Danke, liebe EU.

Seit der Regulierungswahn der EU-Kommission sich nicht nur auf Bananen und Gurken beschränkt, sondern auch Haushaltsgeräte und Leuchtkörper einschließt, ist alles viiiiel einfacher und besserererer geworden. Echt. Kein Scheiß!

150 Wärmewatt ...

150 Wärmewatt …

Es geht damit los, daß wir im Wohnzimmer, war halt 2003 schick, einen Deckenfluter als zentrale Beleuchtung haben. Anfangs mit einer 300 Watt-Halogenröhre bestückt, wurde jene vor ein paar Jahren gegen ein marginal sparsameres Leuchtstoffröhrenklötzchen ersetzt, zog dann deutlich unter 50 Watt und war nicht spürbar dunkler. Insbesondere toll: die Helligkeit war fast sofort da, gefühlte 80% nach dem Einschalten, 100% nach wenigen Sekunden.
... ersetzt durch rd. 30 Energiesparwatt. Etwas weniger hell, leider.

… ersetzt durch rd. 30 Energiesparwatt. Etwas weniger hell, leider.

Der Leuchtstoffröhrenklotz allerdings hielt nicht ewig, er gab diesen Sommer den Geist auf. Nun hatte ich dieses Schätzchen vor Jahren zusammen mit einem Baustrahler erworben, eigentlich sollte das den 150-Watt-Strahler ersetzen, der, auf den Stellplatz gerichtet, per Bewegungsmelder entweder weitere Autoaufbrüche verhindern oder, wenn schon nicht das, zumindest für bessere Videaufnahmen der Tat sorgen sollte. Dank besserer Kameras wurde das aber nie umgesetzt, so landete dieses Leuchtmittel schließlich im Wohnzimmer.
Leuchtmittel. Sicher ist nur, sie brauchen elektrische Energie, um sie in Licht zu wandeln. Wie 'hell' sie aber sind ..?

Leuchtmittel. Sicher ist nur, sie brauchen elektrische Energie, um sie in Licht zu wandeln. Wie ‘hell’ sie aber sind ..?

Ersatz zu finden ist erstaunlich schwierig; viel Angebote für die Fassung R7s gibt es nicht, generell sind sie deutlich teurer als die Halogenstäbe, und die Angaben zu Startverhalten und Lichtausbeute sind auch nicht wirklich vorbildlich. Das neue Schätzchen braucht denn auch 60 Sekunden für 60% Licht — faktisch ein Fehlkauf. (Nein, für außen kann ich das auch nicht gebrauchen; hierfür setze ich zukünftig auf IR, das stört Menschen deutlich weniger, und für die Kameras reicht das. Ist schon nervig, wenn für jede Katze und jeden Passanten das Flutlicht angeht. Und die Kameras hängen auffällig genug :-))
Yeah, 5 Watt Energie für 50 Watt Licht ...

Yeah, 5 Watt Energie für 50 Watt Licht …

Nächste Baustelle: der Flur. Hier hängt ein Stromschinensystem mit 5x GU 10-Fasungen (ehedem exklusiv für Hochvolt-Halogenlampen). Derzeit mit 3x LED und 2x 25W Halogenstrahlern bestückt; die Halogenleuchten haben aber das Zeitliche gesegnet, die LED-Beleuchtung versprüht den Charm der Notbeleuchtung im Flugzeug. Ergo: Neue Leuchtmittel müssen her.
... aber nur 550 Kerzen? Dunkelwatt!

… aber nur 550 Kerzen? Dunkelwatt!

Das aber ist, dank der EU, ja gar nicht so einfach. Leuchtstoffröhren-Lösungen für dieses Format gibt es (jedenfalls in den örtlchen Baumärkten) nicht, die gute alte Glühbirne hat Brüssel ermordet, bleiben also noch Halogen- und LED-Lämpchen.

Was ich weiß: die LED-Dinger, die ich da vor n Jahren eingesetzt habe, sind sowohl bei der Energieaufnahme also auch bei der Lichtabgabe sehr sparsam. Und sind, wie die 1,x-W-Steckleuchte (12-V-System) im Wohnzimmer, offensichtlich unkaputtbar (die Halogenstecklinge erlöschen typischerweise nach 6 bis 9 Monaten :(); sie leuchten und leuchten und leuchten … nur eben nicht hell.

5 Watt Energie für 35 Watt Licht mit 700 Kerzen?

5 Watt Energie für 35 Watt Licht mit 700 Kerzen?

Seit damals aber hat sich was getan, es gibt jetzt nicht nur LED-Lampen mit satten 2,x Watt Energieaufnahme, nein, die sog. Hochleistungs-LED-Technik für’s Auto gibt’s auch für die Wohnung.
700 Kerzen, geben 170 Lumen. Klingt dunkel?

700 Kerzen geben 170 Lumen. Klingt dunkel?

Schweineteuer, aber sie versprechen mit 5 Watt Energieaufnahme angeblich 35, ja sogar 50 Watt — ich vermute mal »Lichtäquivalenz«, jedenfalls steht das so auf den Leuchtstoffröhren-Dingern für z. B. die E27-Fassung.
Um es noch komplizierter zu machen, finden sich neben so lustigen »x Watt = y Watt«-Vergleichen auch noch Angaben in Candela oder Lumen — was dank fehlender erfahrungsgestützter Vergleichswerte mir zumindest nicht weiterhilft.

Zielführend, liebe EU, wäre es gewesen, wenn Ihr vor der Ermordung der Glühbirne ein auf ihrer Lichtausbeute basierendes Referenzsystem für diese tollen neuen Leuchtmittel eingeführt und verpflichtend gemacht hättet. So ist das aus meiner Sicht ein Glücksspiel, ob ich für eine 25-W-Glühbirne nun ein alternatives Leuchtmittel mit 2, 5, 17 oder 35 Watt Energieaufnahme für äquivalente Helligkeit nehmen muß. Fehlkäufe, auch wenn teuer, landen in der schwarzen Tonne; ob das in der Gesamtbilanz noch immer umweltschonender ist, halte ich für fraglich. Und auch die Mindeststartzeiten hättest Du, liebe EU, für Haushaltsleuchtmittel, die die Glühbirne ersetzen sollen, festlegen müssen. Eine Minute bis 60% Leuchtstärke, das ist mittelalterlich :(
 
K2 meinte vorhin immerhin: »Papa, im Flur ist es jetzt wirklich heller.« Ob aber die beiden 5-Watt-LED-Strahler mit angeblich 35 bzw. 50 Watt »Lichtausbeute« auch nur annähernd an die vormaligen 25-Watt-Halogenstrahler herankommen, wage ich zu bezweifeln. Es ist noch immer keine Mittagssonne, die da im Flur scheint — aber immerhin für die nächsten 25 Jahre (laut Verpackung) eine recht späte Frühlingsmorgendämmerung.