Der lange Weg zum geteilten Auto

Wie schon angedeutet, Carsharing hat meines Erachtens seine Stärken als auch Schwächen.

DriveNow? Nö.

Kurz abstellen möchte ich gerne noch auf die flächige Verfügbarkeit — ober genauer deren Abwesenheit.

Während Taxis sogar auf dem platten Land bekannt sind, sieht das mit Carsharing-Angeboten deutlich anders aus. Als Beispiel mal reale Screenshots von Flinkster und DriveNow; DriveNow zeigt mir hier in Gütersloh tapfer an, daß ich ganz viele Autos in Düsseldorf mieten könnte — naja, nett, aber auch irgendwo nicht ganz der Bringer. Sicher, Gütersloh ist nicht ganz der Nabel der Welt, und die Verkehrsstaus, die nicht durch Wintereinbruch oder A2-Sperrung hervorgerufen werden, kann man an einer Hand abzählen. Aber vielleicht benötigt das DriveNow-Modell ja tatsächlich auch einen gut ausgebauten ÖPNV, damit man auch flott zu seinem nächsten DriveNow-Wagen gelangt — dann böte sich Gütersloh in der Tat nicht an.

Flinkster ... gibt's in Bielefeld

Dann also vielleicht doch Flinkster, was an feste Parkplätze gebunden ist und insofern z. B. mit Depot am Bahnhof auskommen könnte. Gibt es, allerdings nicht am Hauptbahnhof Gütersloh sondern 20km entfernt, nämlich in Bielefeld.

Allerdings: wozu brauche ich eigentlich ein Auto, wenn ich zu diesem erst umständlich hinkommen muß (ggf. per Taxi), dann meine Besorgung damit erledige, vielleicht zu Hause alles auslade, um dann wieder zum Abstellplatz zurück zu müssen — und von da auch wieder weg? Diese unnützen Fahrten (mit ÖPNV zum Auto, mit Auto zum Supermarkt und nach Hause, schließlich mit dem Auto zurück zu dessen Abstellplatz und endlich mit dem ÖPNV wieder zu mir nach Hause) sind es, die mich bei Flinkster nerven (und die Zeit kosten; wie dargelegt kostet mich der Einkauf mit DriveNow rd. 40 Minuten, bei Flinkster muß ich mit 2 Stunden rechnen — Zeit ist hier also auch wieder Geld, denn Flinkster kostet mich bei doppelter Zeit und größerer gefahrener Strecke nur rd. halb so viel wie DriveNow).

Vielleicht gibt es den Bedarf für Carsharing tatsächlich nur in den ganz großen Städten? Wobei, auch beim Umzug nach Berlin würde ich mein Auto nicht hergeben; ja, es stünde dort noch mehr sich die Reifen platt als es dies hier schon tut. Aber für den wöchentlich Großeinkauf ist es ungleich angenehmer, einfach einsteigen zu können, anstatt sich einen fahrbaren Untersatz erst mal jagen zu müssen …