Eye-Fi vs. Lumix DMC-SZ5

Der Aleks hat dieser Tage Eye-Fi für sich entdeckt; ich kämpfe grade damit, meine vor Jahresfrist erworbene Eye-Fi dazu zu bringen, statt an das damals konfigurierte Android-Gerät an mein Nexus 7 zu senden …

Doch der Reihe nach. Im Januar 2012 kauft ich mir anläßlich eines Business-Trips nach USA eine Lumix DMC-ZS10 sowie eine Eye-Fi Connect X2 (4 GB); meine TZ7 hatte leider zuviel Druck auf ihr LCD bekommen und war somit unbrauchbar. Die ZS10 kaufte ich, da sie mir als die konsequente Weiterentwicklung der TZ7 erschien, marginal mehr Zoom aufwies — und mit einem eingebauten GPS-Empfänger daher kam.

Wie das Leben einem Linuxer so mitspielt, konnte ich die Eye-Fi als solche erst nach der Rückkehr nach Deutschland nutzen — erst dort hatte ich Zugriff auf einen Windows-PC zur Konfiguration, dem ich auch Zugriff auf die verlangten Ports geben konnte; unsere Firmen-VMs im Firmen-Netz haben da keine Chance … Seit Ende Januar 2012 nutze ich also meine Eye-Fi in Verbindung mit der ZS10 und meinem HTC Sensation (32 GB Micro-SD als Picdump).

Um es kurz zu machen: einerseits ist es ein recht cooles Feature, seine doch höherwertigen Bilder kurzfristig auf seinem Androiden zur weiteren Verwendung zu haben; leider sind die Übertragungsraten nicht wirklich hoch, und dies fällt grade bei Videos auf. Videos sind ein generelles Problem in dem Kontext, da sie zwar übertragen werden (und nicht auf dem Sensation abspielbar waren — AVCHD macht leider gerne unter Linux Probleme :(), aber nach Übertragung nicht gelöscht.

Sprich: ich war nur partiell zufrieden; das Zusammenspiel Kamera <> Eye-Fi ist verbesserungsfähig, die Übertragungsgeschwindigkeit ebenso, und das GPS-Feature der ZS10 ist, ahem, sagen wir, »nichts für Schnappschüsse«.

Das berufliche Schicksal trieb mich dieses Jahr wieder gen USA, also erstand ich eine Panasonic DMC-SZ5 … Angepriesen als eine Kamera mit eingebautem WiFi und dem Versprechen, per Android-App und WiFi die Bilder von der Kamera ziehen zu können — ganz ohne Einsatz einer Eye-Fi-SD-Karte.

LUMIX LINK is not the answer ...

Gut, das Versprechen hat Panasonic gehalten. Allerdings mit Haken: die Android-App »Lumix Link« saugt den Akku des Androiden schneller leer, als daß man »huch« sagen kann, und die Übertragung der Bilder ist ein zäher Vorgang. Nicht mehr als 10(?) Bilder können selektiert werden zur Übertragung, dann muß man diese nach links ziehen (nur bedingt intuitiv), und gefühlt geht die Übertragung mit BT-Durchsatzraten vonstatten, sprich: sehr gemächlich. Ferner scheinen alle GPS-Daten entfernt zu werden, gleich, welchen Haken ich setze oder lösche — ziemlich blöd, wenn man die ZS10-SD in die SZ5 zwecks Übertragung packt …

Um es kurz zu machen: ich bin von der SZ5 eher enttäuscht; sie ist klein und handlich, kommt mit einem interessanten Panorama-Modus als auch einem lustigen »Miniatur-Effekt« (sowohl für Foto als auch Video) daher, kann aber letztendlich IMHO nicht überzeugen. Die WiFi-Option erscheint mehr Spielerei als nützliches Feature (zumindest im Zusammenspiel mit einem Nexus 4 — auf dem Nexus 7 war das SZ5-WLAN immer deutlich früher sicht- und nutzbar als als am Nexus 4), und der Energieverbrauch der (Android-) App ist alles, aber kein Ruhmesblatt. Der Fernsteuermodus ist zwar nett, aber mich interessiert nun einmal mehr die Datenübertragung weg von der Kamera, und dieser Teil saugt eher. Es mag schneller sein als bei Eye-Fi, aber die Limitierung auf 10 Bilder pro Transfer ist nicht praktikabel. Nett ist aber der »Miniatur«-Modus:

Irgendwie scheint per App ein nachträgliches Geotagging — die SZ5 hat weder GPS noch scheint sie rudimentäres Tagging per WiFi zu unterstützen (schade; eine weitere verpaßte Option) — möglich zu sein. Aber auch vermeintlich getaggte Bilder hatten nach der WiFi-Übertragung keine Geo-Informationen mehr: 50 Punkte für Privacy, -200 Punkte für Nützlichkeit. Nett aber, nochmals, der Miniatur-Modus:

Ach ja, zur Eye-Fi zurück: ich habe es an einem Tag nicht geschafft, selbst unter Zuhilfenahme eines Windows-Rechners, daß meine Eye-Fi ihre Daten nun meinem Nexus 7-Tablet (und/oder meinem Nexus 4-Telefon) übereignet. Da wiederum punktet die SZ5, denn ihr kann ich eine SD vaus der ZS10 gben, und dennoch klappt der Upload …

Alles zusammen betrachtet, ist die SZ5 ein zu teurer WiFi-Body, auch wenn man den »Miniatur«-Modus hinzurechnet.