Rant-Time, heute: lua/luci

Eigentlich bin ich eher umgänglich …

Wofür ich aber wirklich Null Toleranz aufbringe, ist das Brechen bestehendenden Codes in neuen Versionen einer Umgebung oder »Sprache«.

Ich habe in der zweiten Hälfte der 80er mir C beigebracht, auch ein paar lustige andere Dinge (wie Scheme, Modula2 oder IEEE Assembler — womit man Anfang der 90er halt in Hamburg angehende Infomagier traktierte) gelernt. So ziemlich allen Sprachen damals gemein war: es war egal, ob man den Compiler oder Interpreter von letztem Monat, letztem Jahr oder gerade eben nahm.

Heute nun habe ich es endlich geschafft, meine »Gluon«-Pakete, geschrieben für das vorige OpenWRT, unter dem Aktuellen (»Chaos Calmer«) im »Gluon-Master«-Umfeld kompilieren zu können. (Der Trick war, alle Packete nach $root/package zu schmeißen; dann werden sie auch beackert.) Leider habe ich – wieder einmal – die Rechnung ohne die coolen Coder da draußen gemacht.

Screenshot

Geht bitte schnell sterben…

Denn: während der Code kompiliert, schmeißt er zur Laufzeit dann spöttische Fehlermeldungen :-(

Seriously? »luci.fs not found«?! Ich bin es ja gewohnt, belächelt zu werden, weil ich 2015 noch immer /bin/sh-Skripte schreibe, die extensiv mit sed, cut und awk arbeiten. Der Gag ist nur: jede Woche, wo ich mit angesagtem Kram wie ruby, python oder nodejs arbeite, lerne ich, wie wertvoll der eigentliche Unix-Ansatz ist. Sicher, manche Dinge kann man eleganter in ruby oder python lösen, gar keine Frage. Oder in perl — sofern man keine »unüblichen« Module nutzt … Aber läuft jener Code auch noch in 5 Jahren? (Bei ruby oder lua kann man wohl Jahre durch Monate ersetzen.)

Ich behaupte nicht, mein Code sei schön oder auch nur erhaltenswert; i. d. R. wurde er geschrieben, um ein konkretes Problem zu lösen, und ja, Vergewaltigung der Sprache ist Mittel zum Zweck. Aber mir Systembibliotheken im Upgradeprozeß zu klauen, sorry, das geht gar nicht. Ich hatte lua/luci vorher schon gefressen, jetzt schreibe ich den Kram halt direkt für /bin/sh. Fickschweinkacke, elende. Ich könnte echt kotzen :(

Nachtrag: Gerade auf meinen eigenen Beitrag vom 24.05.15 hingewiesen worden, Zitat: »While most similar configuration interfaces make heavy use of the Shell-scripting language LuCI uses the Lua programming language and splits up the interface into logical parts like models and views, uses object-oriented libraries and templating. That ensures a higher performance, smaller installation size, faster runtimes and what is even more important: better maintainability.« Hahaha, ja, genau. :-(

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