#Chromecast — erster Eindruck

Mittwoch Nachmittag fix in Amazonien bestellt, heute Vormittag waren meine beiden Chromecast hier. Und seit ca. 18 Uhr ist der erste davon auch schon als Totalausfall zu werten …

Anschluß war ja recht easy, und während ich noch grübelte, wie der Chrom­ecast denn wohl mit dem Mutter­schiff Google über mein WPA2-ver­schlüs­sel­tes WLAN kom­mu­ni­zieren wolle — zur Ein­rich­tung wurde auf chrome­cast.com/setup ver­wie­sen — klärte sich dies denn auch: jene Seite führte auf meinem Nexus 7 LTE zur Installation der Chromecast-App, jene wiederum findet das offene WLAN, was der Chromecast im unkonfigurierten Zustand aussendet und verbindet sich damit. Quasi wie die AR.Drone, und eben anders als die Seagates Pogoplug-Geräte, die — im Netz dank Ethernet und DHCP — sich tatsächlich bei ihrem Mutterschiff mel­den und dann durch welche eine Kon­struk­tion auch immer versucht wird, einen Be­sucher der Setup-Web­seite mit einem kürzlich neu auf­ge­tauchten Gerät zu ver­binden.

Gut. Eingerichtet war der Chromecast schnell; allerdings wollte er partout nicht in mein präferiertes neues WLAN, was im EG allerdings auch nur auf 5 GHz verfügbar ist — doof, daß ein Gerät aus 2014, was explizit auf störungsarmes WLAN angewiesen ist, nur »2,4 GHz WLAN 802.11 b/g/n« bietet. Hier in GT mag das noch klappen; in Berlin ist die WLAN-Dichte ungleich höher, so hoch, daß eine WDS-Strecke über ca. 5m mit Kanal­bün­del­ung schon nicht mehr funk­ti­onier­te …

Erst einmal bißchen YouTube geguckt, ganz nett. Dabei mal das Tablet in den Flugzeugmodus versetzt — der YouTube-Stream lief weiter. Ergo baut au­gen­schein­lich der Chromecast selbst die Verbindung auf, das Handy/Tablet ist nur die Fernbedienung. Das Konzept hat seine Vor- und Nachteile …

 Bei Amazon gekaufte Musik auf einem Google-Gerät abspielen? Hey, User, von welchem Planet kommst Du denn?!

Bei Amazon ge­kauf­te Musik auf einem Goo­gle-Ge­rät ab­spiel­en? Hey, User, von wel­chem Pla­neten kom­mst Du denn?!

Die Nachteile zeigten sich dann beim nächsten Schritt: MP3 vom lokalen Nexus 7-Speicher (hier: Amazon-Easy­Rip (oder wie heißt das?) der Songs der bei Amazon gekauften CD) abspielen: geht nicht, Punkt.
 

Denn, siehe You Tube, zum Chromecast werden YouTube oder Google-Play-Music-Inhalte gar nicht gestreamt, der Chromecast greift (mit welchen Zugangsdaten eigentlich?) auf die Inhalte aus Googles Cloud zu. Und da ich mein Thees-Uhlmann-Album eben bei der Amazone und nicht bei Google gekauft habe, darf ich nach Googles Sicht mal sterben gehen. Steht aber, muß man fairerweise sagen, auch auf der Verpackung:

Übertragen Sie Videos, Musik und mehr aus dem Internet auf Ihren Fernseher – ganz einfach mit Ihrem Smartphone, Tablet oder Laptop.

 

Versprochen, ich könnte eigene Inhalte auf meinen Fernseher seden, hat Google nicht. Wäre aber, was ich — auch — gewollt hätte. Nunja,

Gut, also mal gucken, was es denn auf chromecast.com/apps gibt. maxdome — schon mal nicht; die App kann man zwar runterladen, bringt einem lt. maxdome derzeit nur was, wenn mal auch eines der kostenpflichtigen Pakete gebucht hat. Habe ich nicht. maxdome macht die Family auch über den LG SmartTV-BlueRay-Player-Kasten (der eigentlich primär als 5.1-Soundbox und DNLA-Renderer gekauft wurde, letztes klappt aber nur mäßig gut: befeuert von Android-Apps hängt sich dieses Wunderwerk der Technik gerne mal so auf, daß es nicht einmal mehr auf die Fenrbedienung reagiert. Wetten, da läuft auch im Linux im Hintergrund? :(), insofern weniger ein Verlust.

Watchever hätte ich gerne getestet, aber … dazu später mehr.

vevo. Oh, cool, mal ausprobieren; dank der unendlichen YouTube-GEMA-Geschichte (und weil Papa keinen Bock hat, ein Skript zu schreiben, welches YouTube-Zieladressen über einen VPN-Tunnel leitet), holen sich meine Kids ihren Schuß Musikvideos per vevo.
vevo scheint in der Tat die Daten zum Chromecast zu streamen; gelegentlich (lies: mehrfach!) brach die Verbindung zum Chromcast nämlich ab und es wurde lokal, auf dem Nexus 7 LTE, weitergespielt. (Gut, hinterm Fernseher … ob da das 2,4 GHz-Signal vom anderen Ende des Zimmers noch gut ankommt? Der 5 GHz-AP wäre deutlich näher …) Auch etwas ärgerlich: die testweise installierte Google Cast-Erweiterung für den Chrome-Browser auf K2s Laptop bricht, wenn aktiviert, jeden laufenden anderen Stream ab — das ganze »Chromecasting« scheint auf den nerdigen Single-Haushalt fixiert. (Nun gut; DLNA ist nicht besser, ich und K1 haben uns schon lustige Battles um den LG-Renderer geliefert. Aber ist das ein Argument?)

Karpottgespielt? Nach rd. 5 Videos von vevo mochte der Chromecast plötzlich nichts mehr annehmen …

Karpottgespielt? Nach rd. 5 Videos von vevo mochte der Chromecast plötzlich nichts mehr annehmen …

Anyway. vevo lieferte schon ein durchwachsenes Bild (Abbrüche; das hatte ich selbst zum LG-DLNA-Renderer nicht), also doch mal gucken, wie es mit gestreamten Content aussieht. Es gibt »Plex« mit Chromecast-Unterstützung, als flugs für 3,irgendwas EUR gekauft.

Nur: wo ist denn der Chromecast? Er zeigt immer neue Hintergundbilder an, aktualisiert die Uhrzeit — nur vom Tablet aus heißt es »kein Chromecast gefunden«. Und auch von Nexus 4 im selben WLAN (und damit selben AP) nicht. WTF?

Tja. Hab’s offensichtlich karpott gespielt. Das war natürlich einen Tweet wert ;) Und mal ernsthaft: etwas, daß ich hinter meinem Fernseher verbaue, das darf sich einfach nicht so weghängen, daß man da wieder händisch ran muß. Das geht gar nicht …

Nur taub, nicht tot: Hintergrundbilder vom Mutterschiff holen tut noch.

Nur taub, nicht tot: Hintergrundbilder vom Mutterschiff holen tut noch.

Nun, da der Chromecast den HDMI-Port (und auch die Steckdose) des vormals verbauten MK808 übernahm, war das Netzteil des Chromecasts per FS20-Steckdose über mein FHEM schaltbar. Und da diese Steckdose ausnahmsweise auch funk­tioniert, habe ich den Chrome­cast später am Abend dann mal aus- und wieder ein­ge­schaltet (Power-Cycle). Ergebnis: Nix, nada. Er wird nicht gefunden — obwohl Chromecast brav per DHCP eine IP anfragt und auch bekommt — und als extravaganter Großbild-LCD-Bildschirmschoner auch immer neue Bilder nachlädt.

Screenshot

Trotz mehrfachem Powercycle: ‘s Chrome­cast spricht nim­mer mit sei­nem Herrn.

Nur nützt das alles ja nix, der Sinn eines Chromecast ist ja nicht, Bilder — zugegeben: schöne — auf den Fernseher zu zaubern.
 

Beim Versuch, per nmap mit dem Chromecast Kontakt aufzunehmen, bin ich denn ebenso gescheitert wie per App. Inbound scheint alles tot. Und was jetzt? Wie kann das sein? Wie kann sich Chromecast nach wenigen Stunden Nutzung so weghängen, daß er von außen nicht mehr ansprechbar ist?! Ich würde jetzt gerne den Produktmanager bei Google mit diesem Chromecast grün und blau schlagen — ja, vielleicht ist das ein Einzelfall, aber daß der bislang nicht auftrat, wo doch Chromecast in den Staaten schon länger verkauft wird, vermag ich nicht zu glaubem. Und falls es wirklich so sein sollte: Jungs, Ihr habt die falschen Betatester *hint, hint* ;)

Fazit? 35 EUR für 4h YouTube finde ich etwas teuer. Der Verpackung nach habe ich jetzt Edelschrott an HDMI1 meines Fernsehers hängen, von einem Re­set-Knopf steht da nichts.

Daß ich per Play Music-App nur bei Google gekauften Content abspielen kann, ist mega lame — »don’t be evil«, das Klassenziel wurde nicht erreicht.

Zu Watchever kann ich leider nichts sagen, da, wie gesagt, ich es geschafft habe, meinen Chromecast zum Autisten zu machen; ich kann nur hoffen (und werde mir das in Berlin mit dem zweiten Chromecast nächste Woche ansehen), daß Watchever besser zu streamen vermag als vevo. Ist ein abgebrochenes Musikvideo nur nervig, gehen technische Problem beim Heimkino gar nicht …

Da ich als User es geschaftt habe, in wenigen Stunden meinen Chromecast »zu himmeln«, würde ich dem Chromecast-Hype ein 2km hohes Fragezeichen entgegenstellen; das Geld in einen Raspberry Pi mit XBMC zu investieren, scheint mir derzeit besser zu sein …