Inter-Fritzbox-Telefonie

Es ist ja schon ein paar Sonnenumrundungen her, daß ich mich mit dem Voice-Geraffel auseinandersetze.
Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, wo möglich, eine AVM Fritzbox (ggf. als Speedport-Version mit AVMisierter Oberfläche) als DSL-Abschluß laufen zu lassen (wenn nicht direkt DSL, so doch zumindest PPPoE sollte dort terminieren), ebenso das lokale Festnetz sollte dort aufschlagen. Die Dinger (ich kann nur für die 71er und 72er Serie sprechen) sind enorm vielseitig und so stabil, wie es sich für ein IAD gehört.
Mit Asterisk mache ich aktiv derzeit nichts, denn bislang – nachdem ich mich zu einem generischen Netzwerksetup durchgerungen habe – decken die Fritzboxen alle Kommunikationsbedürfnisse und Konfigurationswünschen (irgendwie) ab.
Was derzeit funktioniert: Anrufe an ein Berliner Festnetznummer (MSN) werden über das IPSec zwischen meinen Fritzboxen weitergeleitet, kommen als Anrufe auf lokalen Gütersloher MSNs an. Genauso kann ich vom Berliner S0 auf einer Güterloher MSN anrufen, auch das liefe über SIP (mit Vorwahl liefe es via Festnetz). Hierzu ist die FB in Gütersloh am SIP-Registrar der Berliner FB angemeldet und hat als »Internetrufnumer« eine lokale Gütersloher MSN. Die Gütersloher MSNs sind in den »Wahlregeln« in Berlin auf die SIP-Verbindung aus GT geroutet.
Außerdem kann ich derzeit per *121#-Präfix von Berlin aus über Gütersloh rauswählen bzw. von Gütersloh über Berlin. Ist primär »lustig«, denn in Zeiten von Festnetz-Flatrates bei den DSL-Zugängen ist da kein Sparpotential da. Wo ich aber evtl. sparen kann ist bei Anrufen ins Mobilfunknetz – ich habe eine FONIC-SIM in einem E160, der per Firmwareupdate nun auch sprachfähig ist. Und eine Labor-Firmware für die 7270 soll jetzt die Nutzung eines UMTS-Sticks für Voice & Data ermöglichen – klingt nach Routing von Mobilfunknummern darüber, denn 9 Cent/Minute in alle Netze ist billiger als die Tarife von DTAG oder Alice. Einziger Wermutstropfen: meine auf der 7270 basierenden W920V / 7570 werden wahrscheinlich außen vor bleiben, denn diese Feature gibt es nur für die 5er Firmwareversionen (xx.05.yy). Außer der 7570, die AVM schon heute nur saumäßig unterstützt – in der letzten Firmware war nicht einmal der SIP-Registrar drin, den die 72er und auch die 71er schon lange haben – hat m. W. keine andere aktuelle AVM-Box diesen ADSL/VDSL-Chip drin, und die Telekom und AVM scheinen sich nicht mehr grün, sodaß kaum eine 5er Firmware für den Speedport W920V zu erwarten ist (wäre sie auch sonst nicht; einige der Features der AVM-Firmware sind ja grundsätzlich nie in der Speedport-Firmware nutzbar gewesen), jedenfalls war der Unterschied des Leistungsumfanges auf der 71er Plattform immens).

VDSL2 nach 5 Jahren: von 25/2,7 auf 22/2,2 MBit

Das saugt. Wie geplant hatte ich grade den Spedport 300 HS mit 1.07er Firmware und Dauer-Debugmodus angeschlossen (so wie der erste 300 HS auch all die Jahre lief), und die VDSL-Raten waren nochmals deutlisch schlechter als bei der 7570 – ich paste hier mal die Rohdaten, vielleicht versteht das ja jemand:

/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997csg 0 0 0 # current upstream
nReturn=0 nLine=0 nChannel=0 nDirection=0 ActualDataRate=2216000 PreviousDataRate=0 ActualInterleaveDelay=700 ActualImpulseNoiseProtection=4
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997csg 0 0 1 # current downstream
nReturn=0 nLine=0 nChannel=0 nDirection=1 ActualDataRate=19224000 PreviousDataRate=0 ActualInterleaveDelay=700 ActualImpulseNoiseProtection=4
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997lsg 0 0 # capacity upstream
nReturn=0 nLine=0 nDirection=0 LATN[0]=102 LATN[1]=454 LATN[2]=-32768 LATN[3]=-32768 LATN[4]=-32768 SATN[0]=102 SATN[1]=446 SATN[2]=-32768 SATN[3]=-32768 SATN[4]=-32768 SNR[0]=59 SNR[1]=67 SNR[2]=-32768 SNR[3]=-32768 SNR[4]=-32768 ATTNDR=2378144 ACTPS=0 ACTATP=43
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997lsg 0 1 # capacity downstream
nReturn=0 nLine=0 nDirection=1 LATN[0]=203 LATN[1]=560 LATN[2]=-32768 LATN[3]=-32768 LATN[4]=-32768 SATN[0]=203 SATN[1]=555 SATN[2]=-32768 SATN[3]=-32768 SATN[4]=-32768 SNR[0]=61 SNR[1]=61 SNR[2]=-32768 SNR[3]=-32768 SNR[4]=-32768 ATTNDR=22024000 ACTPS=0 ACTATP=131
# Resync erzwungen durch Modem-Abschaltung ("line de-/activation")
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997csg 0 0 1 # current downstream
nReturn=0 nLine=0 nChannel=0 nDirection=1 ActualDataRate=19084000 PreviousDataRate=19224000 ActualInterleaveDelay=700 ActualImpulseNoiseProtection=4
# Resync erzwungen durch Modem-Abschaltung ("line de-/activation")
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997csg 0 0 1 # current downstream
nReturn=0 nLine=0 nChannel=0 nDirection=1 ActualDataRate=18532000 PreviousDataRate=19084000 ActualInterleaveDelay=700 ActualImpulseNoiseProtection=4
# Reboot des Speedport 300 HS
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997csg 0 0 0 # current upstream
nReturn=0 nLine=0 nChannel=0 nDirection=0 ActualDataRate=2200000 PreviousDataRate=0 ActualInterleaveDelay=800 ActualImpulseNoiseProtection=4
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997csg 0 0 1 # current downstream
nReturn=0 nLine=0 nChannel=0 nDirection=1 ActualDataRate=18040000 PreviousDataRate=0 ActualInterleaveDelay=700 ActualImpulseNoiseProtection=4
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997lsg 0 0 # capacity upstream
nReturn=0 nLine=0 nDirection=0 LATN[0]=102 LATN[1]=454 LATN[2]=-32768 LATN[3]=-32768 LATN[4]=-32768 SATN[0]=102 SATN[1]=446 SATN[2]=-32768 SATN[3]=-32768 SATN[4]=-32768 SNR[0]=62 SNR[1]=64 SNR[2]=-32768 SNR[3]=-32768 SNR[4]=-32768 ATTNDR=2355728 ACTPS=0 ACTATP=43
/ # /ifx/vdsl2/dsl_pipe g997lsg 0 1 # current downstream
nReturn=0 nLine=0 nDirection=1 LATN[0]=204 LATN[1]=562 LATN[2]=-32768 LATN[3]=-32768 LATN[4]=-32768 SATN[0]=204 SATN[1]=556 SATN[2]=-32768 SATN[3]=-32768 SATN[4]=-32768 SNR[0]=59 SNR[1]=59 SNR[2]=-32768 SNR[3]=-32768 SNR[4]=-32768 ATTNDR=20672000 ACTPS=0 ACTATP=131

Nachdem ich bei 18 MBit/sec im Downstream angekommen war, habe ich das Experiment Speedport 300 HS an Fritzbox 7570 abgebrochen und habe, das dünne VDSL-Anschlußdrähtchen gegen ein Cat. 5e-Kabel tauschend – just in case –, die 7570 wieder inkl. Modem benutzt. In tabellarischer Form also:

7570 08h 300HS 1. 300HS 2. 300HS 3. 300HS 4. 7570 20h
Down-/Upstream
DSLAM-Datenrate Max. kBit/s 0/0       0/0
DSLAM-Datenrate Min. kBit/s 0/0 0/0
Leitungskapazität kBit/s 22263 / 2314 22024 / 2378 20672 / 2355 21260 / 2374
Aktuelle Datenrate kBit/s 22088 / 2144 19224 / 2216 19084 / ? 18532 / ? 18040 / 2200 21136 / 2208
 
Störabstandsmarge dB 6/6 6/6
Leitungsdämpfung dB 23/9 23/9

Man sieht, daß mehr als rd. 22 MBit/sec im Down- und 2,2 MBit/sec im Upstream nicht mehr drin sind. Nun frage ich mich allerdings, warum? Drei MBit/sec im Downstream zu verlieren tut schon weh, zumal 31892/3216 vor rd. 5 Jahren noch erreichbar waren und auch nach der Reparatur des Straßenbaukollateralschadens 2009 noch angezeigt wurden (effektiv waren die Werte sogar in beide Richtungen etwas besser als vorher).
Die Graphen der 7570 (mit 7270-basierter Firmware (speed2fritz)) zeigt folgendes: Spektrum, DSL-Info, Übersicht. Die Werte vom Speedport 300 HS aus 2008 sind hier verlinkt. Leider habe ich zwischenzeitlich – es lief ja – das Monitoring/Plotting der Leitungsdaten aufgegeben …
Wäre es nicht wg. T-Entertain, würde ich aufgrund des nur noch geringen Unterschiedes ja auf mehrere 16 MBit-Sec-Anschlüsse setzen, was (ohne Telefonie-Flatrate-Gedöns) günstiger kommen dürfte — nur auf Entertain müßte ich dann (oder vielmehr meine Familie; ich hätte ja noch meine VDR-Armada :-)) verzichten, denn vom Preislichen abgesehen, 16 MBit/sec sind mir zuwenig für Surfen & Fernsehen …
Any ideas, was der Grund sein könnte und was ich tun kann, um die Leitung wieder »sauberzupusten«?

VDSL is degrading …

Hmm.

Mein (mittlerweile) 2. Speedport 300 HS und der W503V wurden ersetzt durch eine Fritzbox 7570 VDSL …

Im Zuge des Kehraus in der heimischen IT wollte ich wieder einmal zwei Geräte durch eines ersetzen. Aber irgendwie läuft das alles nicht so, wie ich es gerne hätte. 2007 mit 25088/2740 kbps gestartet, nennt die 7570 jetzt läppische 22740/2144 kBit/s, nach Resync nur noch 22088/2144 kBit/s bzw. 22200/2240 kbit/s, als synchronisierte verfügbare Bandbreite. Eigentlich hatte ich mir gleichbleibende, wenn nicht bessere, Performance erhofft, denn der (erste) Speedport 300 HS nannte noch >30000/>2700 kBit/sec als erreichbar – die 7570 hingegen sagt:

Empfangsrichtung Senderichtung
DSLAM-Datenrate Max. kBit/s 0 0
DSLAM-Datenrate Min. kBit/s 0 0
Leitungskapazität kBit/s 22263 2314
Aktuelle Datenrate kBit/s 22088 2144
 
Latenz 8 ms 7 ms
Trägertausch (Bitswap) aus an
Impulsstörungsschutz 2.0 2.1
 
Störabstandsmarge dB 6 6
Leitungsdämpfung dB 23 9

Da die Verluste doch signifikant sind, werde ich nachher mal wieder die alte Konstellation reaktivieren und die Sync-Raten beobachten :-( Sonderbar ist, daß, da die Fritzbox 7570 eigentlich eine 7270 mit integriertem Speedport 300 HS-VDSL-Modem ist – und somit quasi die Verschmelzung der beiden vormalseingesetzten Geräte –, doch ein so deutlicher Leistungsabfall zu sehen ist. Allerdings habe ich leider keine aktuellen Werte vom vormals eingesetzten Speedport 300 HS, da jener mit Orginalsoftware ausgerüstet und somit nicht abfragbar war. Also heißt es gepatchte Firmware installieren und Monitoring-Script reaktivieren …
Weder Deutsche Telekom noch 1&1 mögen hier, wo VDSL-25 liegt (und mal sogar knapp 50-tauglich war (allerunterste Grenze, was bei Preisgleichheit mich ja nicht störte; jedes kBit/sec zählt)), anbieten. Aber wahrscheinlich muß ich glücklich sein, denn o2 sagt:

Sie können voraussichtlich eine Übertragungsgeschwindigkeit von 6001 kbit/s bis 12000 kbit/s erreichen.

 
Keine Ahnung, was die getrunken haben; die Telefónica-Leitung käme aus dem gleichen Gebäude wie mein VDSL, und vor VDSL hatte ich ja T-DSL 16000 ohne Probleme …