Drecksbürokratie, damische

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Super Idee, genau in DER Urlaubszeit sowas zu ändern ... (Screenshot ntv.de)

Ich wollte es ja schon letzte Woche thematisieren, als ich das jüngste Beispiel sah, das mich in meiner Überzeugung bestärkte, daß Politiker an sich den Nutz- als auch Brennwert von Telefondesinfizierern haben …

Ernsthaft, ich kann eine Änderung der Reisebestimmungen am 26.06., mithin mitten im Sommer und damit in der Hauptreisezeit, nur als Willkürmaßnahme sehen. Es existiert keine erhöhte Gefahrenlage, die diese Änderung zu einem krummen Termin mitten in Jahr rechtfertigt. Daß per Dekret Eintragungen in einem gültigen Reisedokument (ich habe meine beiden Kinder in meinen Reisepaß eintragen lassen — ja, das macht ohne Lichtbild oder weitere Angaben keinen Sinn für die Identifikation; den allerdings macht ein Lichtbild eines 3 Tage alten Säuglings allerdings genausowenig) für nichtig erklärt werden, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Drecksbürokratie, erdacht von auf Kosten der Allgemeinheit lebenden Intelligenzbestien in Berlin und Brüssel, die nur die Schikane der Bevölkerung zum Ziel hat. Es kotzt mich so an.

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Aber gut; um des lieben Familienfriedens willen also Einwilligungsbestätigung ausgedruckt, von meiner besseren Hälfte unterschreiben lassen, ihren Personalausweis mitgenommen, der mit der Einwilligungserklärung zur Ausweißerstellung vorgelegt werden muß. Die Kinder gehen natürlich zur Schule (in NRW beginnen die Sommerferien erst in einer Woche), und Papa rennt zum Amt — nur um gesagt zu bekommen, daß das Kind vor Ort unterschreiben muß und somit auch mitkommen. Gut, hätte man sich denken können, zwingend logisch ist das meines Erachtens nicht; Antragsteller für den Reisepaß der Kinder sind schließlich die Eltern. Die Hinweise auf den Seiten der Stadt Gütersloh — die »Paß« zudem ekelerregend mit »ss« schreibt –, sind mithin mindestens mißverständlich, hinsichtlich der Gültigkeiten seit über einer Woche glatt falsch. Jedenfalls eine selten blöde bürokratische Regelung. So darf ich nun also auf K1 warten, das Montags erst gegen 16 Uhr aus der weiterführenden Schule kommt und erneut zum »Bürgerbüro« hetzen, welches um 17 Uhr schließt. Konsequenterweise werde ich K2 bei der Gelegenheit auch einen Paß verpassen, denn der Kinderausweis läuft nächstes Jahr aus — und von dieser behördlichen Gängelung habe ich für die nächsten Jahre genug.

Und wieder muß ich konstatieren, daß das Gesülze, was Politiker in ihren Sonntagsreden absondern, die Luft nicht wert ist, die sie zur Artikulation verwandten. Stichworte seien nur »Bürokratieabbau« (mit dem Biometrieunsinn klappt das super) oder die geforderte Flexibilität bei der Arbeit (ich arbeite unter der Woche 400km entfernt von meinem Wohnort — am Wocheende hat die Behörde aber selbstredend geschlossen) …