Parrot AR.Drone 2.0 Flight Recorder

So, an diesem schönen Frühlingswochenende habe ich meine Drohne wieder abgestaubt und an die frische Luft gelassen; samt »Flight Recorder«, den ich mir Ende des letzten Sommers gekauft habe.

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Acht Monate auf dem Markt, und kein Software­support für Android: Pfui, Parrot!

Der »Flight Recorder« ist ein Add-On für die AR.Drone 2.0, welches im Januar 2013 auf der CES vorgestellt wurde und ab Anfang August 2013 dann auch käuflich zu erwerben ist. Da ich mit meiner Drohne mehr machen möchte als stumpf rumzufliegen, hatte ich schön länger mit GPS geliebäugelt — z. B. per Zusatz-Linux-Rechner, der die orginale AR.Drone steuert.

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Produkt­pflege á la Parrot: auch 6+ Mo­na­te nach Ver­kaufs­start des GPS-Mo­duls gucken An­droid-Nut­zer in die Röhre.

Aber mit einem von Parrot direkt unterstützten GPS-Modul würde das ja alles einfacher, ergo: Sofort-Kauf in Amazonien. Leider kam ich 2013 aus Zeitmangel und schlechtem Wetter nicht mehr dazu, mit dem Modul etwas zu machen.

Umso ›heißer‹ war ich also jetzt, die Investition zu begutachten und den angepriesenen »Director Mode« auszuprobieren — dieser ermöglicht die Nutzung der AR.Drone als fliegende Kamera, die vorab festgelegte Positionen anfliegt.

Leider: Auch 8 Monate nach Verkaufsstart, 15 Monate nach Ankündigung, existiert dieses Feature nicht für Android-Endgeräte! Zwar kann ich das GPS ein- und ausschalten, und auch ein Firmwareupdate des GPS-Chips wurde angeboten (und im zweiten Anlauf dann auch durchgeführt); mehr als einen ziemlich schweren 4 GB-USB-Stick stellt der »Flight Recorder« für Parrots Android-Anwendung bislang augenscheinlich nicht dar (ok, »Home«, zurück zur Startposition, ist neu; gefühlt waren das aber etliche Meter Abweichung).

Kollage

Parrot & Android: so sieht Produkt­pflege in ‘fickt-euch’-Qualität aus.

Tapst man unter Android auf »Direktor-Modus«, erscheint nur ein höhnisches »coming soon« — so, wie es auch schon auf den Produktseiten bei Parrot ver­sprochen-ge­brochen wird. 8 Monate ist sicherlich nicht mehr »soon« …

Nun gut, es gibt ja noch andere Software, denn — mit ein Kaufargument — die AR.Drone wird auch seitens des Herstellers Parrot als »hackable« System bereitgestellt. Dokumentation zur Steuerung ist verfügbar, und so gibt es alternative Software zur Steuerung, und eine davon, »ARDrone Flight Pro« unterstützt angeblich auch schon das Abfliegen von vorab festgelegten Wegpunkten.

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40% in 3 Stunden … Map­down­load als Tages­auf­gabe :-(

Einen Test mit dieser Software konnte ich bislang nicht durchführen — das Nexus 4 lädt noch die Kartendaten für NRW. Für das Nexus 7 habe ich dieses gestern gemacht, mit 40% Downloadfortschritt in 3 Stunden ist das aber leider eine tagesfüllende Aufgabe, zumal man mit dem Androiden in der Zeit nichts machen darf und jener besser auch nicht in den Standby-Modus geht … Frust hoch siebenundvierzig :(

QGroundControl — nix für Try & Error …

QGroundControl — nix für Try & Error …

Bei der weiteren Re­cher­che auch für diesen Blog­post stol­per­te ich dann über QGround­Con­trol, was von Par­rot selbst genannt wird (u. a. als Steuerungs­system für den Bos­po­rus-Flug):

CREATE YOUR FLIGHT PLANS IN ADVANCE

The Flight Recorder is compatible with the MAVLink Open Source communications protocol which means it can be used with the QGround Control software package.

QGround Control is a free software package available in Open Source under Windows, Linux and Mac OS X. It allows you to create your own flight plans with multiple intermediate points in 3 dimensions. The AR.Drone will follow this aerial route automatically.

Mangels »Direktor-Mode« habe ich dann also QGroundControl mal ausprobiert — und beinahe meine Drohne verloren. Dokumentation, wie man das bedienen soll, ist etwas spärlich gesäht, testweises Abheben und Landen hat funktioniert, mit »set« habe ich dann wohl irgendwas zur Drohne geschickt, denn mit dem nächsten Abhebe-Befehl tat sie genau dies: sie hob ab, stieg auf ca. 3-4 m über Grund, und hoverte. Sporadisch kam sie auf ca. 2 m wieder runter, stieg aber gleich wieder hoch — den Befehl zum sofortigen Landen ignorierte sie. Währenddessen driftete sie immer weiter gen Nachbargrundstück, zwischen -20 und +50 cm waren es zur immergrünen Hecke … Letztlich, da keine Steuerung möglich schien und ich im Geiste meine Drohne schon entweder entfleuchen (mit rd. 35% Akku wäre sie wohl nicht weit gekommen — wobei, beim späteren Fliegen waren da noch immer 5-10 Minuten drin) und/oder auf ein Nachbar-Auto stürzen sah, habe ich per Besenstiel bei einer Sinkbewegung eine Rotorblockade ausgelöst — worauf QGroundControls Sprachausgabe irgendwas von sich gab, während die Schwerkraft sich um die trotzige Drohne kümmerte und sie zu einem ziemlich heftigen Absturz brachte :-(

Da dabei auch der »Flight Recorder« aus der USB-Buchse der AR.Drone geschleudert wurde, sind die Aufnahmen dieses Fluges leider auch im Eimer. I’m not amused.

An sich macht QGroundControl einen interessanten Eindruck, aber da man per Laptop Verbindung ins Internet (für Kartendaten) und zur Drohne (zur Steuerung/zum Datenupload) benötigt, ist das schon etwas tricky (zumal, natürlich, der Versuch, per UMTS online zu gehen, fehlschlug). Nach der nächsten Reparatursession meiner AR.Drone werde ich mit QGC wohl weiter herumexperimentieren, zumal Parrot ja nicht in den Quark kommt.