Verpaßte Überwachungschance

Ich sitze mal wieder im ICE, und als er auf Gleis 13 in Berlin einfuhr, entfuhr mir ein leises »Yesss!«, als das Hotspot-Logo sichtbar wurde.

Zu früh gefreut.

Schon im Hauptbahnhof Berlin vermeldete der Hotspot im ICE 542, daß er keine Verbindung zum Netz habe. Doof das, und es dauerte dann bis Magdeburg, bis ich endlich in den Netzinseln soweit zurück in meinen Tweets scrollen konnte, um die Nachricht von @telekom_hilft zu finden, wo man denn Hotspot-Störungen melden kann.

In Magdeburg gegen 19:10 dann zum Höhrer gegriffen, nach laaanger Wartezeit in der 0800er-Hotlineschlange endlich jemanden erwischt. Störung für ICE 542 von Berlin nach Köln aufgemacht, und kurz vor Braunschweig, gegen 19:50, funktionierte der Hotspot dann endlich. Anfangs noch holprig — aber Braunschweig liegt ja auch nicht an der Ausbaustrecke, insofern sei das verziehen :-)

Weniger verzeihlich finde ich allerdings, daß offensichtlich die Funktion der Hotspots nicht aktiv überprüft wird. Wir sprechen hier von einem Router und mehreren(?) WLAN-Accesspoints; der Router hält über AFAIK 2 Funkschnittstellen (UMTS und Flash-OFDM) möglichst eine Verbindung und liefert die Startseite »1st.railnet.train«, die APs binden die Endgeräte an. Konzeptionell also ist das ein Always-On-System, und an den Ausbaustrecken sollte immer Funkkontakt bestehen. Ferner weiß die Deutsche Telekom zufällig sehr genau, an welcher Koordinate welche Funkzelle steht, d. h. selbst ohne GPS kann relativ grob bestimmt werden, wo der rollende Accesspoint sich grade befinden sollte. Diese Information in kurzen Zeitabständen an ein zentrales System gesandt, dazu noch ein lokaler Client, der sich per WLAN immer wieder an- und abmeldet (alle 5 Minuten oder so), und schon hätte man auch die Endkundensicht.

Aber nein, so mußte ich von Berlin bis Magdeburg auf den Hotspot im Handy ausweichen, und wieder festellen, daß ein Netz eben auch, wenn auch nicht nur, aus Löchern besteht.

Leider konnte der Zugbeleiter, den ich schon kurz hinter Berlin ansprach, nur an die Telekom verweisen — serviceorientiert wäre es, wenn jene die Rufnummer der Hotspot-Störungsannahme, 0800 350 2000, nennen könnten statt nur lapidar auf »die Telekom« zu verweisen. (Das es eigentlich ein Serviceangebot der Bahn in Kooperation mit der Telekom ist und eigentlich das Zugpersonal die Störungsmeldung vereinfacht übermitteln könnte — geschenkt.)