Rambo, Teil X, Hauptdarsteller: ich.

Während die 11 GB des Sonntags-Tatorts vom NAS mit 14 MByte/sec auf die SD-Karte fluppen, ein paar Beobachtungen als Vater mit medienaffinen Kindern.

Die Kids haben jüngst großelterlicherseits so lustige kleine Brüllwürfel geschenkt bekommen, die, wenn auch in Mono, am Handy/Laptop per Klinke angeschlossen, akzeptablen Klang von sich geben.

Gut, die HiFi-Affinität hier ist nicht allzu ausgeprägt, aber dennoch, der Klang ist deutlich besser als per Laptop oder gar Handy-Lautquäker.

Schicker Brüllwürfel; als mp3-Player aber ein ernstzunehmender Gegner …

Schicker Brüll­wür­fel; in Funk­tion als mp3-Player aber ein ernst­zu­neh­men­der Gegner …

K1 ist mittlerweile Kunde von diesem iMelodie-Anbieter, ich bleibe der Amazon weitgehend treu, auch wenn ich mittlerweile beim G verifiziere, ob es da nicht günstiger ist.

So. Bis hierher alles Friede, Freude, Eierkuchen, die Ks kaufen sich auch schon mal zusammen Guthabenkarten für die iMelodie, und dann kopiert K1 K2 die von dort gewünschten Songs auf K2’s Androiden.

Nun aber fährt K2 auf Klassenfahrt und wollte die Abspielfunktion des Brüllwürfels testen — denn, wie schon thematisiert, jene Schule ist recht technikfeindlich, pro Zimmer darf ein Abspielgerät mitgebracht werden, aber eben keine Mobiltelefone (die, Ha-Ha!, aber nun einmal der primäre Lagerort von Musik, zumindest bei meinen Kids, sind).

Gut, Papa bestellt Freitag aus Amazonien per Next-Day-Delivery also eine (weitere) neue MicroSD-Karte, gibt K1 ‘nen USB-Cardreader und jene MicroSD und läßt K2 K1 sagen, welche Songs denn drauf sollen. Alles easy, K1 meistert das Windows 8 auf dem Laptop schon ganz gut, und so finden die Daten den Weg auf die (Micro)SD.

In den Lasmex Brüllwürfel eingesteckt, kommt aus ihm kein Ton. Jut, denkt Papa sich, kommt mit ‘ner 32 GB SDHC der Klasse 10 vielleicht nicht klar. »Ich guck’ heute (Montag) abend mal« waren die tapferen Worte; K2 fährt Dienstag vormittag auf Klassenfahrt, Papa um 6:29 gen Berlin …

Nundenn, um die lange, traurige Geschichte abzukürzen: der Lasmex versteht nur mp3 — steht auch in der Anleitung. Was K1 aber von iMelodie auf die Laptop-Platte kopiert, und in der Folge auf die (Micro)SD für K2, sind M4A- oder WMA-Dateien. Wenig überraschend, daß der Lasmex da stumm bleibt.

Tante Google also befragt und auch gehelft bekommen: »Soundconverter« soll da super sein. Debian Lenny hat den auch — aber ›natürlich‹ keinen Support für mp3. Also deb-multimedia hinzufügen und, rubbeldiekatz, sind die Dateien per GUI konvertiert. Nunja, nicht wirklich; die beiden WMAs mag Soundconverter irgendwie nicht, er hängt. Wieder ein Besuch bei Tante Google, und die Lösung ist mal wieder mplayer, wenn auch diesmal mit nachgeschaltetem lame. Flugs noch etwas aus meinem Amazonien-Fundus, was K2 im Auto typischerweise auch gefällt, auf die (Micro)SD, und dann umount, und während K1 sind Bett gescheucht wird, die (Micro)SD in den Lasmex.

Wreckingball, cool. Aber danach hört es sich so an, als ob der Lasmex das Dateisystem ignoriert und wild Datenmüll abspielt. Eine halbe Sekunde Tote Hosen, eine halbe Sekunde Taio Crus, drei Takte Passenger — WTF?!

K1 im Bett, es ist kurz nach 22 Uhr. Einige Lieder tun, andere, nein, die meisten, nicht. WTF?! Zurück an den Schreibtisch also, mp3info nachinstalliert, und: AHA!
Die Songs, die der Lasmex abspielt, sind VBR-Dateien, also mit variabler Bitrate — wie sie z. B. »lame« erstellt. Tolle Wurst: ich rippe i. d. R. nach CBR mit 320 kBit/sec. Von Amazon bekomme ich einen bunten Mix, einige Dateien (des gleichen Albums!) sind CBR, andere VBR. Super, das macht das ja sooo viel einfacher.

Also gut: Soundconverter auf VBR gestellt, und alle CBR-MP3s auf VBR umrechnen lassen (sagte ich schon, daß für (Pop-) Musik unser Gehör nicht allzu anspruchsvoll ist?). Ergebnis: tut irgendwie immer noch nicht. Die von m4a nach mp3 per Soundconverter konvertierten Songs mucken noch.
Letztlich habe ich dann alle m4a-Quellen per mplayer-lame-Pipeline konvertiert, nun endlich, gegen 00:30, frißt der Lasmex alle mp3-Dateien auf den Datenträger.

Und wem habe ich diese Nachtsicht zu verdanken? In erster Linie dem der Vergangenheit verhafteten ESG, welches zu solchen dämlichen Konvertierungsorgien nötigt, da es den Kindern nicht erlaubt, ihren persönlichen Datenspeicher – das Smartphone – mitzunehmen. Nicht genug, daß ich ‘ne olle Telekom-Telefonkarte aus Berlin mitbringen mußte, weil die in Güterloh nicht auftreibbar scheinen; Zitat aus einer WhatsApp-Nachricht meiner Frau:

Gestern beim Elternabend war nur eine Frau aus Isselhorst erfolgreich bei der Kartenjagd. Ein kleiner Krimakramsladen ;(

Ich bin mir relativ sicher, daß die Tarife, die K2 für die Festnetzverbindung über die Telekom-Telefonzelle zahlen wird, über denen liegen, die es – also letztlich wir! – per Handy zahlen würde — empirisch wissen wir ja, daß o2 auf Spiekeroog praktisch nicht existent ist, ich hätte K2 also mit meiner simquadrat- (ePlus-) und/oder klarmobil-SIM (D2-Netz) ausgestattet; beides billiger pro Minute als Telefonzelle … Und ja, deutlich billiger sogar, statt rechnerisch 34 Cent kostet uns die Minute vom Handy schlimmstenfalls (nach Ende der Freikontingente) 9 Cent — das ESH nötigt also zu einem 3,8fachen Minutenpreis, vom ganzen Aufwand, die blöde Telefonkarte erst einmal zu bekommen, gar nicht zu reden. Narf. Ich bin geneigt, die 5 EUR für die Telefonkarte vom nächsten »Kopiergeld« (auch so eine eingerissene Unsitte; unterrichtsnotwendige Kopien hat der Schulträger zu tragen) abzuziehen. Narf.

Aber zurück zur Medienkonvertierung. Gut, daß der Lasmex so »picky« ist, ist doof. Daß das irgendwie nicht sauber klappt mit »Soundconverter« ist ebenfalls … doof. Aber all das wäre simpelst zu umgehen: Quäckbox mit Line-In, und vom jeweiligen Smartphone wird die Musik gespielt, Thema durch. Statt dessen dieser Rückschritt in die 80er (Telefonzelle, Smartphone-Verbot) — Medienkompetenz zu lehren geht anders, liebes ESG.

One thought on “Rambo, Teil X, Hauptdarsteller: ich.

  1. Bei meinem jüngsten war gestern Computerunterricht, wie ich dann erfahren habe wurde dieser von einem 18 Jährigem betreut der die Kinder denn mal lustig einfach alles googeln lässt, unser jüngster hat uns gestern dann ein Paar Fragen gestellt die ich hier nicht wiederholen will, wir reden hier von der Grundschule vierte Klasse.

    Ich bin echt fassungslos.

Comments are closed.