offen, daß ich es in meine FHEM-Lösung einbinden kann.
Ich hatte den kWh-Logger im Auge, den es aber auch nach 2+ Jahren nicht zu kaufen gibt; und die Basisversion von busware ist mit 199,– für 4 S0-Ports auch kein Schnäppchen nach WAF-Standard. Wobei das fast geschenkt ist, verglichen mit den rd. 430,– des Webcount, der auch in der c’t mal angesprochen wurde.
Kurzum, ich schaltete hier in den Surveilance-Mode, immer mal wieder gucken, ob’s nicht eine günstige Option für S0-Zähler gibt, ggf. sowas auf JeeLabs-Basis selbst machen — aber dann waren da auch noch die Kosten pro Zähler und der begrenzte Platz im Schaltschrank: China-Ware für eine Phase gibt es zwar schon ab 15,– mit S0-Schnittstelle (500 – 1000 Impulse/kWh), aber will ich bei 16A, die da durch gehen können, wirklich 30,–/Stück sparen? Ja, schon, wenn ich 5+ davon vorhabe, anzuschaffen. Plus dem für alle drei Phasen, der dann irgendwas bei 80A aushalten soll — aus der Bucht fischt man da was für ca. 40,–, die Markenware, noch immer ungeeicht, liegt bei rd. 200,–. Irgendwie teuer, um die Messung nachzuahmen, die das EVU sowieso schon vornimmt, nur nicht so granular …
Im November wurde ich dann über meine Neugier zu Plugwise in einem Heimautomatisations-Forum auf mySmartGrid aufmerksam gemacht und indirekt mit dem Flukso bekannt. Ich gebe zu, vormals habe ich diesen Sensor-um-Leiter-legen-Lösungen nichts abgewinnen können, letztlich ist und bleibt es ein (ziemlich) ‘educated guess’, ein fundiertes Raten: gemessen wird irgendwie Induktion, und basierend auf einer angenommenen Spannung läßt sich daraus aufgenommene Leistung erwürfeln. Da ich initial meine Werte 1:1 mit denen des EVU vergleichen könne wollte, kam nur eine echte Meßlösung in Betracht; dann aber schaute ich auf die Details von Flukso, insbesondere auch den Preis, und nachdem es genau genug für ein großes Forschungsprojekt zu sein scheint, schlug ich zu.
Für rd. 180,– EUR kam aus Belgien, rechtzeitig vor Weihnachten, ein Flukso (OpenWRT-WLAN-Kiste (‘Dragino’) mit ATmega168-Daugtherboard für die Messungen) plus 3 Meßklemmen für meine drei Phasen hier in der Zuleitung. Zusätzlich hat Flukso noch 2 S0-/Impuls-Eingänge, für die ich zwei Eltako-Ein-Phasen-Zähler gekauft habe (~40 EUR/Stück — aber ich möchte auch keinen durchgeschmorten China-Zähler als Brandursache jemals erleben wollen).
Einbau des Flukso war eher simpel, wenngleich DIN-Verteilerschränke nicht wirklich Platz für die Flukso-Meßfühler lassen; aber hey, für irgendwas muß die E-Technik ja gut sein, mit der ich seinerzeit getriezt wurde :-) Der Flukso ist also soweit installiiert, für die beiden Eltakos warte ich noch auf eine gute Gelegenheit; das Einschleifen geht ja nicht, ohne den Stromkreis zu unterbrechen :-)
Nächste Schritte: Schreiben eines Moduls für FHEM, welches den Flukso lokal ausliest und die Werte so in der lokalen Hausautomatisation verfügbar macht.