Jelly Bean für Advent Vega/Point of View Tegra2 10″-Tablet

Nach einer kleinen Ewigkeit, knapp anderthalb Jahren, kommt nun mein PoV-Tablet doch noch zu Ehren …

Alteisen

Ich habe nicht viel mit meinem 249-Euro-Tablet gemacht im letzten Jahr; es stellte sich heraus, daß 10 Zoll für unterwegs doch zu unhandlich sind, und Medien konsumierte ich in Berlin doch lieber am 20″-Full-HD-Display, unterwegs ging es zwar mit dem PoV, aber der Screen ist »nicht auf Höhe der Zeit« und die abgespielten Formate deckten sich nicht wirklich mit meinem Bedarf (MPEG2- und MPEG4-TS von DVB).
BTW: Das Gerät werde ich im folgenden meist »Vega« nennen werden nach dem Mainstrream-Tablet aus UK; »Vega« ist denn auch zu dem Namen geworden, unter dem eine CM7-Version für diese Tablet-Reihe gepflegt wurde.

CM7 deutet es an: ich habe frühzeitig das Tablet gerootet und herumexperimentiert, auch mit alternativen »ROMs«. Und leider diverse Schwachstellen gefunden: HDMI-out waren leider nur die nativen 1024×600, da bekommt man am FullHD-Bildschirm dann schon wieder Augenkrebs zumindest bei der normalen Oberfläche. Wie gesagt, die Auswahl an Quellformaten war mit meinem, primär von DVB-Quellen stammenden, Fundus nur bedingt kompatibel und zum reenkodieren eines Tatorts oder was auch immer für das Tablet brauchte ich für gute Qualität mehrfache Echtzeit, das ist unspaßig. Google Play kam m. W. vor einem Jahr noch nicht mit Filmen um die Ecke, somit schied auch diese Content-Quelle aus. Naja, und daß Flash im Browser unterstützt wurde — freute nur die Energieversorger, da man schneller nachladen mußte; rückblickend habe ich niemals einen Vorteil daraus ziehen könne, daß mehrere meiner Androiden Flash unterstützten. (Auf Flash-Werbung verzichte ich gerne, zumal wenn die sich über mein relativ schmales Mobilbandbreitenbudget auf meine Geräte hievt, und kaum eine sinnvolle Flash-Anwendung war auf einem Touch-only UI bislang verwendbar.)

Friendly-relative-testing …

Somit fristete mein »Vega« das Dasein eines Staubfängers — bis vor kurzem, wo ich von der Virenanfälligkeit von Windows 7 die Nase voll hatte und für das heimische Surfen auf Tablets umstellen wollte.

Nun, ich habe das mit CM7 bestückte »Vega« eine Woche in Gütersloh gelassen, K1 hat es auch schnell angenommen — und es geschafft, daß, wohl durch exzessives App-installieren, das Tablet immer wieder Kernprozesse von Android killte. Tja, der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm — quasi karpottgetestet :-)

Bye bye Android 2 — have some Jelly Beans

Im Laufe der letzten Woche stieß ich allerdings auf den Hinweis in einem Forum, daß Jelly Bean (Android 4.1) auf Vega & Co. portiert worden sei. Von »VegaCream«, ICS für dieses Tablet, wußte ich, aber nach den Erfahrungen mit dem Nexus 7 wollte ich JB zumindest mal ausprobieren auf der 2 Jahre alten Plattform, die primär im Hauptspeicher etwas unterbestückt ist.

Windows-7-Netbook also wieder reanimiert (das Medion akoya E1210 hat schon bessere Tage gesehen, aber nach gutem Zureden konnte es noch einmal für einen weitere Spielzeit gewonnen werden), Spaß mit Windows-USB-Treibern gehabt (die für den NV-Flash-Modus des Tegra2 fehlten dann doch), schlußendlich erfolgreich die RC2 von VegaCream geflasht.
Hintergrund: ab ICS muß der interne Flash-Speicher anders aufgeteilt werden, und das geht am enfachsten/sichersten mit dem skriptgesteuerten Windows-Flashing-Archiv für VegaCream — zumindest für die frühen Versionen von VegaBean. Die Beta5 scheint das in der NV-Flash-Variante in einem Abwasch zu erledigen (und soll auch Flashing von Linux aus unterstützen — not tried that yet).

Erste Eindrücke

Nunja, es ist etwas vorschnell, den Endsieg auszurufen. Das Tablet läuft nun gut einen Tag unter Android 4.1/VegaBean Beta 5. Um dies überhaupt zu ermöglichen, wurden etliche Tricks angewandt — um den raren Hauptspeicher optimal auszunutzen, wird zRAM eingesetzt, das interne Flash wurde kompett durch eine ext4-Partition auf einer, nun zwingenden und nicht mehr zur Laufzeit entfernbaren, MicroSD ersetzt.
Bislang setze ich eine 8 GB Class 4 MicroSD ein, und hier sind bei Programmstart oder Aktionen im »internen Flash« deutliche Verzögerungen spürbar. Die Amazone meiner Wahl wird am Montag eine Class-10-MicroSD liefern, Forenberichten zufolge wird das Problem dann geringer.
Auch geht das Tablet derzeit bei mir nicht bei Nichtbenutzung von sich aus in den Schlafmodus (u. a. Bildschirm aus), dies muß ich durch zwei kurze Betätigungen des Power-Tasters forcieren. Und ja, eine Screenshot-App fehlt leider.

Aber, immerhin, vorhin hatte ich nach 1,7 Tagen Laufzeit noch 60% Akku, und ich habe am ersten Tag das Tablet durchaus geqäult: Angry Birds Space bringt meinen MK802+ ganz schön ins Schwitzen, das »Vega« wurde nicht spürbar wärmer. Dank eines tunnelnden zweiten Accesspoints konnte ich einen Google-Hangout aufbauen — und mich nochmal übergeben, wie schlecht leider die Kamera meines PoV ist. Bei Audio (i. e. Nutzung des eingebauten PoV-Mikros) hatte ich zudem ein störendes Hintergrundgeräusch; ich weiß nicht, ob das am Lüfter des Quadcore-Minitowers im Raum lag, im Prinzip suche ich auch noch nach einer Möglichkeit, besseres Video und Audio am »Vega« zu verwenden (USB-Cam).

Ansonsten bin ich sehr positiv angetan, was die Tüftler aus den Foren aus diesem Tablet gemacht haben. Am blickwinkelabhängigen Display konnten sie nichts verändern; aber die Vorzüge eines aktuellen Androids, das IMHO einfach deutlich intuitiver bedienbar ist, egal ob Tablet oder Telefon, werden erstklassig ‘rübergebracht.

Einziger Wermutstropfen: K1 möchte nun ihren Androiden (billig-Huawei-Möhre) auch »aufgefrischt« haben … Aus Papa, dem Systemadministrator, wird Papa, der Firmwaremodder — das läuft grade nicht nach Plan :-)